Riester-Rente: Varianten, Neuerungen, Vor- & Nachteile

Die Riester-Rente und ihre Reform

Entspannt in die Zukunft schauen / Bild: Rawpixel.com/Shutterstock

Entspannt in die Zukunft schauen / Bild: Rawpixel.com/Shutterstock

Deutschland konnte in den letzten Jahren hohe Zuwanderungszahlen verbuchen. Diese sorgen gegebenenfalls dafür, dass die Einwohnerzahl nicht in dem drastischen Ausmaß sinkt, wie ursprünglich erwartet. Nach wie vor liegen die Geburtenzahlen mit 1,5 Kindern pro Frau jedoch weit unter dem europäischen Durchschnitt. Entsprechende Studien gehen davon aus, dass bis zum Jahr 2060 jeder dritte deutsche Bewohner 65 Jahre und älter sein wird, das entspricht etwa dem anderthalbfachen bis doppeltem Wert im Vergleich zu heute. Ob es weiterhin ausreichend Nachwuchs gibt, der entsprechend dem Generationenvertrag die Renten der älteren Menschen bezahlen kann, bleibt unklar. Gerade Geringverdiener können während der Erwerbstätigkeit kaum für die Rente sparen. Die Riester-Reform möchte darin unterstützen, eine zusätzliche kapitalgedeckte Altersvorsorge aufzubauen, indem die staatlichen Zulagen ab 2018 angehoben werden.

Was ist Riestern überhaupt?

Die Riester-Rente ist eine Möglichkeit, die Niveausenkungen der gesetzlichen Rentenversicherungen zu einem Teil zu kompensieren. Dazu schließen Sie einen Sparvertrag mit einer Bank oder einer Rentenversicherung ab. In den Vertrag zahlen Sie regelmäßig Beiträge ein. Deren Höhe legen Sie bis zu einem gewissen Maß selbst fest. Es gilt allerdings ein sogenannter Mindesteigenbeitrag: Dementsprechend müssen Sie mindestens 4 Prozent Ihres letzten Jahresbruttoeinkommens einzahlen. Dafür erhalten Sparer staatliche Riester-Förderungen:

  • Zulagen von bis zu 154 Euro pro Jahr und Arbeitnehmer.
  • Für jedes Kind mit Anspruch auf Kindergeld zusätzlich 185 Euro.
  • Für alle Kinder, die nach dem 31.12.2007 geboren sind: 300 Euro.
  • Berufseinsteigerbonus von 200 Euro für alle, welche die Riester-Rente vor dem 25. Lebensjahr abschließen.
  • Daneben können Sie die angesparten Beträge (bis zu 2.100 Euro jährlich) steuerlich geltend machen. Steuern fallen erstmals in der Auszahlungsphase an, das ist die sogenannte nachgelagerte Besteuerung.

Sie können grundsätzlich immer auch mehr einzahlen, erhalten dafür dann aber keine weiteren Zulagen. Zu Rentenbeginn haben Sie die Option, sich 30 Prozent der angesparten Summe auf einmal auszahlen zu lassen. Den Rest erhalten Sie in monatlichen Auszahlungen.

Welche Varianten der Riester-Rente gibt es?

Mit der Riester-Rente können Sie sich zwischen verschiedenen Varianten entscheiden:

  • Fondssparen
  • Banksparen
  • Riester-Versicherungen

Fondssparen

Beim Fondssparen werden Ihre eigenen Beiträge sowie die staatlichen Förderungen in Investmentfonds-Anteile angelegt. Da im Voraus nicht vorhersagbar ist, wie sich entsprechende Börsenkurse entwickeln, kann die Höhe Ihrer Riester-Rente erst zum vereinbarten Rentenbeginn errechnet werden. Entwickeln sich die Kurse positiv, können Sie mit dem Fondssparen eine zusätzliche Rendite einfahren. Andernfalls besteht ebenso die Möglichkeit, dass Ihnen lediglich Ihre Einzahlungen ab Rentenbeginn zur Verfügung stehen.

Banksparen

Bei dieser Variante werden eingezahlte Beträge und Zulagen auf ein Sparkonto eingezahlt. Zusätzlich dazu erhalten Sie Zinsen und Zinseszinsen, je nachdem wie hoch der Zinssatz zum gegebenen Zeitpunkt ist. Je höher dieser ausfällt, desto höher fallen die Renditen des Banksparplans aus – und umgekehrt.

Riester-Versicherungen

Hierbei wird Ihr Sparbeitrag inklusive der Zulagen in eine private Rentenversicherung eingezahlt. Diese legt das Geld in Zinspapiere, Immobilien und Aktien an. Sie werden entsprechend an laufenden Überschüssen beteiligt. Wie hoch diese ausfallen, lässt sich jedoch nicht vorhersagen.

Wer kann eine Riester-Rente abschließen?

Grundsätzlich kann jeder Arbeitnehmer sowie Auszubildende, der Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung zahlt, eine Riester-Rente als zusätzliche Altersvorsorge abschließen.

Lohnt sich die Riester-Rente? / Bild: Syda Productions/Shutterstock

Lohnt sich die Riester-Rente? / Bild: Syda Productions/Shutterstock

Welche Änderungen bringt die Riester-Reform mit sich?

Neben der Betriebsrente wurde 2017 ebenso die Riester-Rente reformiert. Die vereinbarten Änderungen treten ab dem Jahr 2018 in Kraft. Laut Beschlüssen von CDU/CSU und SPD wird die Grundzulage von derzeit 154 Euro dann auf 175 Euro angehoben. Gleichzeitig soll es Sparern leichter möglich sein, Betriebs- und Riester-Rente miteinander zu kombinieren. Die staatliche Zulage aus der Riester-Rente in Höhe von 175 Euro kann dann gepaart werden mit bis zu 480 Euro Zuschussrente pro Jahr durch den Arbeitgeber. Auch Arbeitnehmer mit geringem Einkommen, die im Alter auf Grundsicherung angewiesen sind, können davon profitieren. Sie können künftig sicher sein, dass Sie zumindest Teile der Betriebs- oder Riester-Rente trotzdem für sich behalten dürfen: Die angesparte Summe aus einer privaten Altersvorsorge ist nach der Reform mit mindestens 100 Euro und höchstens 202 Euro freigestellt von der Anrechnung auf die Grundsicherung.

Welche Vor- und Nachteile bietet diese Form der Altersvorsorge?

Die Tabelle gibt einen zusammenfassenden Überblick über mögliche Vor- sowie Nachteile der Riester-Rente:

Vorteile

  • Sichere Form der Geldanlage – die Auszahlung der während der Erwerbstätigkeit eingezahlten Beträge sowie die steuerlichen Zulagen sind Ihnen im Rentenalter sicher.
  • Bei bestimmten Varianten der Riester-Rente wissen Sie vorab, wie hoch die Auszahlungen im Rentenalter sein werden. Das ermöglicht es Ihnen, langfristig zu planen.
  • Sie profitieren von den zusätzlichen steuerlichen Förderungen.
  • Sie können sich 30 Prozent des angesparten Kapitals direkt mit Rentenbeginn auszahlen lassen.
  • Das eingezahlte Kapital ist vor einer Privatinsolvenz sowie bei der Berechnung von Hartz IV geschützt.

Nachteile

  • Je nachdem, bei welchem Anbieter Sie eine Police abschließen, fallen gegebenenfalls Provisionskosten an.
  • Wenn Sie diese Form der Altersvorsorge abschließen, sollten Sie langfristig denken: Zwar können Sie den Riester-Vertrag jederzeit kündigen. Erhaltene steuerliche Zulagen müssen dann allerdings vollständig zurückgezahlt werden. Zusätzlich können Kündigungsgebühren anfallen.
  • Riester-Renten können grundsätzlich vererbt werden, falls Sparer vor Renteneintritt sterben. Der Erbe muss dann aber staatliche Zulagen zurückzahlen, es sei denn, es ist der Ehepartner des Verstorbenen.
  • Die im Rentenalter ausgezahlten Beträge müssen mit dem dann gegebenen Satz versteuert werden.
  • In Zeiten von Niedrigzinsphasen fallen die
    Renditen weniger hoch aus.

Fazit

Mit der Riester-Rente haben Sie die Möglichkeit, finanziell für die Zeit nach der Erwerbstätigkeit vorzusorgen. Bei dieser Form der Altersvorsorge erhalten Sie Zulagen vom Staat on top und können von Steuerersparnissen profitieren. Zwischen verschiedenen Varianten von klassischen Vorsorgeprodukten über indexorientierte Konzepte können Sie sich für eine passende private Rentenversicherung entscheiden – ganz nach individueller Risikoneigung.

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