Rauchmelder-Pflicht in Deutschland: Das sollten Sie unbedingt wissen

Rauchmelder-Pflicht / Bild: Xhutterstock

Laut einer Brandstatistik der Stiftung Warentest entstehen vier Fünftel aller Brände in Deutschland in privaten Haushalten. Überrascht werden Menschen in den meisten Fällen (70 Prozent) im Schlaf. Das ist besonders gefährlich, weil der Geruchssinn dann nicht optimal funktioniert. Ein Feuer oder der Rauch, der zu einer lebensgefährlichen Rauchvergiftung führen kann, werden dann oft nicht rechtzeitig bemerkt. Gemeldet werden in Deutschland jährlich etwa 200.000 Brände, wobei etwa 600 Menschen sterben. Mit einer deutschlandweiten Rauchmelder-Pflicht versucht der Staat Maßnahmen zu schaffen, die Ihrer Sicherheit dienen und Leben retten sollen. Am besten Sie installieren noch heute einen Rauchmelder. Alles, was Sie dazu wissen müssen, erfahren Sie im Folgenden.

Gesetzliche Grundlage zur Rauchmelder-Pflicht in Deutschland

Die Pflicht zur Installation von Rauchwarnmeldern ist in der Landesbauordnung der jeweiligen Bundesländer geregelt. Inzwischen wurde in jedem der 16 deutschen Bundesländer eine Rauchmelder-Pflicht eingeführt. Einheitlich geregelt ist, wo jeweils ein Rauchmelder angebracht sein muss:

  • Schlafzimmer
  • Kinderzimmer
  • Flure, die als Rettungswege aus Aufenthaltsräumen dienen

Unterschiedliche Regelungen gibt es in Bezug auf die Fristen, bis wann die Brandmelder eingebaut sein müssen:
Für Neu- und Umbauten ist seit spätestens 01.01.2017 in allen Bundesländern eine Pflicht zur Installation von Feuermeldern gesetzlich geregelt.
Für Bestandsbauten gelten noch unterschiedliche terminliche Regelungen. Auch für sie sind inzwischen in fast allen Bundesländern Brandmelder verpflichtend. Bayern, Thüringen, Berlin und Brandenburg stellen Ausnahmen dar, für die es aktuell noch eine Übergangsfrist gibt. Der Tabelle können Sie entnehmen, bis wann Feuermelder in diesen Bundesländern verpflichtend sind:

 Bundesland  Rauchmelder-Pflicht für Bestandsbauten
 Bayern  31.12.2017
 Thüringen  31.12.2018
 Berlin  31.12.2020
 Brandenburg  31.12.2020

Wichtig: Zum Ende des Jahres 2017 sind Feuermelder in allen Bundesländern verpflichtend außer in Thüringen, Berlin und Brandenburg. Doch auch wenn Sie hier zuhause sind, sollten Sie vorsorgen und schon jetzt einen Brandmelder einbauen, der im Ernstfall Schlimmeres verhindern kann. Falls Sie zur Miete wohnen, sprechen Sie in jedem Fall Ihren Vermieter an, insofern dieser seiner Verpflichtung noch nicht nachgekommen ist.

Was ist beim Einbau der Feuermelder zu beachten?

Einbau von Feuermeldern / Bild: shutterstock

Verantwortlich für den Einbau des Brandmelders ist jeweils der Eigentümer der Immobilie. Grundsätzlich heißt es in den Regelungen der Bundesländer, dass sämtliche Feuermelder so eingebaut oder angebracht sein müssen, dass Brandrauch rechtzeitig erkannt und von dem jeweiligen Rauchwarnmelder gemeldet wird. Um das zu erreichen, ist folgendes zu beachten:

  • Brandmelder müssen immer senkrecht an der Decke angebracht sein.
  • Achten Sie darauf, den Rauchmelder an der freien Decke zu montieren. Der Grund: Da Rauch immer nach oben steigt macht es keinen Sinn, den Melder an einer Abluftanlage oder einer Dachschräge zu installieren.
  • Halten Sie den empfohlenen Mindestabstand zu Wänden sowie Einrichtungsgegenständen ein. Dieser beträgt im Allgemeinen 0,5 Meter. Detaillierte Angaben können Sie ebenso der jeweiligen Produktbeschreibung entnehmen.
  • In der Regel ist ein Rauchmelder für eine Raumgröße von bis zu 60 m² ausgelegt. Falls es in Ihrer Immobilie größere Räume gibt, sollten Sie diese mit weiteren Brandmeldern ausstatten.

Was ist bei der Wartung der Feuermelder zu beachten?

Je nach Bundesland sind entweder der Eigentümer oder der Mieter für die Betriebsbereitschaft, das heißt die Wartung des Brandmelders verantwortlich. Die Tabelle zeigt Ihnen, wer das in Ihrem Bundesland ist:

Bundesländer  Wer ist verantwortlich?
Baden-Württemberg
Bayern
Berlin
Bremen
Hessen
Niedersachsen
Nordrhein-Westfalen
Sachsen
Schleswig-Holstein
 Mieter
Brandenburg
Hamburg
Mecklenburg-Vorpommern
Rheinland-Pfalz
Saarland
Sachsen-Anhalt
Thüringen
 Eigentümer

Damit der Rauchmelder im Ernstfall seinen Zweck erfüllen kann, muss er regelmäßig gewartet und damit auf seine Funktionstüchtigkeit hin überprüft werden. Regelmäßig bedeutet, mindestens einmal im Jahr, wobei Sie sich grundsätzlich an die Herstellerangaben des jeweiligen Modells halten sollten. Dazu gehören folgende Schritte:

  • Funktionstüchtigkeit prüfen: Prüfen Sie die Funktionstüchtigkeit des Rauchmelders regelmäßig (zu Beginn der Anschaffung und mindestens einmal im Jahr) über den integrierten Testknopf. Wenn Sie diesen drücken, muss ein Signal ertönen, welches darauf hindeutet, dass der Brandmelder alarmbereit ist. Ertönt kein Signal, erneuern Sie die Batterien und bedienen erneut den Testknopf. Kommt auch dann kein Signal, müssen Sie den Rauchmelder austauschen und durch einen neuen ersetzen.
  • Raucheintrittsöffnungen besehen: Schauen Sie außerdem regelmäßig, ob die Öffnungen des Feuermelders frei von Staub und sonstigen Verschmutzungen sind. Gegebenenfalls müssen Sie diese reinigen.
  • Batterien checken: In der Regel geben Brandmelder einen Piepton in regelmäßigen Abständen von sich, sobald die Batterie leer ist. Halten Sie für diesen Fall immer Ersatzbatterien zuhause bereit, um sofort reagieren und die Batterien ersetzen zu können.
  • Auf äußere Schäden begutachten: Besehen Sie das Gerät außerdem bei jeder Wartung auf äußere Beschädigungen. Besteht der Verdacht, dass ein sichtbarer Schaden dazu führen könnte, dass der Feuermelder nicht mehr funktioniert, sollten Sie diesen durch einen neuen ersetzen.

Was passiert, wenn trotz Pflicht kein Rauchmelder installiert wurde?

 

Bis wann müssen Rauchmelder eingebaut sein?
  • In Neu- und Umbauten seit spätestens 01.01.2017 in allen Bundesländern
  • In Bestandsbauten: Bis zum Ende des Jahres 2017 in allen Bundesländern. Einzige Ausnahmen: Thüringen: Ende 2018 sowie Berlin und Brandenburg: Ende 2020
Wo müssen Rauchmelder angebracht sein?
  • Schlafräume
  • Schlafräume
  • Kinderzimmer
  • Flure, die zu Aufenthaltsräumen führen
Wer ist für den Einbau verantwortlich?  Der Eigentümer der Wohnimmobilie
 Wer ist für die Betriebsbereitschaft (Wartung) verantwortlich?  Je nach Bundesland der Eigentümer oder der Mieter

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