Quellensteuer: Können Sie sich Ihr Geld zurückholen?

Wer in Dividendenaktien aus dem Ausland investiert, hat Recht auf eine Steuererstattung

Die Zinsen sind dauerhaft auf niedrigem Niveau. Deshalb weichen viele Anleger auf Aktien aus und hoffen, dass sie von der Gewinnausschüttung profitieren. Wenn es sich um ausländische Aktien – beispielsweise aus der Schweiz handelt –, sollten Sie genau hinschauen: Denn wer nicht aufpasst, zahlt möglicherweise schnell zu viel Quellensteuer.

Hintergrund: Dividendenaktien

Dividende beschreibt die Gewinnausschüttung, die eine Aktiengesellschaft an die Aktionäre ausgezahlt wird. Dazu ist kein Unternehmen verpflichtet, aber viele Gesellschaften schütten Aktiendividenden aus, um die Aktie für Anleger interessanter zu machen. In Deutschland bekommen die Aktionäre diese Dividendenausschüttung in der Regel jährlich meist im April und Mai, also nach den Hauptversammlungen, bei denen die Höhe beschlossen wird. In anderen Ländern, etwa in den USA oder Großbritannien, werden sie vierteljährlich ausgeschüttet. Wer am Bestandsstichtag Aktionär des Unternehmens ist, hat ein Anrecht auf die Auszahlung. Was die Dividenden für viele Anleger so interessant macht, sind die vergleichsweise niedrigen Zinsen – die Ausschüttung liegt in der Regel über den derzeitigen Zinssätzen.

Beispiel: Quellensteuer Schweiz

Sobald der Freistellungsauftrag ausgeschöpft ist, wird auf Dividendenausschüttungen Quellensteuer fällig: 25 % plus Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer.

Und hier besteht die Gefahr, dass Sie zu viel zahlen:

Viele Anleger setzen auf ausländische Dividendenaktien, beispielsweise aus der Schweiz. Dann berechnet nicht nur der deutsche Fiskus Quellensteuer, sondern auch der ausländische Staat, in dem das betreffende Aktienunternehmen seinen Sitz hat.

Und dann kann es schnell passieren, dass Sie doppelt zahlen müssen. Denn die deutsche Bank rechnet die ausländische Steuer zu maximal 15 % an. Wenn Sie jetzt beispielsweise in einer Schweizer Aktie investiert haben, schlägt die Steuerfalle zu:

  • Quellensteuer Schweiz: Die Schweiz kassiert auf Dividenden 35 % Verrechnungssteuer. Diese Steuer wird automatisch einbehalten, wenn Ihnen die Dividenden auf Ihr Depotkonto gutgeschrieben werden.
  • 15 % von den 35 % rechnet Ihnen die deutsche Bank auf die Quellensteuer
  • Effekt: 20 % zu viel gezahlt.

Die gute Nachricht lautet jedoch: Steuererstattung

Sie können sich solche zu viel gezahlten Quellensteuerbeträge zurückholen. Das lohnt sich schnell, wenn es sich nicht nur um wenige Euros handelt. Sie müssen dazu allerdings selbst aktiv werden, denn automatisch erfolgt die Steuererstattung natürlich nicht. Gehen Sie folgendermaßen vor, um sich das Geld zurückzuholen:

  • Die Erstattung beantragen Sie bei der jeweiligen ausländischen Steuerbehörde. Die Adresse und Vordrucke für Ihren Antrag auf Steuererstattung finden Sie beim Bundeszentralamt für Steuern (bzst.de).
  • Füllen Sie das jeweilige Formular aus. Manchmal müssen Sie auch noch die Bestätigung, dass Sie Ihren Wohnsitz in Deutschland haben, beifügen.
  • Wenn Sie den Antrag einreichen, haben Sie in der Regel schon einige Wochen später die Steuererstattung auf dem Konto gutgeschrieben.

 

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