Private Finanzplanung – Wo sehen Sie sich in 10 Jahren?

Das Eigenheim, die Investition in eine Berufsausbildung oder die finanzielle Absicherung für die Zeit nach der Berufstätigkeit – nahezu jeder Mensch verfolgt in seinem Leben bestimmte Ziele und setzt Prioritäten.

Private Finanzplanung / Bild: Yingzaa_ST/Shutterstock

Private Finanzplanung / Bild: Yingzaa_ST/Shutterstock

In den meisten Fällen muss man etwas investieren, um das Ziel seiner Wahl zu erreichen. Nicht selten sind das neben Zeit und Anstrengung vor allem finanzielle Mittel. Um über solche zu jeder Zeit in ausreichendem Maße verfügen zu können und die Finanzen stets im Blick zu behalten, lohnt sich die Planung mithilfe eines Finanzplans.

Die fünf Schritte der privaten Finanzplanung

Die private Finanzplanung nimmt alle finanziellen Aspekte eines privaten Haushaltes in den Blick. Eine solche Vermögensplanung unterstützt dabei, finanzielle Ziele zu setzen und diese unter bestimmten Bedingungen zu erreichen. Berücksichtigt werden dabei:

  • Die allgemeinen finanziellen Möglichkeiten (Kalkulation von Einnahmen und Ausgaben)
  • Die persönlichen Vorstellungen
  • Die rechtliche Ausgangslage
  • Die familiäre Situation

Eine Beratung hierzu erfolgt durch einen Steuerberater, einen unabhängigen Finanzberater oder eine Bank. Sie alle analysieren die aktuelle finanzielle Situation ihrer Mandanten, definieren gemeinsam Ziele oder setzen Prioritäten und stellen gemeinsam mit ihnen eine private Finanzplanung auf.

1. Schritt: Sichern Sie sich gegen Armut ab

Grundsätzlich kann es jedem passieren, dass das geregelte Einkommen ausfällt. Gründe dafür können Berufsunfähigkeit (durch einen Unfall oder eine Krankheit), ein Todesfall oder Arbeitslosigkeit sein. All diese Ereignisse stellen schwere Schicksalsschläge im Leben eines Menschen dar. Damit Sie sich in solch einer Situation nicht noch um die Finanzen Gedanken machen müssen, sollten Sie für sich und bestenfalls auch für Ihre Liebsten vorsorgen. Dafür stehen Ihnen verschiedene Produkte zur Verfügung, die Sie in unterschiedlichen Lebenssituationen absichern. Es lohnt sich diese in Ihrem Finanzplan zu berücksichtigen.

Versicherung Leistung
Berufsunfähigkeitsversicherung (BUV)  Personengruppen:
– Angestellte
– Beamte
– Selbstständige
Die BUV sichert für den Fall ab, dass Sie Ihren Beruf infolge einer Krankheit, Körperverletzung oder mehr als altersentsprechendem Kräfteverfall dauerhaft nicht mehr ausüben können.
Gesetzliche Grundlage:
§ 172 Abs. 2 Versicherungsvertrag (VVG)
In diesem Fall zahlt die Versicherung eine Rente.
Risiko-Lebensversicherung Sichert im Todesfall die Hinterbliebenen finanziell ab.
Haftpflichtversicherung Sichert gegen einen selbst verursachten Schaden und die daraus entstehenden Forderungen Dritter ab.
Beispiel: Sie fahren mit Ihrem Fahrrad auf der falschen Seite eines Fuß- und Radfahrerweges und stoßen mit einem Fußgänger zusammen. Da der Passant verletzt wird, verklagt er Sie auf Schmerzensgeld.

2. Schritt: Tilgen Sie finanzielle Forderungen

Solange Sie ausstehende Forderungen haben, sollten Sie immer versuchen, diese schnellstmöglich zu begleichen. Der Grund liegt vor allem darin, dass Sie auf Schulden in der Regel sehr hohe Zinsen zahlen. Die können Sie sich sparen, je früher Sie Ihre Schulden tilgen. Dazu sollten Sie in jedem Fall den Tilgungsplan prüfen. Unabdingbar hierfür ist es, Ihre Finanzen (Ein- und Ausnahmen) genauestens zu kalkulieren, um planen zu können, welche Summe Ihnen im Monat zur Verfügung steht, mit der Sie Schulden zurückzahlen können. Wenn es Ihnen finanziell möglich ist und die Bank Ihnen ein Sondertilgungsrecht auf einen Kredit gewährt hat, sollten Sie ein solches nutzen, um auch auf diese Weise schneller schuldenfrei zu sein.

3. Schritt: Bilden Sie Rücklagen

Rücklagen bilden / Bild: Durch SFIO CRACHO/Shutterstock

Rücklagen bilden / Bild: Durch SFIO CRACHO/Shutterstock

Rücklagen sollten Sie in erster Linie bilden, um damit unvorhergesehene Kosten zu decken. Das können Ausgaben für den Fall sein, dass zum Beispiel das Auto dringend zur Reparatur muss oder die Waschmaschine kaputtgeht. Experten empfehlen dafür die Rücklagen von etwa drei monatlichen Nettogehältern. Wichtig ist in diesem Zusammenhang, dass die Geldanlage sicher ist und Sie zu jeder Zeit über die Rücklagen verfügen können. Dafür wäre beispielsweise ein Tagesgeldkonto eine Option, da es folgende Merkmale aufweist:

  • Sie können beliebig hohe Einlagen tätigen (und diese beispielsweise für längerfristiges Sparen mithilfe eines Dauerauftrages regelmäßig von Ihrem laufenden Girokonto überweisen lassen).
  • Sie können jederzeit Geld von dem Konto abheben.
  • Sie können das Tagesgeldkonto jederzeit kündigen.
  • Aufgrund unterschiedlicher Einlagensicherungsfonds ist das Geld auf dem Konto relativ sicher.

4. Schritt: Sorgen Sie für die Zeit nach der Berufstätigkeit vor

Bezüglich einer finanziellen Altersvorsorge sollten Sie sich zunächst überlegen, welche Summe Sie sparen müssen, um im Alter den aktuellen Lebensstandard halten zu können. Eine Unterstützung bietet Ihnen auch in diesem Fall eine professionelle Finanzberatung. Sie selbst können sich aber vorab einen groben Überblick verschaffen, zum Beispiel mit dem Finanzbedarfs-Planer der Stiftung Warentest, den Sie online finden. Grundsätzlich gibt es verschiedene Möglichkeiten der Altersvorsorge:

Altersvorsorge Definition
Private Altersvorsorge Die private Altersvorsorge ist ein allgemeiner Begriff für alle Formen des Vermögensaufbaus. Dazu zählen unter anderem:
– Wertpapiere
– Immobilien
– Fonds
– Verschiedene Versicherungen
Riester Rente Die Riester-Rente ist eine private Vorsorge, die Sie zusätzlich abschließen können und die der Staat finanziell unterstützt.
Konkret bedeutet das, dass Sie regelmäßig Geld in einen Versicherungsvertrag einzahlen. Dazu erhalten Sie vom Staat eine jährliche Zulage.
Rürup-Rente Die Rürup-Rente ist eine private Altersvorsorgemöglichkeit besonders für Selbstständige und Freiberufler, die ebenso wie die Riester-Rente staatlich gefördert wird.
Betriebliche Altersvorsorge Die betriebliche Altersvorsorge umfasst alle finanziellen Leistungen, die ein Arbeitgeber seinem Arbeitnehmer gewährt. Dazu gehören zum Beispiel Zahlungen für Hinterbliebene bei Todesfall oder bei einer möglichen Berufsunfähigkeit. Jeder Arbeitnehmer hat darauf gesetzlichen Anspruch.

5. Schritt: Bauen Sie langfristig Vermögen auf

Sobald alle Ihre laufenden Kosten gedeckt sind und Sie sich finanziell für die Zukunft abgesichert haben, folgt der letzte Schritt Ihrer privaten Finanzplanung: Dabei geht es darum, für das Erreichen bestimmter Ziele langfristig Vermögen aufzubauen. Hierfür stehen Ihnen unter anderem verschiedene Varianten zur Verfügung:

Mittel zum Vermögensaufbau Gut zu wissen
Bausparplan  Vorteile:
– Die Höhe des Vermögensaufbaus ist planbar, weil es von Anfang an einen festen Zinssatz zu einer bestimmten Laufzeit gibt.
– Die Anlageform ist insofern relativ sicher.
– Der Staat unterstützt Bausparer, etwa durch die Wohnungsbauprämie oder die Arbeitnehmersparzulage.
– Sie müssen das Darlehen nach Zuteilung nicht aufnehmen, beispielsweise wenn Sie es nicht benötigen oder die aktuellen Zinsbedingungen nicht lukrativ sind.
Nachteile:
– Der Zeitpunkt der Zuteilung des Darlehens ist offen, das heißt, es ist nicht sicher, ab wann Sie über die angesparte Summe verfügen können.
– Die Tilgungsraten sind teilweise hoch.
– Es fällt eine Abschlussgebühr (etwa in Höhe von 1 bis 1,6 Prozent) auf die Bausparsumme an.
Wertpapiere Vorteile:
– Bei Kurssteigerungen sind teilweise Gewinne möglich.
– Viele Aktienunternehmen zahlen eine jährliche Dividende an die Aktionäre.
– Der Handel ist flexibel: Zu den üblichen Börsenöffnungszeiten können Sie diese jederzeit kaufen und verkaufen.
Nachteile:
– Wenn die Aktien fallen, müssen Aktionäre zum Teil hohe Verluste in Kauf nehmen.
– Der Gewinn durch eine Aktie ist nicht planbar, weil dieser von den jeweiligen Kursschwankungen abhängt.
Sparbuch Vorteile:
– Die Summe auf dem Sparbuch wird fest verzinst, was ein solches zu einer relativ sicheren Kapitalanlage macht.
– Nach einer bestimmten Kündigungsfrist können Sie relativ kurzfristig über die angesparte Summe verfügen.
Nachteile:
– Die Zinsen, die auf das Sparbuch gezahlt werden, sind je nach Kreditinstitut aktuell recht niedrig.

Schreibe einen Kommentar