Nullzinsphase: Welche Auswirkungen hat der aktuelle Leitzins der EZB?

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Nullzinsphase – Das sollten Sparer wissen*

Nullzinsphase – Das sollten Sparer über die EZB und ihren Leitzins wissen

Immer wieder hört und liest man in den Medien von der sogenannten Nullzinsphase. Im Zusammenhang damit stehen Begrifflichkeiten wie die Europäische Zentralbank, der Leitzins und die Frage, was die Nullzinspolitik eigentlich genau ist und was sie für Sparer sowie Kreditnehmer bedeutet.

Was ist die Nullzinsphase?

Die Europäische Zentralbank (EZB) analysiert regelmäßig, wie es um das Wirtschaftswachstum sowie monetäre Faktoren wie beispielsweise die Geldmenge bestellt ist. In Abhängigkeit von den Analyse-Ergebnissen legt die EZB die Höhe des Leitzinses fest. Zu diesem können sich die Geschäftsbanken bei der Zentralbank wöchentlich Geld leihen. Je höher der Leitzins ist, desto teurer wird die Geldleihe für die Geschäftsbanken. Dasselbe gilt für deren Kunden, an die etwaige Verteuerungen weiter gegeben werden. Aktuell ist das Geld besonders günstig. Die EZB betreibt eine Nullzinspolitik, das bedeutet: Der festgelegte EZB-Leitzins liegt bei 0,00 Prozent. Zinsen gibt es faktisch nicht mehr. Banken haben die Möglichkeit, sich bei der EZB besonders billig Geld zu leihen. Dasselbe gilt für Verbraucher, was die Kreditaufnahme bei Geschäftsbanken betrifft. Für Kreditnehmer und Sparer wirkt sich die Nullzinspolitik damit in unterschiedlicher Weise aus.

Das bedeutet die Nullzinspolitik für Kreditnehmer

Unabhängig davon, ob Sie ein Baudarlehen oder einen Ratenkredit aufnehmen möchten – während einer Nullzinsphase können Sie das zu besonders günstigen Konditionen. Hier haben die Zinsen aufgrund der Niedrigzinspolitik historische Tiefststände erreicht, von denen Verbraucher profitieren. Der größte Vorteil niedriger Zinsen liegt in den damit einhergehenden niedrigen Kreditkosten. Vor allem mit der Aufnahme von Immobilienkrediten zeigt sich das in den letzten Jahren besonders deutlich: In den Jahren 2010 bis 2015 zahlten Privat-Verbraucher etwa 108 Milliarden Euro weniger Zinsen an Banken aufgrund der Niedrigzinspolitik der EZB.

Das Ziel der Nullzinspolitik der EZB besteht in diesem Fall darin, den Kunden der Geldinstitute günstige Kredite zu ermöglichen. Auf diese Weise sollen Verbraucher Ausgaben finanzieren können und bestenfalls sogar Mehrausgaben tätigen. Mithilfe der Nullzinspolitik hofft die EZB, dass die Kreditvergabe zunimmt und dadurch Investitionen sowie Konsum steigen. So soll die Wirtschaft Europas angekurbelt werden.

So wirkt sich die Nullzinsphase auf das Verhalten von Sparern aus

Solange der EZB-Leitzins bei 0,00 Prozent liegt, bedeutet das für Sparer, dass sie auf ihr angelegtes Vermögen kaum Zinsen bekommen. Für manche Experten birgt außerdem der auferlegte Strafzins auf Einlagen von minus 0,4 Prozent die Gefahr, dass die Mehrkosten, welche die Bank zu tragen hat, an die Kunden weitergegeben werden. Negativzinsen halten Ökonomen für unwahrscheinlich. Insgesamt sind die Renditen von Sparprodukten während einer Nullzinsphase eher gering.

Wie wirkt sich die Nullzinspolitik auf den Aktien-Markt aus? – Alternative Anlagestrategien

Klassische Geldanlagen wie beispielsweise das Sparbuch oder das Tagesgeldkonto werfen kaum mehr hohe Renditen ab. Aus diesem Grund gibt es immer mehr Verbraucher, die in alternative Anlageformen investieren, so zum Beispiel in Aktien. Die Folge ist ein Boom am Aktien-Markt. Insgesamt gibt es verschiedene alternative Anlagestrategien, auf die Sie während einer Nullzinsphase ausweichen können:

  • Investition in ETFs (Exchange Traded Funds): Diese Fonds bilden Indizes wie den Dax, den Euro-Stoxx oder den MSCI World ab.
  • Fondssparplan: Beim Fondssparen haben Sie die Möglichkeit, in Investmentfonds zu investieren. Wenn Sie die Option eines Sparplans wählen, zahlen Sie regelmäßig eine beliebige Summe in diesen ein und bauen sukzessive Vermögen auf. Mehr zum Fondssparen lesen Sie in unserem Blog-Artikel „Die wichtigsten Fragen rund um das Fondssparen“.
  • Edelmetalle kaufen: Eine weitere Anlagestrategie besteht darin, in Edelmetalle zu investieren. Dazu gehört der Kauf von Gold, Silber, Platin und Palladium. Hier empfiehlt es sich Edelmetalle zu kaufen, wenn die Preise gerade günstig sind und diese zu hohen Kurswerten wieder zu verkaufen – so erzielen Sie den größtmöglichen Gewinn.
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Welche Anlagestrategien ergeben sich bei einer Nullzinsphase?*

Die Folgen der Nullzinsphase auf einen Blick

Die aktuelle Politik der EZB verfolgt das Ziel, die deutschen und europäischen Märkte liquide zu machen, indem diese mit billigem Geld versorgt werden. Das hat für Sparer und Kreditnehmer unterschiedliche Auswirkungen:

  • Die Renditen von Geldanlagen für Sparer (Sparbuch & Tagesgeldkonto) fallen gering aus.
  • Kreditnehmer haben die Möglichkeit, an Kredite zu besonders günstigen Konditionen zu kommen.
  • Anleger von Aktien profitieren von der Nullzinspolitik der EZB weil die Nachfrage an der Börse und mit ihr die Kurse steigen.

 

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