Neuer Trend: Dienstfahrrad statt Dienstwagen

Warum Ihnen Ihr Arbeitgeber auch ein Dienstfahrrad zur Verfügung stellen kann und was Sie steuerlich dabei beachten sollten

 Dienstfahrrad statt Dienstwagen /Bild: iStock

Dienstfahrrad statt Dienstwagen /Bild: iStock

Die Staus in den Städten werden immer länger, die Parkplätze immer begehrter und immer teurer. Gleichzeitig wird immer mehr fürs Fahrrad getan: Bessere Radwege sorgen für mehr Sicherheit und schnelleres Vorankommen. In vielen Regionen entstehen sogar Expressradwege, die den Umstieg aufs Fahrrad auch für mehr und mehr Pendler interessant machen. Kein Wunder also, dass es schon einen neuen Trend gibt:

Dienstfahrrad statt Dienstwagen. Immer mehr Arbeitgeber stellen ihren Mitarbeitern ein Rad zur Verfügung, das sie auch privat nutzen können. Im Idealfall profitieren alle davon:

  • Der Mitarbeiter freut sich über ein gutes Rad und schont bei seinen Wegen zur Arbeit, aber auch bei seinen dienstlichen und privaten Fahrten häufiger die Umwelt – und ganz nebenbei tut er auch noch etwas für seine Fitness und Gesundheit, wenn er häufiger den Wagen stehen lässt und in die Pedalen tritt.
  • Der Arbeitgeber freut sich über einen motivierten Mitarbeiter, der etwas für seine Fitness tut.

Das Finanzamt redet ein Wörtchen mit

Doch wie immer, wenn es um Leistungen des Arbeitgebers geht, redet auch beim Dienstfahrrad das Finanzamt ein Wörtchen mit. Das heißt: Für den Vorteil, der Ihnen durch das Dienstfahrrad entsteht, müssen Sie als Arbeitnehmer Steuern zahlen.

Wie das funktioniert, haben die Finanzbehörden sogar bereits vor einigen Jahren in einem Erlass geregelt (koordinierter Ländererlass, Finanzministerium Baden-Württemberg vom 23.11.2012, Az. 3 – S-233.4/187). Wie beim Auto wird auch beim Dienstfahrrad die 1-%-Regelung angewandt, um den Vorteil zu versteuren. Das geht so: 1 % des Fahrradpreises wird pro Monat so versteuert, als hätten Sie den Betrag als Lohn bekommen. Grundlage dabei ist die unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers für das Fahrrad – abgerundet auf einen vollen 100-€-Betrag.

Beispiel: Ihr Arbeitgeber stellt Ihnen ein Dienstfahrrad zur Verfügung, das laut unverbindlicher Preisempfehlung des Herstellers 1.000 € kostet. 1 % davon sind 10 €, für die Sie zusätzlich Steuern zahlen. Das sind also 1,40 bis 4,50 € monatliche Belastung – also nicht allzu viel.

Und was ist mit E-Bikes?

E-Bikes kommen mehr und mehr in Mode, weil sie viele Vorteile eines Fahrrads bieten. Mit Unterstützung des Elektromotors ist es aber möglich, ohne schweißtreibende Anstrengung zur Arbeit zu kommen. Bei E-Bikes erfolgt die Besteuerung genauso wie beim normalen Fahrrad.

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