Neue Zahlen zur Rente: Je jünger Sie sind, desto mehr sollten Sie jetzt für Ihre Altersvorsorge tun!

Informieren Sie sich rechtzeitig, damit am Ende mehr in der Tasche bleibt. / Bild: Syda Productions/Shutterstock

Wer sich für die eigene Altersvorsorge und die Sicherheit der Rente interessiert, sollte einmal einen Blick auf den aktuellen Bundeshaushalt werfen. Denn wie der Staat seine Steuereinnahmen ausgibt und verteilt, hat mehr mit der eigenen Zukunft zu tun, als viele denken. Schauen Sie sich dazu einmal den größten Posten im Bundeshaushalt an:

Jetzt schon mehr als 100 Milliarden Zuschuss für die Rentenversicherung

Am größten sind traditionell die Ausgaben für „Arbeit und Soziales“ – so auch im aktuellen Bundeshaushalt 2020, der jetzt im Herbst von Bundestag und Bundesrat beschlossen werden soll1:

  • Von den insgesamt 359,9 Milliarden € im Bundeshaushalt sind 41,3 % für diesen einen Posten verplant.
  • Das sind rund 148,6 Milliarden €.
  • Und davon wiederum geht der Löwenanteil als Zuschuss an die Rentenversicherung: 101,8 Milliarden €.

„Die Leistungen an die Rentenversicherung überschreiten im Jahr 2020 erstmals die 100-Milliarden-€-Marke und stellen insgesamt den größten Ausgabenbereich im Bundeshaushalt dar“, so das Bundesfinanzministerium2.

Im Klartext: Schon heute gibt der Staat knapp 30 % seines gesamten Geldes dafür aus, nur damit die versprochenen Renten sicher ausgezahlt werden können. Die Beiträge zur Rentenversicherung, die Arbeitnehmer zahlen, reichen dafür nicht. Ohne den 100-Milliarden-€-Zuschuss ginge nicht viel.

Dabei dürfte mit den 100 Milliarden noch lange nicht das Ende der Fahnenstange erreicht sein. Denn jeder weiß: Die geburtenstarken Jahrgänge rund um das Geburtsjahr 1964 beginnen erst in den kommenden Jahren, das Rentenalter zu erreichen.

„Sprengen die Sozialausgaben den Bundeshaushalt?“, fragte kürzlich schon der Berliner „Tagesspiegel“ in einer Überschrift3. Die Sorge: Wenn die Steuereinnahmen nicht mehr so sprudeln wie in den vergangenen Jahren: Gibt es dann noch so viel Zuschuss zur Rente? Müssen sich die Rentner von morgen darauf einstellen, mit viel weniger Geld auszukommen als geplant?

Tipp: Je jünger, desto wichtiger die zusätzliche Altersvorsorge

Fest steht jetzt schon: Je jünger die heutigen Arbeitstätigen, umso größer wird die Rentenlücke und damit der Bedarf, selbst mehr für die Altersvorsorge zu tun.

Das zeigt eine Studie der Prognos AG im Auftrag des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft aus diesem Jahr4. Die Forscher haben sich dazu gefragt: Wie viel muss ein gesetzlich Versicherter selbst ansparen, um als Rente 55 % des vorherigen Bruttoeinkommens zu haben. Ergebnisse

  • Wer 1960 geboren wurde, muss 47.000 € fürs Alter zurücklegen.
  • Wer 1975 geboren wurde, muss schon 137.000 € ansparen.
  • Wer 1990 geboren wurde, muss 259.000 € sparen.

Das heißt für den Alltag und Ihre persönliche Finanzplanung:

Wer heute etwa 30 ist, muss nach dem jetzigen Stand der Dinge im Schnitt rund 3,9 % seines gesamten Bruttoeinkommens für die private Altersvorsorge aufwenden, wenn er im Alter noch so gut leben will, wie Rentner es zurzeit gewohnt sind.

Das kann nur bedeuten: Sorgen Sie rechtzeitig für Ihre Rente!

Nehmen Sie die aktuellen Zahlen und Warnungen zum Anlass, ab sofort mit Ihrer Altersvorsorge ernst zu machen. Damit Ihr Vorhaben von Erfolg gekrönt ist, sollten Sie auf jeden Fall einige Tipps befolgen, die sich beim Start in die private Altersvorsorge bewährt haben.

Tipp 1: Kalkulieren Sie den Betrag richtig, mit dem Sie Ihre Rente aufbessern

Wenn Sie monatlich etwas zurücklegen oder ansparen wollen: Starten Sie zunächst mit realistischen und überschaubaren Summen.

Häufiger Fehler beim Start: In der ersten Begeisterung nehmen sich viele vor, einen großen Betrag jeden Monat zu sparen oder anzulegen. Schon bei der ersten unerwarteten Ausgabe funktioniert das dann nicht mehr – und schon ist der schöne Sparvorsatz wieder dahin.

Beginnen Sie deshalb mit einer detaillierten Übersicht Ihrer Einnahmen und Ausgaben, um eine Summe zu ermitteln, die Sie problemlos jeden Monat sparen können. Starten Sie dann im Zweifel mit einer etwas niedrigeren Summe. Wenn das mühelos funktioniert, können Sie Ihren Sparbetrag immer noch erhöhen.

Tipp 2: Suchen Sie die Vorsorge, die zu Ihnen passt

Wenn Sie mit der Altersvorsorge und dem Vermögensaufbau beginnen, stehen Sie umgehend vor der Frage, wie Sie Ihr Geld am besten anlegen sollten. Grundsätzlich gibt es hier neben der gesetzlichen Rente zwei weitere Standbeine:

  • Geförderte Vorsorgeverträge – das sind vor allem die Riester-Rente und betriebliche Altersvorsorge. Hier bietet der Staat durch Zulagen und Steuervergünstigungen Vorteile, die Sie ausschöpfen sollten.
  • Vorsorgemöglichkeiten ohne Förderung: Das sind alle Möglichkeiten der Vorsorge und Vermögensbildung, die nicht vom Staat gefördert werden und die Sie von Ihrem Nettogehalt zahlen. Das sind zum Beispiel fondsgebundene private Lebensversicherungen, aber auch Investitionen in Aktien oder in Aktien-Indexfonds (ETF). Die einfachste Möglichkeit ist hier ein Sparplan, bei dem monatlich ein fester Betrag ab 50 € in einen ETF investiert wird.

1https://www.bundesregierung.de/breg-de/aktuelles/bundeshaushalt-2020-beschlossen-1640494

2https://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Gesetzestexte/Gesetze_Gesetzesvorhaben/Abteilungen/Abteilung_II/19_Legislaturperiode/2019-06-26-Haushaltsgesetz-2020/2-Regierungsentwurf.pdf?__blob=publicationFile&v=2

3https://www.tagesspiegel.de/politik/der-verteilungsstreit-beginnt-sprengen-die-sozialausgaben-den-bundeshaushalt/24126256.html

4https://www.prognos.com/publikationen/alle-publikationen/912/show/c213729e7f11c05e7843a0d520cf2083/

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