Neue Gesetze 2018

Neue Gesetze in 2018 – informieren Sie sich jetzt!*

Das ändert sich für Verbraucher

Immer wieder gibt es neue Gesetze, die sich auf das Privat- oder Arbeitsleben von Verbrauchern oder Unternehmen auswirken. Das ist auch zum Jahreswechsel 2018 der Fall. Von der Betriebsrente über Kindergeld- und Unterhaltszahlungen bis hin zum Mutterschutz wird sich zu Beginn sowie im Verlauf des Jahres 2018 einiges ändern. Wir haben die wichtigsten Gesetzesänderungen für Sie zusammengetragen.

Betriebliche Rentenversicherung wird gestärkt

Weil der Anteil der älteren Bevölkerung immer weiter wächst und damit das Rentenniveau sinkt, will die Politik zusätzliche Regelungen schaffen, um der Altersarmut vorzubeugen. Unterstützt werden sollen vor allem Geringverdiener, um im Rentenalter über ausreichend finanzielle Mittel verfügen zu können. Konkret soll das mithilfe einer steuerlichen Förderung erfolgen: Arbeitgeber erhalten Zuschüsse von 30 Prozent, wenn sie Arbeitnehmern eine Betriebsrente zahlen, die weniger als 2.200 € verdienen. Davon profitieren die Angestellten, die von den Betrieben zwischen 240 und 480 Euro im Jahr für ihre spätere Rente bekommen. Das Betriebsrentenstärkungsgesetz bringt außerdem die Möglichkeit mit sich, Steuern zu sparen. In Zukunft können Arbeitnehmer acht Prozent der Beitragsbemessungsgrenze in die betriebliche Rentenversicherung einbezahlen. Ein weiteres Plus für Riester-Sparer: Sie erhalten mit den neuen Gesetzen 2018 statt 154 Euro jetzt 175 Euro Grundzulage. Personen, die eine sehr geringe Rente erhalten, haben außerdem die Option, eine staatliche Grundsicherung zu beantragen und damit die Einkünfte auf Sozialhilfeniveau aufzustocken.

Neue Regelungen zum Mutterschutz

Die Änderungen des Mutterschutzgesetzes sind teilweise bereits 2017 in Kraft getreten. Im Jahr 2018 kommt es zu weiteren Neuerungen:

  • Schutzfrist für Schülerinnen, Studentinnen und Auszubildende: Für werdende Mütter gibt es eine Schutzfrist sechs Wochen vor und acht Wochen nach der Geburt. Eine solche gilt jetzt ebenso für Schülerinnen, Studentinnen und Auszubildende, die sich während dieser Frist von Pflichtveranstaltungen im Rahmen ihrer Ausbildung befreien lassen können.
  • Gefährdungsbeurteilung: Der Arbeitsschutz soll grundsätzlich verbessert werden. Deshalb sollen alle Arbeitgeber eine Gefährdungsbeurteilung durchführen, unabhängig davon, ob aktuell schwangere Frauen in ihrem Betrieb berufstätig sind. Besonderes Augenmerk soll auf spezielle Schutzbedürfnisse für schwangere sowie stillende Frauen am Arbeitsplatz gelegt werden. Eine neue Vorschrift sieht mit der Gesetzesänderung ebenso vor, dass es eine Gefährdungsbeurteilung für alle schwangeren Mitarbeiterinnen gibt. Eine solche gab es vor dem neuen Gesetz bis 2018 nur bei der Arbeit mit gefährlichen chemischen, biologischen oder physikalischen Stoffen. Bis zu der Gefährdungsbeurteilung sind Schwangere von der Arbeit frei gestellt.
  • Beschäftigungsverbot: Ein Beschäftigungsverbot gab es bisher nur für schwangere Frauen, die am Fließband oder in der Akkordarbeit tätig waren. Das neue Gesetz schreibt ab 2018 ein Verbot grundsätzlich für alle Schwangeren vor, deren Arbeit so geartet ist, dass sie diese innerhalb eines vorgegebenen Zeittempos leisten müssen.
  • Kündigungsschutz: Frauen die nach der 12. Schwangerschaftswoche eine Fehlgeburt erleiden, erhalten künftig einen Kündigungsschutz.
  • Verlängerung der Frist: Mütter eines behinderten Kindes erhalten eine Mutterschutzfrist von 12 Wochen, anstelle der gewöhnlichen 8 Wochen.

Erhöhungen der Kindergeld-Zahlungen

Eine weitere Gesetzesänderung bewirkt eine Erhöhung des Kindergeldes von zwei Euro pro Kind. Daraus ergeben sich folgende Kindergeld-Zahlungen:

  • Für die ersten beiden Kinder: Je 194 Euro pro Monat
  • Für das dritte Kind: 200 Euro
  • Für jedes weitere Kind: 225 Euro

Neben dem Kindergeld steigen außerdem der Grundfreibetrag sowie der Kinderfreibetrag:

  • Der Grundfreibetrag wird um 180 Euro angehoben und beläuft sich mit dem neuen Gesetz 2018 auf insgesamt 9.000 Euro.
  • Der Kinderfreibetrag wurde um 72 Euro erhöht und liegt 2018 bei 4.788 Euro.

Auch 2018 bringen neue Gesetze einige Veränderungen für Verbraucher mit sich.*

Höhere Unterhaltszahlungen

Mit einem neuen Gesetz steigen ab 1. Januar 2018 außerdem die Zahlungen, die unterhaltspflichte Väter und Mütter leisten müssen wie folgt:

Bis zum 6. Lebensjahr der Kinder
Unterhaltspflichtige Zahlungen pro Monat: 348 Euro + 6 Euro Zunahme

Kinder zwischen 7 und 12 Jahren
Unterhaltspflichtige Zahlungen pro Monat: 399 Euro + 6 Euro Zunahme

Ab dem 13. Lebensjahr der Kinder
Unterhaltspflichtige Zahlungen pro Monat: 467 Euro + 7 Euro Zunahme

Volljährige Kinder
Unterhaltspflichtige Zahlungen pro Monat: 527 Euro (Bleibt unverändert)

Änderung der Abgabefrist für die Steuererklärung

Für Steuerzahler, die zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet sind, gelten mit den neuen Gesetzen 2018 geänderte Abgabefristen. Künftig muss die Steuererklärung erst bis zum 31. Juli des Folgejahres (nicht wie bisher zum 31. Mai) beim Finanzamt eingereicht werden. Alle, die zur Abgabe der Steuererklärung nicht verpflichtet sind, das aber freiwillig tun, haben dazu vier Jahre Zeit. Die Erledigung der Steuererklärung wurde außerdem vereinfacht: Nach der Gesetzesänderung ist es nicht mehr notwendig, sämtliche Belege beim Finanzamt einzureichen. Es genügt jetzt, diese aufzubewahren, um sie auf Anfrage vorzeigen zu können.

Erhöhte Sozialhilfe-Beiträge

Ein neues Gesetz sorgt 2018 außerdem dafür, dass der Sozialhilfe- und Hartz VI-Regelsatz zum 1. Januar steigt:

Alleinstehende
Beiträge pro Monat: 416 Euro + 7 Euro Zunahme

Erwachsene mit Beeinträchtigung, die in einer stationären Einrichtung leben
Beiträge pro Monat: 374 Euro + 6 Euro Zunahme

Nicht erwerbstätige Erwachsene unter 25 Jahren, wohnhaft bei den Eltern
Beiträge pro Monat: 332 Euro + 5 Euro Zunahme

14- bis 18-Jährige
Beiträge pro Monat: 316 Euro + 5 Euro Zunahme

6- bis 14-Jährige
Beiträge pro Monat: 296 Euro + 5 Euro Zunahme

Kinder bis 6 Jahre
Beiträge pro Monat: 240 Euro + 3 Euro Zunahme

Neues Gesetz 2018 zur Lohngeldtransparenz

Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer haben künftig einen Anspruch auf Auskunft über die Bezahlung anderer Mitarbeiter in gleichartiger Tätigkeit. Das gilt für Unternehmen ab 200 Angestellte. Ziel dieser Regelung ist es, mehr Transparenz hinsichtlich der Lohnunterschiede zwischen Männern und Frauen zu schaffen.

Senkung der Zusatzbeiträge zur Krankenversicherung

Ein neues Gesetz führt 2018 dazu, dass die Zusatzbeiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung ab Januar von bisher 1,1 Prozent auf 1,0 Prozent reduziert werden. Für die Zusatzbeiträge kommen die Versicherten komplett selbst auf. Unterschiedliche Krankenkassen haben allerdings die Option, von diesem Beitrag sowohl nach oben als auch nach unten abzuweichen.

 

*Bild 1: fizkes/Shutterstock
*Bild 2: PhuShutter/Shutterstock

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