Mehr Zeit für die Steuererklärung

Oder können Sie doch noch ein wenig Zeit bei der Steuererklärung herausschinden?

Bis zum 31.5. muss die Steuererklärung beim Finanzamt sein. In diesem Jahr haben Sie zwar zwei Tage mehr Zeit, weil der 31.5. auf einen Samstag fällt. Letzter regulärer Abgabetermin ist ausnahmsweise also Montag, der 2.6.

Wenn auch das zusätzliche Wochenende nicht ausreicht, weil Ihnen etwas Wichtiges dazwischengekommen ist, brauchen Sie nicht zu verzweifeln. Es gibt noch einen letzten Ausweg, um mehr Zeit zu gewinnen und die Steuererklärung später abzugeben.

Das Stichwort lautet: Fristverlängerung. Sie beantragen beim Finanzamt die Einräumung zusätzlicher Zeit. Das wird meist gewährt, wenn Sie einen Grund dafür liefern.

Beispiel: So könnte der Antrag auf Fristverlängerung aussehen

Finanzamt

Musterstadt
Postfach XXXX
XXXXX Musterstadt

Steuernummer: XXX
Fristverlängerung für die Abgabe der Einkommensteuererklärung 2013

Sehr geehrte Damen und Herren,

leider kann ich die Steuererklärung für das Jahr 2013 nicht bis zum 2.6.2014 bei Ihnen einreichen. Ich bitte Sie daher, mir eine Verlängerung der Abgabefrist bis zum 31.12.2014 einzuräumen.

Der Grund dafür ist eine langwierige Erkrankung, die einen Krankenhausaufenthalt nötig gemacht hat.

Sollte ich von Ihnen keine anders lautende Nachricht erhalten, gehe ich davon aus, dass Sie meinen Antrag auf Fristverlängerung genehmigen.

Mit freundlichen Grüßen

Beachten Sie zu Ihrem Antrag auf Fristverlängerung Folgendes

Nennen Sie auf jeden Fall einen guten Grund, warum Sie den Termin nicht einhalten können. Diesen Grund sollten Sie auf Nachfrage des Finanzamts auch nachweisen können. Neben Krankheit kann es sich auch um eine außergewöhnliche Arbeitsbelastung, einen Umzug oder Ähnliches handeln.

Als Termin für die Fristverlängerung kommt der 31.12. infrage. Längere Fristen werden nur ausnahmsweise eingeräumt.

Verwenden Sie wie im Muster die Floskel, dass die Fristverlängerung gewährt wird, wenn nichts Gegenteiliges vom Finanzamt kommt. So erleichtern Sie dem Sachbearbeiter im Finanzamt die Arbeit.

Nur wenn Sie zur Abgabe verpflichtet sind

Die Fristverlängerung kann ein Rettungsanker sein, wenn Sie zur rechtzeitigen Abgabe der Steuererklärung verpflichtet sind. Sie müssen Ihre Steuererklärung abgeben, wenn…

  • Sie für Kapitalerträge aus dem Jahr 2013 noch Abgeltung- oder Kirchensteuer zahlen müssen.
  • Sie als Ehe- oder Lebenspartner Lohn oder Pension nach Steuerklasse V, IV plus Faktor oder VI hatten und den Betrag 10.500 Euro übersteigt (19.700 Euro Lebens-/Ehepartner).
  • Ihr Ehe- oder Lebenspartner die Einzelveranlagung beantragt hat.
  • Ihr Chef beim Gehalt einen Freibetrag berücksichtigt hat, etwa für Ihre Jobkosten, aber nur bei Lohn über 10.500 Euro (19.700 Euro Ehe-/Lebenspartner). Pauschalbeträge für Kinder, Hinterbliebene und Behinderte zählen nicht.
  • Sie 2013 eine Abfindung bekommen haben, die Ihr Chef nach der Fünftelregel versteuert hat.
  • Sie 2013 Lohnersatz wie Eltern-, Kranken-, Arbeitslosengeld oder Nebeneinkünfte aus Renten, Mieten oder selbstständiger Arbeit von mehr als 410 Euro im Jahr erhalten haben.
  • Sie 2012 einen Verlust hatten.
  • Sie 2013 mehr als 8.130 Euro (Ehe-/Lebenspartner 16.260 Euro) Einkünfte ohne Steuerkarte hatten, etwa aus Selbstständigkeit, Miete, Rente.

Bei freiwilliger Abgabe können Sie entspannt bleiben

Trifft nichts davon auf Sie zu, sind Sie als Angestellter nicht dazu verpflichtet, eine Steuererklärung abzugeben. Allerdings können Sie das freiwillig tun – was sinnvoll ist, wenn Sie beispielsweise hohe Werbungskosten hatten, die den Arbeitnehmerpauschbetrag von 1.000 Euro pro Jahr übersteigen. Dann können Sie sich mit der Steuererklärung oft interessante Erstattungen vom Finanzamt sichern. Und beim Termin können Sie ganz entspannt bleiben: Die „Antragsveranlagung“ – so heißt die freiwillige Steuererklärung bei Arbeitnehmern im Beamtendeutsch – für das Jahr 2013 können Sie noch bis Ende 2017 einreichen.

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