Kosten für Tiersitter oder Notruf: Finanzamt zahlt mit

Steuern sparen mit haushaltsnahen Leistungen – neue Regeln vom Bundesfinanzministerium

Haushaltsnahe Leistungen / Bild: iStock

Haushaltsnahe Leistungen / Bild: iStock

Haben auch Sie Spaß daran, im neuen Jahr etwas zu verändern? Schauen Sie sich in den eigenen vier Wänden um: Wollen Sie noch etwas verschönern? Die Wände streichen? Etwas reparieren lassen? Solche haushaltsnahen Handwerker- und Dienstleistungen können Sie vom Finanzamt mitfinanzieren lassen. Bis zu 5.200 € Ersparnis in Ihrer Steuererklärung sind drin!

Darum geht es bei den haushaltsnahen Leistungen:

Der Staat fördert Arbeiten in Ihrer Wohnung, Ihrem Haus oder Ihrem Garten steuerlich. Und das nicht zu knapp: Für die typischen haushaltsnahen Dienstleistungen (wie Reinigungsarbeiten, Kinderbetreuung, Pflege etc.) können Sie pro Jahr bis 4.000 € abziehen und für die haushaltsnahen Handwerkerleistungen zusätzlich bis zu 1.200 €. Steuerlich geltend machen können Sie 20 % des Arbeitslohns, nicht aber die Materialkosten. Dieser Anteil wird direkt von der Steuer abgezogen.

Ein Beispiel zeigt, wie das bei Ihrer Steuer funktioniert:

Ihr Arbeitgeber behält von Ihrem Lohn in 2017 zum Beispiel insgesamt 5.000 € an Lohnsteuer ein. In 2017 beauftragen Sie einen Handwerker, Ihre Wohnung zu renovieren. Das kostet 2.000 € – 500 € davon für Farbe, 1.500 € Arbeitskosten. Von diesen 1.500 € können Sie 20 % von der Steuer abziehen – also 300 €. Diese 300 € bekommen Sie also nach Abgabe Ihrer Steuererklärung vom Finanzamt erstattet, sodass Sie in 2017 nur 4.700 € statt 5.000 € Einkommensteuer zu zahlen haben.

Das Finanzministerium klärt auf, was alles geht

Die meisten denken bei den haushaltsnahen Aufwendungen nur an typische Arbeiten – wie Reinigung und Renovierung. Doch hier geht mehr, als viele denken. Zum Beispiel auch diese Arbeiten:

  • Reparaturen von Elektro- und Haushaltsgeräten: Wenn Ihre Waschmaschine kaputt ist und der Handwerker zur Reparatur in die Wohnung kommt, können Sie die Rechnung im Rahmen der haushaltsnahen Leistungen berücksichtigen. Achtung! Lassen Sie das gleiche Gerät aber zur Reparatur in die Werkstatt bringen, gibt es den Steuervorteil nicht – weil die Leistung dann nicht im Haushalt erfolgt.
  • Auch einige Posten aus der Nebenkostenabrechnung Ihres Vermieters können Sie zu den haushaltsnahen Dienstleistungen hinzurechnen, beispielsweise die Kosten für den Hausmeister oder die Reinigung des Hausflurs, die auf Sie als Mieter umgelegt werden.
  • Und die gute Nachricht, wenn Sie einen Umzug planen: Die Umzugskosten, die eine Spedition in Rechnung stellt, sind ebenfalls in diesem Rahmen abziehbar.

In einem neuen Schreiben hat das Bundesfinanzministerium jetzt klargestellt, dass noch weitere Arbeiten bei den haushaltsnahen Leistungen anerkannt werden (Schreiben vom 9.11.2016, Az. IV C 8 – S 2296-b/07/10003 :008). Die wichtigsten Punkte:

  • Betreuung von Haustieren: Lassen Sie einen Hund oder eine Katze zu Hause von einem Gassi- oder Tiersitter-Service versorgen, während Sie bei der Arbeit oder im Urlaub sind, können Sie die Kosten bei den haushaltsnahen Leistungen geltend machen.
  • Hausanschlusskosten: Auch Hausanschlusskosten an die Versorgungs- und Entsorgungsnetze können im Rahmen der haushaltsnahen Leistungen begünstigt sein. Voraussetzung ist, dass es sich nicht um Herstellungskosten für das Gebäude handelt.
  • Notrufsystem: Lassen Sie ein Notrufsystem innerhalb der Wohnung installieren, beispielsweise für die Betreuung von älteren Angehörigen, können die Kosten dafür ebenfalls geltend gemacht werden.

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