Können Sie sich Urlaubstage aus 2013 jetzt auszahlen lassen?

Tipps für Ihren Resturlaub

Immer wieder gibt es Ärger um die schönsten Tage im Jahr – gerade zu Beginn des neuen Jahres. Wenn im abgelaufenen Jahr viel zu tun war und der Chef Sie nicht entbehren konnte, sind jetzt noch Urlaubstage aus 2013 übrig, die Sie natürlich nicht verfallen lassen wollen. Können Sie sich die Urlaubstage wenigstens auszahlen lassen, wenn Sie sie schon nicht nehmen konnten?

Leider ist die Sache nicht so einfach: Das Bundesurlaubsgesetz schreibt vor, dass Urlaub genommen werden muss, weil er zur Erholung wichtig ist. Wer arbeitet, braucht zwischendurch Entspannung und Erholung, um seine Arbeitskraft zu erhalten. Deshalb können Sie sich den Urlaub nicht einfach auszahlen lassen.

Tipp: Wenn Sie jetzt noch Urlaubstage aus 2013 übrig haben, sollten Sie also schauen, dass Sie die Tage möglichst bald nehmen und nicht auf einen finanziellen Ausgleich spekulieren. In vielen Unternehmen gibt es die Möglichkeit, den Resturlaub bis zum 31. März des Folgejahres nehmen zu können, bevor er verfällt. Planen Sie also jetzt!

Doch es gibt eine Ausnahme, die Sie kennen sollten:

Wenn Sie Ihre Stelle kündigen und beispielsweise zu einem anderen Arbeitgeber wechseln, passiert es immer wieder, dass Sie Urlaubstage, die Ihnen noch zustehen, nicht mehr nehmen können. In diesem Fall können Sie sich den Urlaub auszahlen lassen. Und die Konditionen sind günstig für Sie als Arbeitnehmer:

  • Der finanzielle Ausgleich ist auf jeden Fall möglich – unabhängig davon, ob Sie selbst gekündigt haben oder Ihnen vom Arbeitgeber gekündigt wurde.
  • Sogar für den Fall, dass die Kündigung fristlos ausgesprochen wurde oder das Arbeitsverhältnis kurzfristig mit einem Aufhebungsvertrag beendet wurde, steht Ihnen der finanzielle Ausgleich für die angesammelten Urlaubstage zu.

Immer wieder kommt es vor, dass der Arbeitgeber den Mitarbeiter nach einer Kündigung sofort freistellt. Dann taucht natürlich sofort die Frage auf: Werden diese Freistellungstage als Urlaubstage gerechnet?

Hier hilft ein Blick in den Arbeits- bzw. Aufhebungsvertrag oder in die Kündigung. Oft wird dort vereinbart, dass Resturlaubsansprüche mit den Freistellungstagen verrechnet werden. Gibt es eine solche Klausel nicht, muss Ihnen der Arbeitgeber den Resturlaub trotz Freistellung auszahlen.

Bleibt die Frage: Wie viel bekommen Sie pro Tag?

Wenn Sie bei Beendigung eines Arbeitsverhältnisses Anspruch auf die Auszahlung haben, können Sie für jeden nicht genommenen Urlaubstag die Summe einfordern, die Sie an einem normalen Arbeitstag verdient hätten. Bei wechselndem Lohn wird der Durchschnittsverdienst der vorangegangenen 13 Wochen zugrunde gelegt. Achtung: Wenn Sie Überstunden gemacht haben, können Sie den dafür erhaltenen Lohn nicht mit einrechnen.

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