Kleine Autos mit großem Durst

Spritsparen mit kleinen Autos

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Aktuelle Studie zeigt: Kleinwagen verbrauchen im Alltag oft deutlich mehr, als die Hersteller angeben

Die Spritpreise sind zwar nicht mehr ganz so hoch wie noch vor einem Jahr, als der Liter Superbenzin im Schnitt in manchen Monaten über 1,50 € lag. Trotzdem: Benzin oder Diesel bleiben einer der großen Ausgabeposten, wenn Sie auf das eigene Auto angewiesen und viel unterwegs sind. Wer deshalb auf einen modernen Kleinwagen umsteigt, dessen Verbrauch laut Werbung schön niedrig ist, erlebt an der Tankstelle häufig eine böse Überraschung, die ins Geld geht.

Viele Kleinwagen verbrauchen deutlich mehr, als die Hersteller angeben. Das haben die französischen Verbraucherschützer von „UFC Que choisir“, Partnerorganisation der deutschen Stiftung Warentest jetzt in einer Studie festgestellt. Erschreckendes Ergebnis: Bis zu 29 % mehr als angegeben verbrauchen die Kleinwagen unter reellen Bedingungen im Alltag! Auch viele Kompaktwagen in der Golf-Klasse schlucken rund 20 % mehr, als in den Prospekten versprochen.
Grund für die starken Abweichungen und die allzu optimistischen Angaben: Die Hersteller geben die Verbrauchsdaten unter optimalen Bedingungen an: Licht, Lüftung oder andere Energiefresser bleiben unberücksichtigt.

Ab 2017 wird es strengere Richtlinien geben, die Hersteller zu realistischeren Verbrauchsangaben verpflichten. Die sind laut „Test“ aber „immer noch nicht so streng, dass ein realistisches Fahrverhalten abgebildet wird“.

Das heißt für Sie: Verlassen Sie sich nicht auf die Herstellerangaben, wenn Sie ein Auto suchen, das im Verbrauch möglichst günstig ist. Die Tests in unabhängigen Autozeitschriften liefern hier oft realistischere Werte. Und vor allem:

Sie selbst können bis zu 20 % an Sprit einsparen, wenn Sie ein paar einfache Regeln wie diese befolgen:

  • Regelmäßige Wartung: Gehen Sie regelmäßig zur Inspektion und Wartung, um den Motor richtig einstellen zu lassen.
  • Prüfen Sie den Reifendruck: Pralle Reifen reduzieren den Rollwiderstand und damit den Verbrauch.
  • Unnötigen Ballast beseitigen: Räumen Sie regelmäßig Kofferraum und Rücksitze auf. Nehmen Sie alles heraus, was nicht unbedingt nötig ist. Denn zusätzliches Gewicht erhöht den Verbrauch.
  • Schalten Sie Energie- und Stromfresser wie etwa Klimaanlage oder Sitzheizung, die den Verbrauch in die Höhe treiben, möglichst häufig ab.
  • Fuß vom Gas: Klar ist, dass Sie bei niedrigen Geschwindigkeiten spürbar wenig verbrauchen. Aber schon beim Starten können Sie Sprit sparen. Treten Sie nicht aufs Gaspedal, wenn Sie den Zündschlüssel drehen!
  • Häufiger abschalten: Verfügt Ihr Auto noch nicht über eine automatische Abschaltung beim Stillstand, stellen Sie den Motor selbst an der Ampel ab. Das spart in der Regel schon ab 10 Sekunden Stillstand Sprit ein.

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