Kita-Streik: Wer zahlt die Zeche?

Wie Sie doppelte Zahlungen für Kita und Notbetreuung vermeiden, wenn Sie vom Streik der Erzieher betroffen sind

Wer Großeltern hat, die Zeit haben und sich gern um die Kinder kümmern, kann sich in diesen Tagen glücklich schätzen. Junge Eltern, bei denen Oma und Opa nicht einspringen können, haben jetzt beim Kita-Streik schnell doppelten Ärger:

  • Sie müssen sich um eine Alternative für die Betreuung der Kleinen suchen oder selbst Urlaub nehmen.
  • Und wenn Kosten für den Kita-Ersatz entstehen, zahlen sie möglicherweise zu dem Ärger auch noch doppelt.

Was betroffene Eltern auf keinen Fall tun dürfen

Wer als Berufstätiger sein Kind wegen des Streiks zu Hause beaufsichtigen muss, weil die Großeltern nicht einspringen können und auch sonst keine Betreuungsmöglichkeit vorhanden ist, kann nicht einfach zu Hause bleiben. Der Streik war vorher rechtzeitig angekündigt. Das heißt: Die Eltern müssen sich um Alternativen kümmern und können sich nicht einfach bei der Arbeit abmelden, wie es bei Krankheit eines Kindes möglich ist. Das heißt: Wer einfach der Arbeit fernbleibt, riskiert Ärger mit dem Arbeitgeber bis hin zur Kündigung.

Alternative: Urlaub nehmen, falls das Kind nirgendwo untergebracht werden kann. Dann gehen allerdings wertvolle Urlaubstage ungeplant verloren – aber auch das nur, wenn der Arbeitgeber mitspielt und den Urlaub kurzfristig gewährt.

Sind die Urlaubstage schon komplett verplant oder gewährt der Arbeitgeber aus dringenden betrieblichen Gründen keine freien Tage, kann möglicherweise ein bezahlter Babysitter helfen. Die schlechte Nachricht dann: Die Kosten dafür müssen die Eltern selbst tragen.

Können Sie eine dieser Alternativen nutzen?

  • Viele Arbeitgeber zeigen beim Streik ein Herz für Eltern und ermöglichen – wenn es die Stelle erlaubt – Home-Office-Tage, also Arbeit von zu Hause. Sprechen Sie Ihren Arbeitgeber auf diese Möglichkeit an.
  • Oder besteht die Möglichkeit, das Kind ausnahmsweise mit zur Arbeit zu nehmen?
  • Organisieren Sie mit anderen Betroffenen eine Notbetreuung, bei der sich die Eltern abwechseln und so Urlaubstage sparen können.

Der schlimmste Fall

In vielen Fällen zahlen betroffene Eltern dann sogar doppelt, wenn sie keine Lösung finden: Zu den Kosten für die Notfall-Ersatzbetreuung kommen möglicherweise noch die regulären Kita-Kosten. Die Träger müssen trotz Streiks nicht auf die Gebühren verzichten. Der Arbeitsausstand gilt als höhere Gewalt, die der Träger nicht verschuldet. Rechtsexperten empfehlen Eltern deshalb:

Zahlen Sie trotz Streiks wie gewohnt die Gebühren und die Verpflegungskosten an den Träger. Fordern Sie nach Ende des Streiks jedoch schriftlich die Kosten für die ausgefallenen Tage zurück. Zur Rückzahlung sind die Träger zwar nicht verpflichtet, aber einige Städte haben bereits angekündigt, dass sie zumindest die Verpflegungskosten oder sogar die kompletten Gebühren zurückerstatten werden.

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