Kinder, Internet und ein effektiver Schutz

Eine Studie zu Kindheit, Internet und Medien (KIM-Studie) hat herausgefunden, dass 97 Prozent der 6- bis 12-jährigen Kinder zu Hause Zugriff auf das Internet hat.

Kinder, Internet und ein effektiver Schutz / Bild: Rawpixel.com/Shutterstock

Kinder, Internet und ein effektiver Schutz / Bild: Rawpixel.com/Shutterstock

Damit einhergehen Spaß, Förderung der Kommunikation über Chats und Messenger, das Erlernen medien-technischer Fähigkeiten sowie das Aneignen unterschiedlicher Lerninhalte. Nicht von der Hand zu weisen, sind jedoch die Gefahren, welche die Nutzung des Internets birgt.

 

Mit Gewaltfilmen, Pornografie oder Cybermobbing sind nur ein paar wenige aufgezählt, die es durchaus notwendig machen, den Kindern einen angemessenen Umgang mit dem Medium Internet beizubringen.

Maßnahmen und Regeln zur sicheren Internet-Nutzung

Eine nützliche Medienkompetenz des Kindes setzt eine vernünftige Medienerziehung der Eltern voraus. Eine solche beinhaltet verschiedene Maßnahmen und Regeln, die Kindern einen sicheren Umgang mit dem Internet ermöglichen.

Mit den Kindern gemeinsam surfen

Vor allem Kinder, die noch nicht lesen und schreiben können, können Inhalte des Internets nicht korrekt einordnen und mögliche Konsequenzen aus ihrem Verhalten im Netz nicht richtig einschätzen. Insbesondere in diesem Fall sollten Eltern das Surfen ihrer Kinder aktiv begleiten. Dafür lohnt es sich, selbst zu surfen, um dem Kind interessante und wissenswerte Internetseiten vorstellen zu können. Zeigen Sie, welche Websites es besuchen darf und welche davon aus welchen Gründen ungeeignet sind. Suchen Sie diese gezielt interessen- und altersabhängig aus. Mit einer Whitelist filtern Sie unerwünschte Websites: Sie legen fest, welche Seiten zugänglich sein sollen, alle anderen bleiben gesperrt. Wenn Ihr Kind älter ist, die Kulturtechniken beherrscht und im Umgang mit dem Internet sicher geworden ist, können Sie es für einen festgelegten Zeitrahmen selbstständig surfen lassen. Allerdings sollten Sie in Reichweite bleiben, um bei Nachfragen Hilfestellung geben zu können.
Tipp: Im Netz können Kinder einen sogenannten Surfschein machen, bei dem sie alle wichtigen Infos und Wissenswertes rund um das Thema Internet vermittelt bekommen.

Zeitlimits setzen

Sie sollten gemeinsam mit Ihrem Kind Zeitlimits festlegen. Diese beinhalten nicht nur das Surfen im Internet, sondern ebenso das Spielen von Computerspielen und die Nutzung anderer Medien, wie zum Beispiel Fernsehen. Experten empfehlen folgende altersabhängige Zeitangaben:

Alter Zeitlimit
4 bis 6 Jahre Maximal 30 Minuten am Tag
6 bis 9 Jahre Maximal 60 Minuten am Tag
9 bis 12 Jahre Maximal 90 Minuten am Tag
Bei verantwortungsvollem Umgang mit den Zeitlimits ab 10 Jahren Lassen Sie das Kind seine Medienzeit über die Woche verteilt selbst einteilen. Achten Sie aber darauf, dass es insgesamt zehn Stunden nicht überschreitet.

Jugendschutzsoftware installieren

Eine spezielle Software beinhaltet eine Kindersicherung, mit der Sie allgemeine Zeitlimits, Limits für einzelne Programme sowie Filter (alters- oder kategorieabhängig) setzen können. Für ältere Kinder und Jugendliche bietet sich eine Blacklist an: Mit einer solchen definieren Sie problematische Seiten, die Sie durch spezielle Programme gezielt sperren können. Zudem werden damit Websites gefiltert, welche Schlüsselbegriffe beinhalten, die auf altersungerechte Inhalte deuten.

E-Mail-Konto für das Kind einrichten

Um ein E-Mail-Konto einzurichten, sollten Sie Anbieter von speziellen Kinderseiten wählen, weil E-Mail-Zugang, Postfach und Handhabung dort besonders übersichtlich und kindgerecht gestaltet sind. Experten empfehlen die Einrichtung von zwei getrennten E-Mail-Konten:

  • Eine E-Mail-Adresse dient Ihrem Kind, um mit Freunden und Bekannten Kontakt zu halten. Legen Sie ihm nahe, diese Adresse aber tatsächlich nur Vertrauten weiterzugeben.
  • Eine zweite Adresse wird verwendet, um sich in Chats und Communitys (auf Kinderseiten!) anzumelden.

Wichtig: Kontrollieren Sie die Nachrichten regelmäßig gemeinsam mit Ihrem Kind. Erläutern Sie in diesem Zusammenhang unbedingt die Gefahr von Spam-Mails mit unbekanntem Absender und das damit einhergehende Phishing-Risiko. Informieren Sie sich zudem über die Möglichkeiten einer Internet-Versicherung, welche Sie und Ihre Familienmitglieder gegen Online-Kriminalität sowie Betrug und weitere Aktivitäten im Internet rechtlich absichert.

Persönliche Daten schützen

Weisen Sie Ihr Kind darauf hin, dass es keine persönlichen Daten wie Adresse, Post- oder E-Mail-Anschrift, Fotos oder Telefonnummern im Internet weitergeben soll. Weder von sich selbst noch von der Familie oder Freunden.

Keine Speicherung von Passwörtern oder sonstigen Daten

Mit Kindern gemeinsam surfen / Bild: Monkey Business Images/Shutterstock

Mit Kindern gemeinsam surfen / Bild: Monkey Business Images/Shutterstock

Vereinbaren Sie mit Ihrem Kind, dass es mit Ihnen abspricht, wenn es Dateien herunterladen möchte. Achten Sie außerdem darauf, dass es keine Passwörter speichert oder ihm gar Ihre Kreditkartennummer zugänglich ist, insbesondere wenn es am Familien-PC surft, den Sie selbst auch nutzen. Zunehmend speichern Websites die Kreditkartendaten automatisch. Um auf Nummer sicher zu gehen, aktivieren Sie diesen Vorgang nach jedem Einkauf, meistens ist das unter den Rubriken „Einstellung“ und „Zahlung“ möglich. So verhindern Sie einen ungewollten Einkauf oder sonstigen Vertragsabschluss vonseiten Ihres unwissenden Kindes. Dafür können Sie beispielsweise einen separaten Account für Ihr Kind auf dem Computer einrichten, auf dem die Installation von Programmen nur bedingt möglich ist. Auf der Startseite im Browser können bestimmte, von Eltern ausgewählte Programme gespeichert werden. So treffen Sie bereits eine Vorab-Auswahl, welche das World Wide Web für Ihr Kind und seinen Einstieg in die Medienwelt übersichtlich und sicher machen.

Schreibe einen Kommentar