„Kannst du mir mal Geld leihen?“

Privat Geld verleihen: Was Sie tun sollten, wenn Freunde oder Verwandte einen privaten Kredit von Ihnen wollen

Privat Geld verleihen / Bild: iStock

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Vielleicht haben auch Sie diesen Typ Mensch im Freundeskreis: der nicht mit Geld umgehen kann, der immer zu wenig hat. Oder den Pechvogel, der seinen Job verloren hat oder unerwartet eine große Anschaffung finanzieren muss. Dann kann es passieren, dass der Freund Sie um ein Gespräch unter vier Augen bittet und sich Geld leihen möchte. Wie verhalten Sie sich in diesem Moment richtig?

Was Sie auf jeden Fall nicht tun sollten, wenn Sie privat Geld verleihen

Sagen Sie niemals unüberlegt zu, einen größeren Betrag zu verleihen! Hilfsbereitschaft ist zwar eine angesehene Tugend, aber in finanzieller Hinsicht kann sie bei Freundschaften schnell auch einen großen Schaden anrichten. Dafür gibt es mehrere Gründe:

  • Wenn ein Freund dem anderen Geld leiht, kommt ein Ungleichgewicht in die Beziehung. Der eine wird vom gleichberechtigten Partner zum „mächtigeren“ Geldgeber, der andere zum „abhängigen“ Bittsteller. Eine sehr gute Bindung kann das verkraften – aber allein durch dieses Ungleichgewicht sind schon viele Freundschaften zu Ende gegangen, auch wenn es keinen Streit über den privaten Kredit gegeben hat.
  • Wenn der Freund dann Probleme bekommt, das Geld zurückzuzahlen, ist das Ende der Freundschaft in der Regel besiegelt.

Der wichtigste Tipp deshalb lautet:

Wenn Sie einem Freund, der sich bei Ihnen Geld leihen will, und sich selbst das Beste tun wollen, versuchen Sie zuerst, gemeinsam mit ihm andere Wege zu finden: Ist nicht doch ein Bankkredit möglich? Kann die Ausgabe verschoben oder anders gestemmt werden? Finden Sie hier eine Lösung, belasten Sie Ihre gute Beziehung nicht mit finanziellen Problemen. Das ist langfristig gesehen oft für beide hilfreicher.

Halten Sie sich im Fall der Fälle an diese 3 Regeln

Wenn es keine gute andere Lösung gibt und Sie sich bewusst entschließen, Geld privat zu verleihen, halten Sie sich auf jeden Fall an die folgenden Regeln, um späteren Ärger möglichst zu vermeiden:

  • Verleihen Sie nur so viel, wie Sie verlieren können: Verleihen Sie niemals einen Betrag, der Ihnen im Fall eines Verlusts selbst Probleme bereiten würde.
  • Kalkulieren Sie den Verlust ein! Machen Sie sich klar – auch wenn es sich um einen Freund handelt: Es ist gut möglich, dass die finanziellen Probleme weiterbestehen und eine Rückzahlung deshalb nicht wie geplant funktioniert oder dass etwas anderes Unvorhergesehenes passiert. Wie würden Sie sich fühlen, wenn Sie das Geld deshalb niemals wiedersehen? Halten Sie den Betrag also so niedrig, dass Sie den Verlust verkraften könnten.
  • Machen Sie es offiziell: Halten Sie die Konditionen über die Rückzahlung mit den genauen Raten, Daten und Beträgen in einem schriftlichen Vertrag fest. So kann es nicht zu Missverständnissen oder späteren Auseinandersetzungen kommen.

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