Jetzt flattern die Nebenkostenabrechnungen vom Vermieter ins Haus – Welche Nebenkosten trägt der Mieter?

Ihre Rechte als Mieter und Tipps, mit denen Sie die Nebenkostenabrechnung prüfen und dabei bares Geld sparen können

Nebenkostenabrechnung prüfen

Tipps wie Sie ihre Nebenkostenabrechnung prüfen / Bild: iStock

Jetzt kommt auf viele Mieter wieder eine besonders ungeliebte Ausgabe zu: die Nebenkostennachzahlung.

Viele Vermieter erstellen jetzt die Betriebskostenabrechnungen für 2015, weil nun alle Zahlen aus dem vergangenen Jahr vorliegen. Sind die Kosten höher als mit den monatlichen Nebenkosten vorausgezahlt, droht eine Nachzahlung für den Mieter.

Nach Schätzungen des Deutschen Mieterbundes ist etwa die Hälfte aller Nebenkostenabrechnungen für Mietwohnungen fehlerhaft – und das oft zulasten der Mieter, weil falsch abgerechnet wurde oder weil Kosten auf die Mieter umgelegt werden, die der Vermieter eigentlich allein tragen müsste.

Es lohnt sich also, die Nebenkostenabrechnung zu prüfen. Einige der häufigsten Fehler sind zum Beispiel:

  • Betriebs- und Reparaturkosten: Hier liegt eine besonders häufige Fehlerquelle. Vermieter dürfen nur Betriebskosten umlegen – umlagefähige Betriebskosten sind zum Beispiel Kosten für Wartung und Reinigung, Gartenpflege, Wasserversorgung und Abwasser, Versicherungen sowie Müllbeseitigung. Bei Reparaturen und Verwaltungskosten handelt es sich dagegen um nicht umlagefähige Betriebskosten. Diese muss der Vermieter aus eigener Tasche bezahlen. Tauchen beispielsweise bei einer vermieteten Eigentumswohnung die Kosten für die Hausverwaltung in den Betriebskosten auf, braucht der Mieter diese Kosten nicht zu zahlen.
  • Immer wieder werden auch Reparaturkosten, die nicht auf die Mieter umgelegt werden dürfen, in den Wartungskosten versteckt. Beispiel: Die Reparatur der Heizungsanlage wird als regelmäßige Wartung aufgeführt.
  • Tipp: Bewahren Sie immer die Abrechnungen aus den vergangenen Jahren auf. Vergleichen Sie die Zahlen, bevor Sie die neue Abrechnung bezahlen. So fallen Fehler oder außergewöhnliche Kosten, in denen andere Posten verpackt sind, schneller auf!
  • Taucht ein Posten „Sonstiges“ auf, sollten Sie nachfragen, was sich dahinter verbirgt. Nehmen Sie Ihre Rechte als Mieter wahr! Der Vermieter ist dazu verpflichtet, alle Kosten konkret aufzuzählen. Auf Verlangen muss er Ihnen auch alle Belege zeigen.
  • Nebenkosten bei Leerstand: Wenn bei Ihnen im Haus während des Abrechnungszeitraums eine Wohnung leer stand, sollten Sie sicherheitshalber genau hinschauen. Manch ein Vermieter versucht, die Kosten für den Leerstand auf die übrigen Mieter abzuwälzen. Ein Hinweis darauf könnte sein, wenn die einzelnen Kostenpunkte höher sind als im Vorjahr, in dem es keinen Leerstand gab.

In diesem Jahr ist es besonders wichtig die Nebenkostenabrechnung zu prüfen: Wegen des niedrigen Ölpreises im vergangenen Jahr kann es passieren, dass Mieter zu viel an Heizkosten vorausgezahlt haben. Möglicherweise haben Sie dann ein Guthaben beim Vermieter, das er Ihnen nach Abrechnung erstatten muss. Sie können dann darauf pochen, dass der Vermieter Ihnen eine Abrechnung schickt und die Sache nicht verschleppt: Die Abrechnung muss spätestens ein Jahr nach dem betreffenden Zeitraum beim Mieter sein.

 

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