Jahresendspurt bei der Steuer: 2 wenig bekannte Tipps

Wer seine Ausgaben geschickt plant, kann schöne Vorteile und sogar eine schöne Steuererstattung für sich herausholen. Zwei wenig bekannte Tipps, die Sie vor dem Jahreswechsel planen können, finden Sie hier:


Tipp 1: Haushaltsnahe Leistungen geschickt aufteilen und doppelt Steuern sparen!

Bestimmt kennen Sie die haushaltsnahen Dienst- und Handwerkerleistungen, mit denen Sie Steuern sparen können: Wenn Sie alle Höchstgrenzen ausnutzen, kommen Sie auf den stattlichen Betrag von 5.200 €, den Sie pro Jahr an Steuern erstattet bekommen können:

  • Haushaltsnahe Dienstleistungen und häusliche Pflege- und Betreuungsleistungen, die durch Selbstständige in Ihrem Auftrag oder von einem bei Ihnen sozialversicherungspflichtigen Angestellten ausgeführt werden: 20 % der Kosten (ohne Materialkosten), max. 4.000 € pro Jahr.
  • Haushaltsnahe Handwerkerleistungen, die durch Selbstständige in Ihrem Auftrag ausgeführt werden: 20 % der Kosten (ohne Materialkosten), max. 1.200 € pro Jahr.

Schauen Sie sich in Ihrer Privatwohnung oder Ihrem Haus um! Gibt es noch Arbeiten, die Sie gern erledigen lassen würden? Dann beauftragen und zahlen Sie die Arbeiten noch innerhalb 2014, um die Steuer sofort zu sparen!

Der Tipp jetzt: Teilen Sie die verschiedenen Arbeiten geschickt auf! Bei größeren und teuren Projekten können Sie durch die Höchstgrenzen von 1.200 bzw. 4.000 € im Jahr nur einen Teil der Arbeiten steuerlich geltend machen. Durch eine geschickte Planung können Sie mehr für sich herausholen. Das können Sie jetzt gut für den Jahreswechsel 2014/2015 planen! Die Idee: Sie verteilen die Arbeiten auf Dezember 2014 und Januar 2015. So können Sie die Höchstgrenze doppelt nutzen. Wichtig dabei: Was Sie in 2014 geltend machen wollen, muss auch schon 2014 gezahlt werden. Hier ist also eine genaue Terminplanung und Absprache mit den Handwerkern oder Dienstleistern erforderlich!

Tipp 2: Haben Sie außergewöhnliche Belastungen?

Haben Sie in 2014 außergewöhnliche Ausgaben? Müssen Sie z. B. eine medizinisch notwendige Zahnbehandlung teilweise aus eigener Tasche bezahlen? Oder pflegebedürftige Eltern unterstützen? Was viele nicht wissen: Solche und ähnliche Ausgabe können Sie oft als „außergewöhnliche Belastung“ steuerlich geltend machen.

Natürlich können Sie nicht einfach alle Kosten, die Ihnen im Zusammenhang mit einer solchen außergewöhnlichen Belastung entstehen, einfach von Ihren Einkünften abziehen. Zunächst müssen Sie die Kosten, die Ihnen erstattet werden (z.  B. durch Krankenkasse oder Versicherungen), abziehen. Dann werden nur die Kosten erstattet, die Ihren zumutbaren Anteil übersteigen. Sie müssen also sozusagen einen Eigenanteil an den außergewöhnlichen Belastungen tragen. Wie hoch dieser ist, hängt von Ihrem Einkommen und Ihrem Familienstand ab.

Hier gibt es eine interessante Gestaltungsmöglichkeit: Sie können die Ausgaben für unterschiedliche außergewöhnliche Belastungen jährlich bündeln. So können Sie ggf. durch eine entsprechende Planung die Grenze überschreiten und dadurch überhaupt erst in den Genuss des Steuervorteils kommen. Beispiel: Sie müssen im Herbst 2014 eine ärztlich verordnete Kur machen. Die Krankenkasse trägt nur einen Teil, Sie selbst müssen 3.500 € zuzahlen. Ihr Eigenanteil bei den außergewöhnlichen Belastungen liegt bei 4.000 €. Dann bietet es sich z.  B. an, eine anstehende teure Zahnarztbehandlung, die eigentlich erst fürs kommende Jahr geplant war, bereits in 2014 durchzuführen, um die Eigenanteilsgrenze zu überschreiten.

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