Ihr Steuerbescheid: Lassen Sie sich nicht abschrecken!

Prüfung lohnt sich: Jeder 3. Bescheid ist fehlerhaft

Haben auch Sie Ihre Steuererklärung für 2013 pünktlich abgegeben? Auch wenn damit die Hauptarbeit für dieses Jahr damit erledigt ist – zurücklehnen sollten Sie sich noch nicht. Schauen Sie sich Ihren Steuerbescheid, der in nächster Zeit eintrudeln wird, genau an. Denn Steuerexperten warnen immer wieder, dass jeder dritte Steuerbescheid falsch ist – und das meistens zu Ungunsten des Steuerpflichtigen.

Das heißt für Sie: Nehmen Sie sich noch einmal eine halbe Stunde Zeit und überprüfen Sie Ihren Steuerbescheid! So kompliziert ist das nicht, wenn Sie wissen, wie der Bescheid aufgebaut ist und was Sie sich genau anschauen sollten. Hier Antworten auf einige der häufigsten Fragen:

Wann kommt der Steuerbescheid?

Wie lange Sie darauf warten müssen, ist schwierig vorherzusagen. Denn: Das Finanzamt ist nicht an Fristen oder Zeiträume gebunden, in denen Steuererklärungen bearbeitet werden müssen. Deshalb kann es – je nach Finanzamt und Arbeitsaufkommen – auch länger als ein paar Wochen dauern, bis Ihr Bescheid im Briefkasten liegt. Auch wenn Sie Ihre Steuererklärung online abgegeben und papierlos per Internet ans Finanzamt geschickt haben: Der Bescheid kommt einige Wochen später ganz klassisch als Brief.

Was bedeutet das ganze Kleingedruckte?

Das beidseitig eng bedruckte Recycling-Papier führt bei vielen Empfängern dazu, den Bescheid schnell ungelesen abzuheften. Doch lassen Sie sich nicht abschrecken: Der Bescheid ist relativ einfach zu verstehen, wenn Sie den Aufbau kennen. Er besteht aus drei Teilen:

  • Der Festsetzungsteil: Das ist die Tabelle am Anfang, in der die Steuerbeträge und ggf. die Erstattung genannt oder Termine für Nachzahlungen gesetzt werden. Hier sehen Sie sofort, ob Sie zum Beispiel mit der erhofften Erstattung rechnen können.
  • Der Berechnungsteil: Das ist die mehr oder weniger genaue Berechnung, die zeigt, wie das Finanzamt zu den festgesetzten Beträgen kommt.
  • Der Erläuterungsteil: Hier gibt Ihnen das Finanzamt Erläuterungen, wie es zu den festgesetzten Beträgen kommt.

Wie prüfen Sie selbst den Bescheid?

Am einfachsten ist der folgende Weg:

Wahrscheinlich haben Sie Ihre Steuererklärung mithilfe einer Software erstellt. Dann haben  Sie bei der Fertigstellung vorläufige Zahlen für die zu erwartende Festsetzung.  Legen Sie Ihre Zahlen und den Bescheid nebeneinander. Gehen Sie alle Zahlen Schritt für Schritt durch. Gibt es hier Abweichungen zwischen den Zahlen, die Sie errechnet haben, und dem Bescheid? Wenn die Zahlen übereinstimmen, können Sie davon ausgehen, dass alles in Ordnung ist und die Sache ist für dieses Jahr erledigt!

Was ist, wenn Sie Abweichungen finden?

  • Weicht der Bescheid von Ihrer Steuererklärung ab, schauen Sie sich den Erläuterungsteil am Schluss des Bescheids an. Hier sollte stehen, in welchen Punkten das Finanzamt anderer Meinung ist als Sie. Dann gehen Sie je nach Art der Abweichung unterschiedlich vor:
  • Ist die Abweichung berechtigt, z. B. weil Sie selbst einen Fehler in Ihren Angaben gemacht haben, der dem Sachbearbeiter aufgefallen ist: In diesem Fall können Sie die Prüfung beenden.
  • Ein anderer Grund für die Abweichung kann ein offensichtlicher Fehler sein. Beispiel: Der Sachbearbeiter hat versehentlich eine falsche Zahl übernommen oder sich schlicht vertippt oder die Bescheide von Dritten – etwa über gezahlte Krankenkassenbeiträge – wurden versehentlich nicht in voller Höhe berücksichtigt. Das kann passieren, weil auch bei elektronischer Übermittlung noch teilweise Daten von Hand eingegeben werden müssen. Stoßen Sie in Ihrem Steuerbescheid auf solche einfachen Fehler, können Sie die Sache mit einer schlichten Änderung korrigieren lassen. Das heißt: Sie schreiben einen Brief, in dem Sie auf den Fehler hinweisen und darum bitten, den Bescheid entsprechend in diesem Punkt zu korrigieren.
  • Eine Abweichung kann aber auch zustande kommen, weil das Finanzamt anderer Meinung ist als Sie. Bei Angestellten besteht der häufigste Fall darin, dass einzelne Werbungskosten nicht anerkannt werden. Wenn Sie sich im Recht fühlen, können Sie gegen den Steuerbescheid förmlich Einspruch einlegen – und zwar innerhalb eines Monats.

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