Historische Wertpapiere – ein Hobby mit Renditechancen

Historische Wertpapiere bilden die Geschichte der Aktiengesellschaften seit ihren Ursprüngen im 17. Jahrhundert ab. Zu ihren besten Zeiten waren Aktien grafisch aufwendig gestaltete Urkunden. Heute kann man sich kaum noch effektive Stücke deutscher  Aktiengesellschaften aushändigen lassen – sie sind ein Opfer der Digitalisierung geworden.

Geschichte der Aktie

Als erste moderne Aktiengesellschaft sieht man die 1602 gegründete Niederländische Ostindien-Kompanie an, die mit dem Handel von Gewürzen groß wurde. Sofort setzte die Spekulation, das Schmieröl der Börsen, ein. 1604, als die ersten Schiffe der Gesellschaft in See stachen, war der Kurs der Aktie an der Amsterdamer Börse schon um fast 40 Prozent gestiegen. Wer zu den Aktionären der ersten Stunde gehörte, konnte sich auch in den kommenden Jahren zumeist über hohe Renditen freuen. So oder ähnlich erleben wir Start-ups bis in die heutigen Tage, man denke nur an Microsoft oder Apple.

Ein großes Angebot an historischen Wertpapieren

Nach der Reichsgründung 1870/71 gab es einen wahren Gründerboom. Alleine in Preußen wurden zwischen 1870 und 1873 nicht weniger als 857 Aktiengesellschaften gegründet – Eisenbahngesellschaften, Maschinenbaufirmen, Zuckerfabriken. 1923, die Inflation war in vollem Gange, gab es über 16.000 Aktiengesellschaften in Deutschland. Nur wenige davon haben überlebt – die anderen bilden den Grundstock für die Sammlungen historischer Wertpapiere.

Sammler und Jäger

Scripophilie heißt die Leidenschaft für das Sammeln historischer Wertpapiere. Wie alle Sammler sind die Freunde historischer Wertpapiere an der Erweiterung und Komplettierung ihrer Sammlung interessiert. Sie treffen sich auf Auktionen, wo die effektiven Stücke, wie Fachleute die Aktien in Papierform nennen, wie Briefmarken oder Kunstgegenstände gehandelt werden. Und wie bei Philatelisten oder Kunstsammlern haben sich Sammler von historischen Wertpapieren bestimmten Sammelgebieten verschrieben. Wer ein begehrtes Papier zur Auktion gibt, das einem Sammler in seiner Kollektion fehlt, kann auf diese Weise also durchaus auch Gewinn erzielen.

Nicht wertlos – nur vergessen

Ein weiterer Fundort, um zu einem Papier zu kommen, ist wie bei vielen Antiquitäten der Keller oder Dachboden. Wer Glück hat, findet ein Papier, das nicht entwertet ist und noch echte Ansprüche verbürgt. Das kann am ehesten mit US-amerikanischen Papieren passieren. So können Aktien aufgelöster oder fusionierter Unternehmen vielleicht noch Rechtsansprüche an die Nachfolgefirma beinhalten und den Finder reich machen.

Ein individuelles Geschenk

Eine schön gestaltete Aktie im Rahmen unter Glas kann für einen Börseninteressierten ein schönes Geschenk sein. Onlineshops bieten Papiere an, bei denen Sie Vorlieben des oder der Beschenkten berücksichtigen können: Es gibt Aktien z. B. von Harley Davidson, Tiffany oder Starbucks.

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