Haushaltsnahe Dienstleistungen: Sauber mehr Steuern sparen

Stichwort: Haushaltsnahe Dienstleistungen – Jetzt können Sie noch mehr Reinigungsarbeiten von der Steuer absetzen

Haben Sie es gern schön ordentlich zu Hause und auch auf der Straße vor Ihrer Wohnung oder Ihrem Haus? Dann gibt es jetzt eine gute Nachricht: Mit den Reinigungsarbeiten vor der Tür können Sie jetzt auch noch Steuern sparen – das geht aus einem neuen Urteil des Bundesfinanzhofs (BFH) hervor. Im Klartext:

Wenn Sie den Gehweg vor Ihrem Haus oder Ihrer Wohnung reinigen lassen, können Sie die Kosten dafür im Rahmen der haushaltsnahe Dienstleistungen steuerlich geltend machen (Az. VI R 55/12).

Hintergrund: Der Staat fördert Arbeiten in Ihrer Wohnung, Ihrem Haus oder Ihrem Garten steuerlich. Und das nicht zu knapp: Im Rahmen der haushaltsnahen Dienst- und Handwerkerleistungen können Sie bis zu 5.710 Euro pro Jahr Steuern sparen! Sie können bei den haushaltsnahen Leistungen 20 % des Dienstleistungsanteils pro Jahr direkt von Ihrer Steuerlast abziehen:

  • Bei haushaltsnahen Dienst- sowie häuslichen Pflege- und Betreuungsleistungen, die durch Selbstständige in Ihrem Auftrag oder von einem bei Ihnen sozialversicherungspflichtig Angestellten ausgeführt werden: 20 % der Kosten (ohne Materialkosten), max. 4.000 Euro pro Jahr.
  • Bei haushaltsnahen Handwerkerleistungen, die durch Selbstständige in Ihrem Auftrag ausgeführt werden: 20 % der Kosten (ohne Materialkosten), max. 1.200 Euro pro Jahr.

Dass Sie nun auch die Kosten für die Reinigung vor der Haustür im Rahmen dieser haushaltsnahen Leistungen geltend machen können, ist gar nicht selbstverständlich. Bisher galt: Außerhalb der eigenen vier Wände und außerhalb des eigenen Grundstücks – kein Steuervorteil! Die Leistung muss unbedingt innerhalb der eigenen vier Wände auf dem eigenen Grundstück im Garten erbracht werden.

So kann zum Beispiel die Rechnung für die Grabpflege durch den Friedhofsgärtner nicht geltend gemacht werden, weil die Arbeit auf dem Friedhof (und damit außerhalb des eigenen Grundstücks) geleistet wird. Gärtnerarbeiten auf dem eigenen Grundstück hingegen können jedoch angesetzt werden.

Deshalb ist es jetzt erfreulich, dass der BFH die Kosten für Reinigungsarbeiten auf dem Gehweg anerkennt, weil sich dieser ja typischerweise außerhalb des Grundstücks befindet. Die BFH-Richter begründen diese Ausnahme damit, dass die Dienstleistung der Gehwegreinigung eng mit dem Haushalt verbunden sei und zu dessen Nutzen erfolge.

Fazit für Sie

Lassen Sie den Gehweg von einem Unternehmen reinigen oder im Winter von Schnee und Eis räumen, machen Sie die Kosten dafür bei der nächsten Steuererklärung im Rahmen der haushaltsnahen Leistungen geltend. Beachten Sie aber immer die Voraussetzungen, damit das Finanzamt keinen Ärger macht:

  • Die haushaltsnahen Leistungen müssen Sie durch Rechnungen belegen können.
  • Der Rechnungsbetrag muss überwiesen werden (keine Barzahlung).
  • Material- und Arbeitskosten müssen in der Rechnung getrennt ausgewiesen sein, weil nur der Arbeits-, nicht aber der Materialanteil begünstigt ist.

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