Handy-Kostenfalle bis 2018 – Besser Postkarten schreiben

Hickhack ums Roaming und Telefonkosten im Ausland: Was jetzt im Sommerurlaub 2015 gilt

Roaming: Handy-Kostenfalle bis 2018

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Eigentlich hätte alles so schön einfach sein können: Im Urlaub surfen und telefonieren Sie mit Ihrem Mobiltelefon wie gewohnt – ohne sich Gedanken über die Kosten im Ausland machen zu müssen. Das sollte eigentlich noch in 2015 Wirklichkeit werden. Die EU-Staaten hatten sich schon im vergangenen Jahr darauf geeinigt, die so genannten Roaming-Gebühren, die Mobilfunk-Nutzer im Ausland zahlen, bis Ende dieses Jahres ganz abzuschaffen. Doch daraus wird vorerst nichts. Die Frage ist: Was gilt im nächsten Urlaub?

Vorerst und wahrscheinlich noch einige Jahre länger sollten Sie im Urlaub auch im EU-Ausland weiterhin vorsichtig telefonieren und surfen. Denn die Zusatzgebühren fürs Ausland wird es nach jetzigem Stand der Dinge länger als geplant geben. Einige EU-Länder wollten nun doch nicht auf die zusätzlichen Einnahmen verzichten.

Ob und wann die Zusatzgebühren – wie von der EU-Kommission gewünscht – endgültig abgeschafft werden, ist unklar. Aktuell gibt es zwar einen Kompromiss-Vorschlag. Der sieht vor, dass zunächst 40 Gesprächsminuten, 40 SMS und 80 Megabyte Datenvolumen pro Jahr bei Reisen ins Ausland kostenfrei bleiben. Erst 2018 sollen dann alle Roaming-Gebühren wegfallen. Doch dieser Vorschlag ist erst in der Verhandlung.

Im Ihrem Urlaub 2015 sollten Sie sich also die Tarife noch genauer anschauen, bevor Sie Ihr Handy oder Smartphone im Ausland nutzen, um keine unangenehme Überraschung zu erleben. Es gelten vorerst die seit 1.7.2014 relevanten Obergrenzen:

  • Eigene Anrufe mit dem Handy im EU-Ausland dürfen danach maximal 0,19 € pro Minute kosten.
  • Die Obergrenze für angenommene Anrufe liegt bei 0,05 €.
  • Der Versand einer SMS darf maximal 0,06 € kosten. Der Empfang ist kostenlos.
  • Maximal 0,20 € dürfen die Anbieter pro übertragenen MB berechnen.
  • Außerdem gilt: Sie können nur für den Auslandsaufenthalt einen alternativen Mobilfunkanbieter außerhalb Ihres regulären Vertragswechsels wählen. Dann können Sie auf den günstigsten zurückgreifen, ohne Ihre Nummer wechseln zu müssen.

Beachten Sie auch diese Kostenfalle

Trotzdem warten im Urlaub mitunter noch teure Fallen! Beispielsweise in diesen Fällen:

  • Falle 1: Bei Kreuzfahrten kann es sein, dass Handy-Gespräche über Satellit laufen und mehrere Euro pro Minute kosten. Auch wenn die Reise- und Kreuzfahrtanbieter darauf hinweisen – hier kommen immer wieder verblüffend schnell unangenehm hohe Beträge zusammen.
  • Falle 2: Wer den Urlaub außerhalb der EU verbringt, muss unabhängig von den EU-Regeln tief in die Tasche greifen. Je nach Region werden hier Gesprächsgebühren im Bereich von 1,50 bis 3 € fällig. Hier heißt es weiterhin: Kurz fassen oder besser eine Postkarte schreiben!

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