Handy am Steuer: Dieser Anruf kostet 60 €

Was darf man eigentlich jetzt während der Fahrt mit dem Smartphone anstellen und wann drohen saftige Strafen?

Ein Telefonat kann auch heute noch schnell 60 € kosten. Dann nämlich, wenn Sie am Steuer zum Handy greifen. Zusätzlich wird ein Punkt in Flensburg fällig.

Dass ein Handy-Telefonat während der Fahrt hart bestraft wird, wissen viele. Aber was ist mit all den anderen Ablenkungen, denen ein Autofahrer durch das allgegenwärtige Smartphone ausgesetzt sein kann? Navigation oder SMS beispielsweise? In der Schnellübersicht sehen Sie hier, was erlaubt und was verboten ist:

  • Verboten: Nutzung des Mobiltelefons ohne Freisprecheinrichtung während der Fahrt.
  • Achtung: Für die Strafe reicht es bereits, das Smartphone anzufassen und aufs Display zu schauen. Wer also beispielsweise „nur schnell einen Anruf wegdrückt“ oder während der Fahrt auf die Uhrzeit des Handys schaut, riskiert bereits die Strafe. Nur das bloße Weiterreichen oder Umlegen eines Handys ohne Blick aufs Display ist straffrei möglich.
  • Verboten: Lesen oder Schreiben einer SMS, E-Mail etc. während der Fahrt.
  • Verboten: Nutzung des im Handy integrierten Navigationssystems während der Fahrt, sofern die Bedienung per Hand erfolgt.
  • Verboten: Nutzung des Smartphones als Diktiergerät während der Fahrt.
  • Erlaubt: Telefonieren mit einer Freisprecheinrichtung während der Fahrt.
  • Erlaubt: Das Smartphone-Verbot im Auto gilt nicht, wenn das Auto steht und der Motor ausgeschaltet ist. Das heißt allerdings: Auch an der roten Ampel ist das Handy tabu! Und schnell auf dem Seitenstreifen halten, um bei laufendem Motor ein wichtiges Gespräch anzunehmen, geht auch nicht.

Übrigens: Telefonieren, SMS-Schreiben oder E-Mails-Lesen während der Fahrt ist nicht nur wegen der saftigen Strafen nicht empfehlenswert. Viel dramatischer ist die Unfallgefahr, die sich nur wenige bewusst machen. Beeindruckend ist zum Beispiel diese einfache Rechnung: Wenn Sie mit Ihrem Auto nur 50 km/h fahren und nur zwei Sekunden auf den Handybildschirm schauen, legen Sie fast 30 m „blind“ zurück, ohne auf die Straße zu achten.

Hinzu kommt: Wer vom Handy abgelenkt ist und deshalb einen Unfall mitverschuldet, kann Probleme mit der Versicherung bekommen. Dann kann es nämlich sein, dass die Versicherung nicht mehr für den ganzen Schaden aufkommt, weil das Handy-Telefonat hinter dem Steuer als grobe Fahrlässigkeit gewertet werden kann. Dann wird es richtig teuer.

Wer verantwortungsvoll fahren und finanzielle Risiken vermeiden will, schenkt seine Aufmerksamkeit also stets zu 100 % dem Verkehr.

Auch wer ordnungsgemäß stets eine Freisprechanlage nutzt, sollte das Telefonieren auf ein Minimum beschränken, denn Untersuchungen zeigen immer wieder, dass durch das Gespräch die Aufmerksamkeit vermindert ist – auch wenn der Blick auf der Straße bleibt.

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