Gutscheine: 1 Milliarde € bleibt in den Schubladen liegen

Sie haben einen Gutschein zu Weihnachten bekommen und noch nicht eingelöst? Was Sie tun müssen, damit Ihr Gutschein nicht verfällt:

So nutzen Sie Ihre Gutscheine am besten / Bild: iStock

So nutzen Sie Ihre Gutscheine am besten / Bild: iStock

Haben auch Sie einen Gutschein zu Weihnachten verschenkt oder vielleicht einen bekommen? Dann befolgen Sie jetzt diesen Tipp: Lösen Sie den Gutschein möglichst bald ein, bevor er in Vergessenheit gerät. Denn laut Statistik ist die Gefahr groß, dass er in Vergessenheit gerät. Rund eine Drittel aller verschenkten Gutscheine werden niemals eingelöst.

Das summiert sich zu großen Summen: Der Handelsverband Deutschland hat ausgerechnet, dass 2016 Gutscheine im Wert von 3 Milliarden € gekauft und verschenkt wurden. Wenn ein Drittel davon nie eingelöst wird, sind das 1 Milliarde €, die in den Schubladen liegenbleiben und bald verfallen.

Wenn Sie den Verlust vermeiden wollen, sollten Sie die wichtigsten Regeln kennen, die für Gutscheine gelten. Die wichtigsten:

  • Gutscheine haben ein Verfallsdatum: Meist drucken die Händler eine Frist auf den Gutschein. „Gültig bis: …“ Ein solches Haltbarkeitsdatum für Gutscheine ist zwar erlaubt, aber laut Gesetz gibt es dafür keine Mindest- oder Höchstdauer. Fest steht nur: Ein Jahr Frist ist nach einem Gerichtsurteil oft zu wenig (Oberlandesgericht München, Urteil vom 17.1.2008, Az. 29 U 3193/07). Will also ein Händler einen Gutschein schon nach einem Jahr nicht mehr einlösen, können Sie ihn freundlich auf dieses Urteil aufmerksam machen.
  • Ausnahme: Gutscheine über eine Dienstleistung, beispielsweise ein Konzert oder eine Stadtrundfahrt oder Ähnliches. Hier kann auch ein kürzeres Verfallsdatum angemessen sein.
  • Hat der Gutschein kein Ablaufdatum, ist er in der Regel drei Jahre gültig: Diese Frist beginnt am Ende des Jahres zu laufen, in dem der Gutschein ausgestellt wurde. Beispiel: Sie haben am 24.12.2016 einen Gutschein geschenkt. Dann beginnt die Frist am 1.1.2017. Letzter Gültigkeitstag ist der 31.12.2019.
  • Umtausch gegen Geld: Sie haben einen Gutschein über einen neuen Sport-Dress geschenkt bekommen, bewegen sich aber gar nicht gern. Also liegt die Idee nahe, sich den Wert des Gutscheins vom Sporthändler in Bargeld auszahlen zu lassen. Doch Achtung: Dazu ist kein Händler verpflichtet! Wenn er es trotzdem tut, ist das reine Kulanz, auf die der Kunde nicht pochen kann. Das Gleiche gilt für Restbeträge: Hat der Gutschein einen Wert von beispielsweise 50 € und kauft der Kunde aber nur für 40 €, kann er nicht verlangen, die restlichen 10 € in bar zu bekommen. Der Händler sollte aber den Restwert auf dem Gutschein vermerken, damit er bei einem späteren Einkauf eingelöst werden kann.
  • Wenn Sie für einen Gutschein keine Verwendung haben, können Sie ihn verkaufen oder verschenken. Das geht auch, wenn Ihr Name daraufsteht, denn Gutscheine sind nicht an eine Person gebunden.

Schreibe einen Kommentar