Grillen, gärtnern, Party machen – was auf dem Balkon geht und was nicht

Foto: iStock

Der Sommer kommt, die Balkonsaison beginnt, das Konfliktpotenzial ist groß

So schön der Frühling und die warmen Temperaturen auch sind: Die Balkonsaison hat auch ihre Schattenseiten – wenn der Nachbar auf der Terrasse links nebenan täglich grillt und die Rauchschwaden laufend durch die eigene Wohnung ziehen. Wenn die Nachbarn auf der anderen Seite das Radio auf den Balkon gestellt haben und pausenlos „Atemlos durch die Nacht“ mitsingen …

Das Konfliktpotenzial ist riesig. Dann ist es gut zu wissen, was Sie sich von den lieben Nachbarn auf Balkon, Terrasse und Garten gefallen lassen müssen und was nicht. Und Sie können Ihr eigenes Verhalten danach ausrichten, um Ärger und Streit mit Nachbarn oder Vermietern gar nicht erst aufkommen zu lassen. Hier die wichtigsten Regeln:

Balkon gehört zur Wohnung

Der Balkon ist ein Teil der Wohnung. Das heißt: Die Mieter können ihn nutzen, um sich dort aufzuhalten, zu reden, Gäste zu empfangen und zu feiern. Nachbarn müssen deshalb Geräusche im normalen Umfang von Balkonen und Terrassen der Nachbarn hinnehmen – bis zur Nachtruhe ab 22 Uhr.

Und was ist mit dem Grillen?

Hier ist die Lage nicht so einfach. Zunächst sollten Sie einen Blick in den Mietvertrag werfen, bevor Sie den Grill auf dem Balkon anfeuern. In vielen Mietverträgen ist das Grillen auf dem Balkon ausgeschlossen, um Ärger von vornherein zu vermeiden. Ist auch in Ihrem Vertrag eine solche Klausel enthalten, müssen Sie sich einen anderen Ort suchen. Ist das Grillen auf dem Balkon vertraglich nicht ausgeschlossen, müssen die Nachbarn damit leben.

Tipp: Wer rücksichtsvoll ist, vermeidet starke Rauchentwicklung – beispielsweise durch einen Elektrogrill und Schalen, die das Fett auffangen.

Bleibt ein weiterer Streitpunkt: Wie oft müssen die Nachbarn mit dem Grillgeruch von nebenan leben? Hierzu gibt es keine festen Regeln, sondern nur sehr unterschiedliche Gerichtsentscheide: Während beispielsweise das Landgericht München sechs Grillpartys in vier Monaten für akzeptabel hält, sind für das Oberlandesgericht Oldenburg nur vier Grillpartys pro Jahr angemessen.

Gute Nachricht für Hobbygärtner

Grundsätzlich sind Blumentöpfe, Kübel und Pflanzkästen auf Balkonen erlaubt. Wichtig ist aber immer: Die Sicherheit steht an erster Stelle! Alles muss also so stehen oder befestigt sein, dass es nicht herabfallen kann. Darüber hinaus sollten Sie bei der Versorgung der Pflanzen vorsichtig sein: Gießwasser darf nicht an der Fassade herunterlaufen.

Trotzdem sollten Sie auch vor größeren Balkon-Begrünungsaktionen einen Blick in den Mietvertrag werfen. Manchmal ist eine einheitliche Gestaltung der Balkonfront vorgeschrieben. In diesem Fall kann es untersagt sein, Pflanzentöpfe aufzustellen und Blumenkästen aufzuhängen.

Schreibe einen Kommentar