Graue Haare bei der Stromrechnung? Worauf Sie beim Wechsel des Anbieters achten sollten

Wird auch bei Ihnen der Strom zu einem immer größeren Ausgabeposten? Dann haben vielleicht auch Sie schon über einen Wechsel des Anbieters nachgedacht. Die Tageszeitung „Die Welt“ hat jetzt einmal ausrechnen lassen, wie viel Geld sich durch einen geschickten Anbieterwechsel sparen lässt. Die Zahlen in den Beispielrechnungen sind überraschend hoch:

  • Ein Single-Haushalt mit 2.000 Kilowattstunden Stromverbrauch zahlt pro Jahr bei seinem Grundversorger 662,88 €. Der günstigste Konkurrenzanbieter berechnet beim Wechsel für den gleichen Verbrauch 423,60 €. Ersparnis: 239,28 €.
  • Ein 4-Personen-Haushalt mit 5.000 Kilowattstunden Stromverbrauch zahlt pro Jahr bei seinem Grundversorger 1.515,39 €. Der günstigste Konkurrenzanbieter berechnet beim Wechsel für den gleichen Verbrauch 1.047,22 €. Ersparnis: 468,17 €.

Was Sie beim Wechsel beachten sollten

Haben Sie Ihren Stromverbrauch ermittelt, beachten Sie vor einem Wechsel Folgendes:

  • Meist können Sie bei Ihrem Grundversorger vor Ort innerhalb von zwei Wochen kündigen. Aber auch wenn Sie vertraglich länger gebunden sind (beispielsweise, weil Sie einen speziellen Tarif gewählt haben), können Sie mitunter schneller wechseln: Wenn der Versorger die Strompreise erhöht, haben Sie zum Zeitpunkt der Preisanpassung ein Sonderkündigungsrecht und können kurzfristig zu einem günstigeren Anbieter wechseln.
  • Schauen Sie bei den Angeboten genau hin und lesen Sie das Kleingedruckte! Oft kommt es vor, dass der Strom für ein ganzes Jahr im Voraus bezahlt werden soll. „Meiden Sie Tarife mit Vorkasse oder Kaution“, warnt aber die Stiftung Warentest. Hier hatten Verbraucher in der Vergangenheit Probleme, ihr Geld zurückzubekommen, wenn der billige Anbieter nicht mehr liefern konnte. Wählen Sie deshalb möglichst einen Vertrag mit kurzer Laufzeit und monatlicher Kündigungsfrist, so die Verbraucherschützer.
  • Doch es gibt weitere Fallen: Manch ein Anbieter verkauft etwa Kilowatt-Pakete. Beispiel: Bis zu einer Menge von 4.000 Kilowatt ist der Strom günstig. Unerwartet teuer wird es dann, wenn diese Menge überschritten wird. Verbraucht der Kunde weniger, als im Paket enthalten, wird die Differenz nicht erstattet, so dass unter dem Strich die Ersparnis aufgefressen wird. Probleme gibt es auch hin und wieder mit der Auszahlung der Boni, die Anbieter beim Wechsel versprechen.

Fazit: Informieren Sie sich vor dem Wechsel zu einem neuen Anbieter über dessen Geschäftspraktiken. Nutzen Sie die Erfahrungen von Verwandten, Kollegen oder Bekannten, die schon länger gewechselt haben. Recherchieren Sie im Internet, ob es Beanstandungen und Erfahrungen zu den Geschäftspraktiken der von Ihnen ausgewählten alternativen Lieferanten gibt.

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