Gewinne und Verluste mit Aktien: Wie funktioniert das mit der Abgeltungssteuer auf Kapitalerträge?

Die wichtigsten Steuer-Regeln beim Aktienverkauf im Schnellüberblick

Der Abgabetermin für die Steuererklärung 2015 wirft seine Schatten voraus. Am 31.5.2016 ist Stichtag. Eine Frage, die Geldanleger, die in Aktien eingestiegen sind, dabei immer wieder haben, lautet: „Wie funktioniert das eigentlich mit der Steuer beim Aktienverkauf?“ Hier die Antworten auf die häufigsten Fragen:

Frage: „Ich habe 2015 Aktien mit Gewinn verkauft: Muss ich den Aktiengewinn versteuern?“

Antwort: Ja, aber erst ab einer gewissen Höhe und mit einem festgelegten Steuersatz. Wer beispielsweise ein Festgeldkonto hat und Zinsen für das dort angelegte Geld ausgezahlt bekommt, hat Kapitaleinkünfte, die versteuert werden müssen. Das Gleiche gilt für Gewinne mit Aktien oder Fonds: Wer Wertpapiere mit Gewinn verkauft, muss Steuern zahlen. Allerdings werden diese Kapitaleinkünfte nicht zusammen mit Ihrem sonstigen Einkommen versteuert, sondern getrennt mit der sogenannten Abgeltungsteuer. Die persönliche Steuersatz unterliegt der Progression – das heißt: Wer mehr verdient, zahlt auch prozentual mehr Steuern. Im Gegensatz dazu beträgt die Abgeltungsteuer auf Kapitalerträge immer 25 % (plus Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer).

Frage: „Muss ich die Gewinne in der Steuererklärung angeben?“

Antwort: In der Regel nicht. Die Bank, bei der Sie Ihre Aktiengewinne erzielen und die Ihr Depot führt, ist dazu verpflichtet, die Steuer direkt an den Fiskus abzuführen. Deshalb brauchen Sie sich nach dem Aktienverkauf nicht um die Besteuerung zu kümmern. So macht die Zahlung der Steuer wenigsten keine Arbeit.

Allerdings gibt es eine Ausnahme: Wenn Sie Aktiengewinne bei einer ausländischen Bank oder einem Broker erzielen, wird die Kapitalertragssteuer nicht automatisch abgeführt. Dann müssen Sie den Gewinn in Ihrer Steuererklärung angeben.

Frage: „Ab welcher Höhe müssen Gewinne versteuert werden?“

Antwort: Nicht jeder kleine Gewinn unterliegt sofort der Steuer. Es gibt bei der Kapitalertragssteuer einen Freibetrag:

  • bis zu 801 € (bei Alleinstehenden und getrennt veranlagten Ehepartnern) bzw.
  • 1602 € (bei Ehepaaren, die zusammen veranlagt sind).

Bis zu diesen Beträgen bleiben Ihre Aktiengewinne oder Zinseinkünfte steuerfrei. Dieser Betrag gilt für ein Jahr und für alle Kapitalerträge zusammengenommen (also nicht ausschließlich für Aktiengewinne).

Wichtig: Dieser Freibetrag für Kapitaleinkünfte wird nur berücksichtigt, wenn Sie Ihrer Bank einen Freistellungsauftrag erteilen. Haben Sie ein Konto oder ein Depot bei der 1822direkt können Sie Ihren Freistellungsauftrag bequem online im Kundenportal verwalten.

Frage: „Kann ich auch Aktienverluste steuerlich geltend machen?“

Ja. Wer durch den Verkauf von Aktien einen Verlust gemacht hat, kann auch den Verlust bei der Steuer angeben. Dazu gibt es zwei Möglichkeiten:

  • Der Verlust wird von den Aktiengewinnen abgezogen, die möglicherweise bei der Bank erzielt wurden. Die Gewinne und Verluste alle Aktienverkäufe wird also gegeneinander
  • Ist dies nicht möglich, können die Aktienverluste in Anlage KAP der Steuererklärung angegeben werden. Als Beweis dafür möchte das Finanzamt aber eine von der Bank ausgestellte Verlustbescheinigung sehen.

2 Gedanken zu „Gewinne und Verluste mit Aktien: Wie funktioniert das mit der Abgeltungssteuer auf Kapitalerträge?

  1. Günter Brunow

    Gewinne und Verluste aus Aktienkauf/Verkauf können seit einigen Jahren nur noch im selben Jahr gegengerechnet werden.Habe ich einen (großen)Verlust erlitten und werde die Aktien nicht los,habe ich eben Pech gehabt.Tolle neue Gesetze!

    1. 1822direkt

      Sehr geehrter Herr Brunow,

      mit Einführung der Abgeltungssteuer zum 01.01.2009 hat sich die Besteuerung von Spekulationsgewinnen auf Wertpapiergeschäfte geändert. Wertpapiere die vor diesem Stichtag erworben wurden, unterliegen der Abschlagsteuer und werden steuerlich aktuell nicht mehr berücksichtigt.

      Bei einem Erwerb von Wertpapieren nach diesem Stichtag gilt die Abgeltungssteuer. Hierbei können Aktienverluste auch in das Folgejahr übertragen. Welche steuerliche Regelung im Einzelfall für Sie angewendet wird, erfragen Sie bitte bei Ihrem Steuerberater.

      Mit freundlichen Grüßen
      Ihre 1822direkt

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