Gesundheit wird immer teurer und teurer: 50 € mehr jeden Monat

2017 steigen die Zusatzbeiträge der Krankenkassen wahrscheinlich wieder – was auf Sie zukommt und wie Sie sparen können

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Gesundheit / Bild : iStock

Bei der Krankenversicherung wird es wahrscheinlich schon bald wieder unangenehme Überraschungen geben: Die Zusatzbeiträge werden steigen – und zwar auf das Doppelte innerhalb der nächsten Jahre. Grund sind die stark steigenden Kosten im Gesundheitssystem.

Das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ warnte bereits: „Kostenexplosion: Zusatzbeiträge der Krankenkassen steigen drastisch“. Das heißt in Zahlen:

Im Moment zahlt ein durchschnittlicher Arbeitnehmer monatlich 21,76 € Zusatzbeitrag.

  • Innerhalb der nächsten vier Jahre bis 2020 könnte dieser Betrag auf 54,74 € steigen[1].

Schon 2016 hat es für viele spürbare Steigerungen des Zusatzbeitrags gegeben. Viele Krankenversicherungen hatten den 2015 erstmals erhobenen Beitrag noch einmal um 0,1 bis 0,6 % angehoben. Damit liegt der Gesamtbeitrag für die Krankenkassen im Bereich von 14,9 bis 16,1 %.

Hintergrund: Darum geht es beim Zusatzbeitrag

Den Zusatzbeitrag zur Krankenversicherung gibt es seit 2015. Er wurde gleichzeitig mit der Senkung der normalen Krankenkassenbeiträge auf 14,6 % des Einkommens eingeführt. Die Höhe des Zusatzbeitrags ist bei den Krankenkassen unterschiedlich. Das Besondere an diesem Beitrag:

Während der reguläre Krankenkassenbeitrag zur Hälfte vom Arbeitnehmer übernommen wird, ist der Zusatzbeitrag allein vom versicherten Arbeitnehmer zu zahlen. Der Arbeitgeber zahlt also weiter auf jeden Fall 7,3 Prozent. Der Arbeitnehmer übernimmt die anderen 7,3 Prozent plus Zusatzbeitrag. Der Effekt: Steigende Gesundheitsausgaben finanzieren die Krankenkassen über den Zusatzbeitrag. Und weil der allein die Arbeitnehmer betrifft, zahlen die Versicherten alle Steigerungen allein.

Was auf Sie zukommt

Nun steigen die Ausgaben für Gesundheit weiterhin stark – auch weil die Bevölkerung im Durchschnitt immer älter wird und deshalb mehr medizinische Leistungen in Anspruch nimmt. Nach aktuellen Schätzungen steigen die Ausgaben der Krankenkassen jährlich um 4 %. Dadurch könnte bereits in 2017 ein Loch von 10 Milliarden € entstehen[2]. Die meisten Versicherten können also damit rechnen, dass ihre Krankenkasse den Zusatzbeitrag schon 2017 erneut anhebt.

Wichtig: Achten Sie auf die Post von der Krankenkasse!

Wenn Sie von einer Erhöhung des Zusatzbeitrags besonders stark betroffen sind, können Sie darüber nachdenken, sich eine günstigere Versicherung zu suchen. Denn:

Ihre Krankenkasse muss Sie rechtzeitig vor der Anhebung informieren. Achten Sie deshalb in der Zeit bis zum Jahresende auf Post von Ihrer Krankenkasse – es könnte sich um die Information über eine Anhebung handeln.

Bei den zu erwartenden Steigerungen sind schnell Summen erreicht, bei denen sich ein Wechsel in eine andere Krankenversicherung lohnen kann, die geringere Zusatzbeiträge von ihren Mitgliedern verlangt. Ein Sonderkündigungsrecht bei Ihrer jetzigen Versicherung haben Sie bei jeder Erhöhung.

[1] www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/krankenversicherung-so-teuer-werden-die-zusatzbeitraege-a-1107249.html

[2] www.handelsblatt.com/politik/deutschland/neue-krankenkassen-reform-schon-2017-ein-zehn-milliarden-loch/9655224-2.html

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