Fürsorgepflicht Arbeitgeber greift nicht in Ausnahmefällen!

Neues Urteil zeigt: Sie sollten sich auch selbst gegen Diebstahl am Arbeitsplatz schützen

Sie sollten sich auch selbst gegen Diebstahl am Arbeitsplatz schützen / Bild: iStock

Sie sollten sich auch selbst gegen Diebstahl am Arbeitsplatz schützen / Bild: iStock

Nehmen auch Sie hin und wieder wertvolle Gegenstände mit zur Arbeit? Schmuck vielleicht? Oder ein wertvolles Handy?

Am Arbeitsplatz ist jetzt doppelte Vorsicht angesagt: Denn wenn ein Gegenstand gestohlen wird, der für die Arbeit nicht benötigt wird, muss der Arbeitgeber nicht haften und für den Schaden aufkommen! Das ist die Konsequenz aus einem Urteil des Landesarbeitsgerichts Hamm (Az. 18 Sa 1409/15).

Der Fall: In dem Fall ging es um einen Krankenhausmitarbeiter. Der hatte Uhren und Schmuck im Wert von 20.000 € mit zur Arbeit genommen und vor Dienstbeginn im Rollcontainer seines Schreibtisches eingeschlossen. Wie er später berichtete, wollte er nach der Arbeit zum Bankschließfach, um den Schmuck dort sicher unterzubringen. In der Hektik des Krankhausalltags habe er sein Vorhaben jedoch vergessen. Einige Tage später stand die Tür zu seinem Büro offen, die üblicherweise abgeschlossen war. Der Rollcontainer war aufgebrochen und der wertvolle Schmuck verschwunden. Für den Diebstahl im Büro sei der Arbeitgeber verantwortlich, meinte der Krankenhausmitarbeiter und klagte. Seine Begründung: Kurz zuvor sei ein Generalschlüssel verlorengegangen. Nur dadurch sei der Diebstahl am Arbeitsplatz möglich gewesen. Der Arbeitgeber hätte dafür sorgen müssen, dass der Schlüssel nicht in falsche Hände gerate.

Fürsorgepflicht des Arbeitgebers gilt nur für alltäglich benötigte Gegenstände

Der Arbeitgeber hafte nur für Gegenstände, die ein Mitarbeiter zwingend mit zur Arbeit nehmen müsse, die er normalerweise regelmäßig bei sich hat oder die für die Arbeit nötig sind, urteilte das Gericht. „Nur bezüglich solcher Sachen oder Gegenstände hat der Arbeitgeber ihm mögliche und zumutbare Maßnahmen zu ergreifen, um den Arbeitnehmer vor Verlust oder Beschädigung der eingebrachten Sachen zu schützen“, so die Richter.

Wichtig für Sie:

Nehmen Sie möglichst nur Sachen mit zur Arbeit, auf die Sie nicht verzichten können.

  • Gegenstände, die Sie zur Arbeit brauchen, zum Beispiel eigenes Werkzeug, wenn es benötigt wird
  • Und Gegenstände, die man üblicherweise bei sich führt wie Kleidung oder Portemonnaie.

Der Arbeitgeber muss dann dafür sorgen, dass Sie diese Sachen sicher verstauen können, zum Beispiel durch abschließbare Rollcontainer. Sollte es dann zum Diebstahl am Arbeitsplatz kommen, muss der Arbeitgeber für den Schaden aufkommen, denn der Arbeitgeber hat eine Fürsorgepflicht für seine Mitarbeiter. Das heißt: Er muss dafür sorgen, dass die Gesundheit der Mitarbeiter und sein Eigentum am Arbeitsplatz nicht gefährdet werden.

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