Familienurlaub – Ferien selbst verlängern, um zu sparen? Besser nicht!

Bei einem Verstoß gegen die Schulpflicht drohen hohe Bußgelder – immer mehr Familien-Kontrollen an den Flughäfen

Einen Tag früher oder später fliegen – das kann den Urlaub leicht um die Hälfte teurer oder preiswerter machen. Wer schulpflichtige Kinder hat und deshalb an die Schulferien gebunden ist, wenn es um den Urlaub geht, kennt das Problem:

Geht der Flug am ersten Ferientag, steigen die Kosten plötzlich sprunghaft an. Liegt der Hinflug jedoch nur einen oder zwei Tage vorher oder der Rückflug nach dem Ferienende, ist der ganze Urlaub erheblich preiswerter. Und das obwohl die Leistung ansonsten hundertprozentig gleich ist. Die Nachfrage bestimmt eben den Preis – diese Erfahrung machen Eltern hier schmerzhaft.

Deshalb greifen immer mehr „Sparfüchse“ klammheimlich zur Selbsthilfe und verstoßen so gegen die Schulpflicht:

Sie buchen den Sommerurlaub mit Abflug ein, zwei oder drei Tage vor Ferienbeginn, entschuldigen das Kind wegen Krankheit und sparen so schnell ein paar Hundert Euro. Da in den Schulen oft in der letzten Woche vor Beginn der Schulferien nicht mehr viel Stoff durchgenommen wird, die Noten bereits feststehen und in manchen Stunden nur Filme geschaut werden, hat auch niemand Angst, noch etwas zu versäumen. Doch Achtung:

Die eigenmächtige Verlegung des Ferienbeginns ist kein Kavaliersdelikt!

Wer den Urlaubsbeginn eigenmächtig in die Schulzeit verlegt, verstoßt gegen die Schulpflicht und kann sich teuren Ärger einhandeln. Eltern sind dazu verpflichtet, ihre Kinder grundsätzlich zur Schule zu schicken, wenn nicht gewichtige Gründe dagegen sprechen. Eine Ersparnis bei der Urlaubsbuchung gehört nicht zu den Gründen, die von den Schulen akzeptiert werden. Da aber trotzdem immer mehr Familien zu dieser Methode greifen, um die Urlaubskasse zu schonen, gehen die Behörden immer häufiger mit Kontrollen vor:

An den Tagen vor dem Ferienbeginn und nach Ende der Ferien kotrolliert die Polizei immer häufiger Familien an den Flughäfen. Fällt dabei auf, dass die kerngesunden Kinder in den Urlaub starten oder zurückkommen, obwohl sie eigentlich in der Schule sein müssten, werden teilweise happige Bußgelder fällig.

So ertappte die Polizei in einer Aktion am Flughafen Nürnberg an den Tagen nach Ferienende rund 100 Familien, die aus dem Flieger stiegen und die Ferien der Kinder eigenmächtig verlängert hatten. In immer mehr Bundesländern gibt es solche Kontrollen an den Flughäfen. Fällt ein Verstoß gegen die Schulpflicht auf, wird es teuer:

  • Für ein oder zwei Tage können schon mehrerer Hundert Euro Bußgeld erhoben werden.
  • Bei mehr Tagen können bis 1.000 € (in Bayern) oder 1.500 € (in Rheinland-Pfalz) fällig werden.

Wer im Urlaub sparen will, sollte also deshalb lieber nach anderen Wegen suchen – etwa Frühbucher-Rabatte nutzen.

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