Exporte aus Deutschland: Starke Nachfrage nach „Made in Germany“

Exportland Deutschland – Ware „Made in Germany“

Export Deutschland / Bild: MAGNIFIER/Shutterstock

Einer Umfrage des bekannten Statistik-Portals Statista zufolge sind Waren aus Deutschland die beliebtesten weltweit. Insbesondere in Bezug auf Sicherheitsstandards sowie Qualität sind Produkte „Made in Germany“ auf Platz eins der Nachfrage aus dem Ausland. Kein Wunder also, dass Deutschland Exportweltmeister ist und damit die deutsche Wirtschaft ordentlich ankurbelt.

Der aktuelle Exporthandel in Deutschland

Im Jahr 2016 wurden laut einer Statistik des Online-Portals Statista insgesamt Waren im Wert von 1,21 Billionen Euro exportiert. In diesem Jahr sind die Exporte aus Deutschland sogar noch weiter gestiegen. Ein Vergleich der Zahlen aus dem Vorjahr mit jenen des aktuellen Jahres zeigt folgende Ergebnisse:

  • Im Mai 2016 lag der Wert deutscher Exporte bei 97 Milliarden Euro.
  • Im Mai 2017 exportierte Deutschland Waren im Wert von 110,6 Milliarden Euro.

Im vergangenen Jahr war Deutschland damit unter den Top drei der Exportweltmeister vertreten (bezogen auf das gesamte Jahr):

Platz 1: China, mit Exporten im Wert von insgesamt 2.098,16 Milliarden Dollar.
Platz 2: USA, die Waren im Wert von 1.454,61 Milliarden Dollar exportierten.
Platz 3: Deutschland, mit Exporten im Wert von 1.339,65 Milliarden Dollar.

Exportprodukte aus Deutschland

Einige deutsche Produkte werden besonders häufig nachgefragt. Sie machen insofern den größten Anteil der Exportprodukte aus Deutschland aus. Zu den vier wichtigsten Exportgütern zählen:

Exportgüter Exportwert in Milliarden Euro
Kraftwagen und Kraftwagenteile  228,03
Maschinen 169,8
Chemische Erzeugnisse 106,96
Datenverarbeitungsgeräte, elektrische sowie optische Erzeugnisse 100,21

Exportweltmeister Deutschland – Angaben zur Leistungsbilanz

Exportüberschuss / Bild: cybrain/Shutterstock

Betrachtet man die deutsche Export-Situation der letzten Jahre, so zeigt sich folgendes Ergebnis: Im Jahr 2016 lag die Außenhandelsbilanz bei 252,4 Milliarden Euro, das heißt: Im vergangenen Jahr gab es in Deutschland einen Exportüberschuss – es wurden mehr Waren und Güter exportiert, als importiert. Gemeinsam mit China sowie Russland weist Deutschland den größten Handelsbilanzüberschuss auf.

Land Handelsbilanz-Überschuss im Jahr 2016 in Milliarden Euro
China  228,03
Deutschland 169,8
Russland 106,96

Was bedeutet das für die deutsche Wirtschaft?

Deutschland erzielte in den letzten Jahren regelmäßig einen Exportüberschuss. Positiv betrachtet ist das ein Zeichen für die starke Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands sowie die hohe Qualität deutscher Produkte.

Eine solche Entwicklung ist allerdings nicht nur positiv zu betrachten. Probleme können sich sowohl für das Land selbst als auch für den ausländischen Markt aus folgenden Sachverhalten ergeben:

  • Deutschland verkauft einen großen Anteil seiner Waren und Güter an das Ausland. Hier muss man sich teilweise verschulden, um deutsche Produkte einkaufen zu können, die im Vergleich teilweise teurer sind als heimische Produkte.
  • In wirtschaftlich schwierigen Zeiten hat Deutschland selbst möglicherweise Nachteile: Wenn andere Länder finanziell schlecht dastehen, können sie die Schulden nicht zurückzahlen und deutsche Unternehmen haben somit ausstehende Zahlungen.
  • Exportüberschüsse sind gleichermaßen ein Zeichen für eine geringe Nachfrage innerhalb des Landes. Das zeigt auch ein internationaler Vergleich: Die Investitionsquote Deutschlands liegt bei nur 20 Prozent, unterhalb des Durchschnitts vieler anderer Industriestaaten.
  • In letzter Zeit kommt Kritik insbesondere durch Donald Trump aus den USA. Die Staaten mussten seit einigen Jahren ein Handelsbilanzdefizit verzeichnen. Im letzten Jahr lag dieses bei rund 502 Milliarden Dollar und kostete damit das Wirtschaftswachstum der USA etwa 1,7 Prozent. Das ist der Grund, weshalb Trump in Zukunft weniger Waren importieren und mehr im eigenen Land herstellen möchte. Gleichzeitig verfolgt er das Ziel, Importe mit hohen Einfuhrzöllen zu belegen.
    Beispiel: Für PKWs, die aus Mexiko in die USA importiert werden sollen hohe Zölle anfallen. Das trifft letztlich ebenso deutsche Automobilhersteller, die in Mexiko produzieren.

Fazit: Deutsche Unternehmen sind auf dem weltweiten Markt wettbewerbsfähig wie nie zuvor. Gleichzeitig sind jedoch extrem viele Arbeitsplätze von dem starken Exporthandel abhängig. Das große Plus liegt darin, dass der deutsche Markt breit aufgestellt ist, wodurch sich Angebot und Nachfrage ausreichend verteilen. Dennoch raten Ökonomen dazu, ebenso die innerdeutsche Nachfrage zu stärken, beispielsweise indem man Löhne erhöht und Steuern senkt. So hätten Haushalte mehr finanzielle Mittel zur Verfügung, würden in der Folge mehr kaufen sowie Waren aus dem Ausland erwerben und der Exportüberschuss würde sich relativieren.

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