Euro-Schwäche: Urlaub 2015 um 20 % teurer?

2 Möglichkeiten, mit denen Sie Ihr Urlaubsbudget auch in diesem Jahr schonen

Die Entscheidung, das richtige Urlaubsziel zu wählen, fällt nie ganz einfach. In diesem Sommer wird es noch einmal etwas komplizierter. Denn ein zusätzlicher finanzieller Aspekt kommt hinzu: Der Urlaub könnte 2015 in einigen Ländern außerhalb der EU wesentlich teurer werden. Der Grund ist der Euro.

Die Gemeinschaftswährung hat nach der Entscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB), im großen Stil Staatsanleihen zu kaufen, gegenüber anderen Währungen an Wert verloren. Wer seine Euros beispielsweise in Dollar, Pfund oder Franken umtauscht, bekommt spürbar weniger. Auch wenn die Preise vor Ort gleich bleiben, die Hotelübernachtung oder die Restaurantrechnung werden dadurch in Euro gerechnet teurer.

Ein krasses Beispiel dafür ist die Schweiz – hier war der Effekt schon frühzeitig vor dem Skiurlaub spürbar, weil sich die Eidgenossen vom festen Eurowechselkurs verabschiedet hatten und der Wert des Frankens dadurch rasant gestiegen war. Experten rechnen damit, dass er außerhalb der Eurozone um rund 20 % teurer wird. Darunter sind so beliebte Reiseländer wie die Türkei, Thailand oder die USA.

Keine Besserung bis zum Sommer

Wer hofft, dass sich die Situation bis zum Sommer wieder beruhigen und der Euro bis dahin wieder an Wert gewinnen könnte, wird wahrscheinlich enttäuscht. Das EZB-Programm, das zu der Euroabwertung führt, wird mindestens bis 2016 laufen und so den Eurokurs dauerhaft niedrig halten.

Hier bleibt der Urlaub billig

Wer sein Urlaubsbudget nicht stärker beanspruchen will, hat deshalb bei der Urlaubsplanung zwei Möglichkeiten:

  • Sie suchen sich ein Urlaubsziel innerhalb der Eurozone aus: Italien, Frankreich, Spanien, Portugal, Niederlande… In den Euroländern sind Sie von Währungsschwankungen sicher nicht betroffen.
  • Wenn Sie dort überall schon gewesen sind und etwas anderes sehen wollen, ohne wesentlich mehr zu zahlen, können Sie sich noch Länder aussuchen, die ebenfalls von einer Abwertung der eigenen Währung betroffen sind. Gutes Beispiel ist derzeit Norwegen. Das skandinavische Land ist stark abhängig vom Erdöl. Der Preis für den Rohstoff ist zuletzt bekanntlich stark gefallen. Das hat auch zu einer Abwertung der Norwegischen Krone geführt. Der Effekt: Der Urlaub in Norwegen wird in diesem Jahr trotz der Euroabwertung nicht teurer. Ein weiteres Beispiel ist Russland: Wer sich von der Ukraine-Krise und dem gespannten Verhältnis der westlichen Länder zu Putin nicht abschrecken lässt, kann 2015 eine Russland-Reise für wenig Geld einplanen, weil der Rubel stark an Wert verloren hat.

Tipp: Wer angesichts der Währungsschwäche an einem der klassischen Urlaubsziele in den Euroländern Sommerurlaub machen will, sollte sich rechtzeitig um die Buchung kümmern. Es ist zu erwarten, dass die Hotels früh ausgebucht sein werden.

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