Erste eigene Wohnung: Achtung Kostenfallen!

Im Herbst mieten viele Studienanfänger und Schulabgänger die erste Wohnung – Tipps für den Start

In den Städten beginnt in diesen Wochen der große Run auf die wenigen freien Wohnungen. Im Oktober startet das Wintersemester und Zehntausende von Studenten suchen ihre erste eigene Wohnung. Wer mit sucht, sollte einen kühlen Kopf bewahren, genau hinschauen und kühl rechnen. Denn es drohen teure Fallen – hier drei Beispiele, was schiefgehen kann:

Erste eigene Wohnung: Achtung Kostenfallen!

Erste eigene Wohnung: Achtung Kostenfallen! / Bild: iStock

Falle 1: Kostenfalle Staffelmiete – Verträge nicht voreilig unterschreiben!

Manch ein Vermieter nutzt auch die Wohnungsnot und den Druck aus, unter denen die jungen Wohnungssuchenden stehen. Beispielsweise versuchen manche Hausverwalter oder Immobilienfirmen, Mietverträge mit ungünstigen Konditionen durchzusetzen. Ein typisches Vorgehen dabei:

Der Interessent bekommt die Wohnung nach einem Besichtigungstermin mit vielen Interessenten angeboten. Natürlich ist die Freude groß. Nun möchte der Vermieter, dass es ganz schnell geht: Der Mietvertrag soll spätestens am folgenden Tag unterschrieben werden. Der Mieter fragt, ob er den Vertrag – wie üblich – vorher per Mail zur Ansicht bekommen kann, um die Details zu prüfen. Das lehnt der Vermieter ab, der Mieter darf den Vertrag erst sehen, wenn er zur Unterschrift vorbeikommt. Wenn er damit nicht einverstanden ist, bekommt eben der nächste Interessent auf der Liste die begehrte Wohnung…

In dieser Situation unterschreiben junge Mieter unter Druck immer wieder Verträge mit ungünstigen Konditionen, die unangenehm teuer werden können: Vor allem zum Beispiel eine Staffelmiete – das bedeutet ein vertraglich vereinbarte Mieterhöhung pro Jahr.

  • Das heißt für Sie: Lassen Sie sich nicht unnötig unter Druck setzen. Lesen Sie den Mietvertrag immer genau, und lassen Sie sich einzelne Klauseln, die Sie nicht verstehen, von einem Spezialisten erklären. Gibt Ihnen ein Vermieter vor Unterzeichnung nicht die Möglichkeit zur Prüfung, können Sie davon ausgehen, dass ein paar unangenehme Regelungen darinstehen, und sollten im Zweifel besser die Finger davon lassen!

Falle 2: Kostenfalle Sicherheitsleistung vor Besichtigung.

Schon seit einiger Zeit warnen Verbraucherschützer vor dieser Masche: Im Internet wird eine interessante Wohnung angeboten. Bei Kontaktaufnahme entschuldigt sich der Vermieter, dass er verreisen musste. Gern könnte der Interessent die Wohnung aber selbst anschauen. Dazu soll er – nur zur Sicherheit – 1.000 € auf ein Auslandskonto überweisen. Sobald das Geld eingegangen ist, würde der Interessent eine Mail bekommen und darin erfahren, wo er den Schlüssel zu der Wohnung findet. Natürlich hört er nach Überweisung der Sicherheitsleistung nie mehr etwas von dem Anbieter und die 1.000 € sind verloren.

  • Das heißt für Sie: Auch wenn die Masche sehr durchsichtig klingt. Überraschend viele Wohnungssuchende fallen darauf hinein, weil sie unter Druck stehen, weil der Anbieter in den Mails so nett wirkt und weil sie die Gefahren einfach nicht sehen wollen, wenn die preiswerte Traumwohnung so greifbar nah scheint. Halten Sie sich daher besser an die Regel: Zahlen Sie nichts vor Abschluss eines Vertrags – keine Kaution, keine Sicherheitsleistung!

Falle 3: Kostenfalle Nebenkosten: An die zweite Miete denken!

Die erste eigene Wohnung kann auch zur Kostenfalle werden, auch wenn sich der Vermieter vollkommen korrekt verhält. Denn viele sehen nur die (Kalt-)Miete, die in der Anzeige angegeben ist, und unterschätzen die Nebenkosten, die gern auch „zweite Miete“ genannt werden. Selbst wenn die Neben- und Heizkosten angegeben sind: Sie können ohne Schuld des Vermieters höher ausfallen, wenn die Energiekosten wieder einmal steigen oder die Heizung ständig läuft. Manch einer übersieht auch, dass zu den angegebenen Nebenkosten weitere Ausgaben hinzukommen – in der Regel Strom, den der Mieter selbst mit dem Versorger abrechnet, oder auch die Kosten für einen Internetanschluss.

  • Das heißt für Sie: Machen Sie vor Abschluss eine ehrliche Kostenaufstellung mit allen Kosten, um sicherzustellen, dass die erste Wohnung nicht das Budget sprengt. Rechnen Sie dabei immer mit einem Sicherheitspolster für ungeplante Ausgabensteigerungen.

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