Entwicklung der Bauzinsen – lässt sich der Traum vom Eigenheim erfüllen?

Weiterhin zur Miete wohnen bleiben oder sich doch endlich den Traum vom Eigenheim erfüllen?

Entwicklung der Bauzinsen / Bild: Voyagerix/Shutterstuck

Entwicklung der Bauzinsen / Bild: Voyagerix/Shutterstuck

Eine Immobilie gilt immer noch als sichere Geldanlage. Ein eigenes Haus sorgt dafür, weder von Mieterhöhungen noch von Kündigung durch den Vermieter abhängig zu sein. Im eigenen Heim kann von vornherein alles so eingerichtet werden, wie es dem individuellen Geschmack entspricht.

 

Und selbst wenn sich der Geschmack oder die Bedürfnisse ändern: Als Eigentümer hat man immer die Möglichkeit, die Gestaltung seines Hauses anzupassen, ohne sich vorher die Genehmigung vom Vermieter holen zu müssen. Außerdem ist man im eigenen Haus auch sein eigener Herr: Man muss sich nicht nach den Regeln einer Hausverwaltung, Mitmietern oder Putzplänen richten.

Andererseits gilt es bei der Frage zu einem möglichen Hausbau einiges zu beachten, schließlich handelt es sich dabei meist um eine Entscheidung fürs Leben. Natürlich müssen auch anfallende Kosten von Beginn an einkalkuliert und geplant werden. Das allgemeine Zinsniveau ist täglichen Schwankungen unterworfen. Kreditinstitute gewähren Darlehen für den Hausbau zu den jeweils marktüblichen Zinssätzen. Die Kosten Ihrer Immobilienfinanzierung sind daher größtenteils davon abhängig, wie hoch oder tief der Zinssatz zum Zeitpunkt des Abschlusses Ihrer Baufinanzierung ist.

Wie haben sich die Bauzinsen entwickelt, wo liegen aktuelle Bauzinsen und was prognostizieren weitere Entwicklungen?

Rückblick: Bauzinsen Entwicklung 2016

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat am 10. März 2016 den Leitzins auf null Prozent gesenkt. Damit setzte sie ihre lockere Geldpolitik fort. Hypothekenzinsen waren in den letzten vierzig Jahren nie so niedrig wie 2015 und 2016. Im Herbst 2016 haben die Zinsen für ein zehnjähriges Darlehen den niedrigsten Wert seit der Gründung der Bundesrepublik erreicht. Der Durchschnittszins für ein zehnjähriges Darlehen auf eine Hypothek war Ende Dezember 2016 bei 1,34 Prozent p. a. (Stichtag 28. Dezember 2016). Damit lagen die Bauzinsen auf einem der niedrigsten Niveaus der vorausgehenden zehn Jahre.

Die wichtigsten Entwicklungen Ende 2016, die auch Auswirkungen auf die weitere Entwicklung 2017 haben können, sind Folgende:

  • Zinsanhebung in den USA
  • Gestiegene Inflation in der Eurozone
  • Leicht angestiegene Zinsen für Immobilienkredite

Bauzinsen Prognose 2017

Bauzinsen Prognose / Bild: mrmohock/Shutterstock

Bauzinsen Prognose / Bild: mrmohock/Shutterstock

Aufgrund der oben genannten Entwicklungen, raten Experten dazu, die Bauzinsentwicklung 2017 sehr genau im Auge zu behalten. Derzeit befindet sich das Zinsniveau bei unter 1,5 Prozent für Darlehen mit zehnjähriger Zinsbindung. Trotz des leichten Anstiegs seit Oktober 2016 sind die Zinsen damit aber weiterhin auf einem niedrigen Niveau. Dass das Zinsniveau erneut auf ein Rekordtief fallen wird, wie es 2016 der Fall war, halten Experten für unwahrscheinlich. Moderate Steigerungen 2017 werden dagegen für wahrscheinlich gehalten: Man geht davon aus, dass Entwicklungen in den USA, die mit dem neuen Präsidenten Trump zusammenhängen, auch auf europäische Märkte Einfluss haben. Besonders in der zweiten Jahreshälfte werden höhere langfristige Zinsen erwartet. Die Entwicklung hängt ab von:

  • Weiteren Zinsschritten der amerikanischen Notenbank
  • Einer anziehenden Inflation
  • Schwankungen im Zinsniveau aufgrund politischer Unsicherheiten

Es empfiehlt sich daher, nicht zu lange zu warten und die derzeit günstigen Zinsen für sich zu nutzen, wenn Sie den Bau eines Hauses planen. Da die Bauzinsen sich an deutschen Staatsanleihen und Pfandbriefen orientieren, gilt es bei der Immobilienfinanzierung insbesondere hiesige Renditen zu beobachten. Bauzinsen werden 2017 vermutlich etwas teurer, im historischen Vergleich aber immer noch günstig bleiben.

Das raten die Experten noch

Niedrige Zinsen für ein Darlehen sollten Sie grundsätzlich nicht für eine hohe Kreditsumme verwenden, sondern die Ersparnis besser in eine hohe Tilgung investieren. Auf diese Weise profitieren Sie in zweifacher Hinsicht: Zum einen zahlen Sie pro Jahr niedrige Zinsen für Ihr Darlehen. Zum anderen führt eine höhere Tilgung zu schnellerer Schuldenfreiheit. Rechnen Sie unbedingt verschiedene Szenarien für Zinsbindung und Tilgung durch.

Je nachdem, welche Zinsbindungsfrist Sie gewählt haben, läuft diese nach 5, 10 oder 15 Jahren aus. Nach 10 Jahren, bezogen auf den Auszahlungstermin, besteht ein gesetzliches Kündigungsrecht. Günstige Zinsen sollten Sie immer möglichst lange festschreiben, also am besten 15 Jahre. In der Regel ist dann eine Restschuld vorhanden, die eine Anschlussfinanzierung nötig macht. Kümmern Sie sich deshalb frühzeitig um eine günstige Weiterfinanzierung, um das optimale Angebot wählen zu können.

Was erwartet Bauherren 2017?

Der Bau eines Eigenheimes ist mit erheblichem Planungsaufwand verbunden. Damit Sie alle wichtigen Faktoren berücksichtigen und von Anfang an einplanen können, sollten Sie Folgendes wissen:

  • Förderung für Solarstromspeicher
    Seit Anfang 2017 soll die Förderung durch die KfW für Solarstromspeicher wieder zur Verfügung stehen. Mit den aktuell günstigen Zinsen und einem Tilgungszuschuss von 19 Prozent können Sie erhebliche Summen einsparen.
  • Steigende Grunderwerbssteuer
    Zum 1. Januar 2017 ist die Grunderwerbssteuer in Thüringen von 5 auf 6,5 Prozent angestiegen. Thüringen, das Saarland, Brandenburg, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein gehören damit zu den teuersten Bundesländern hinsichtlich der Grunderwerbssteuer. Bayern und Sachsen sind mit einer Grunderwerbssteuer von 3,5 Prozent die günstigsten Länder beim Immobilienkauf.
  • Baukindergeld und Eigenheimzulage
    Die Politik diskutiert aktuell darüber, wie vor allem Familien beim Hausbau finanziell entlastet werden können. Im Gespräch sind unter anderem Baukindergeld und Eigenheimzulage.
  • Smart Meter (digitaler Strom- / Wasserzähler)
    Ab 1. Januar 2017 werden Smart Meter eingeführt. Der Einbau ist zunächst nur für Unternehmen und Haushalte mit einem Jahresverbrauch über 10.000 kWh Pflicht. Ab 2020 ist der Einbau eines Smart Meter aber auch bei einem Verbrauch von 6.000 kWh verpflichtend.

Wie auch die Gründung einer Familie gehört das Eigenheim für viele zu wichtigen Zielen im Leben. Um das Vorhaben „Hausbau“ erfolgreich umzusetzen, ist eine optimale Baufinanzierung Voraussetzung. Vertrauen Sie in dieser wichtigen Angelegenheit Experten und finden Sie für sich ein passendes Angebot zur Baufinanzierung.

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