Enttäuschung garantiert: Warum Sie bei Strompreisgarantien besonders skeptisch bleiben sollten

Verbraucherschützer warnen vor Mogelpackungen der Anbieter

„Schon wieder eine Nachzahlung beim Strom…“, wenn auch Sie diesen Seufzer kennen, geht es Ihnen so wie den meisten. Beinahe laufend steigend die Strompreise und sorgen dafür, dass die Rechnung immer höher ausfällt und die übliche monatliche Vorauszahlung nicht mehr ausreicht. Nach aktuellen Berechnungen sind die Ausgaben für Strom in den vergangenen 15 Jahren um 70 Prozent gestiegen.

Den Ärger der Kunden über die laufend steigenden Ausgaben nutzen einige Anbieter jetzt für eine geschickte Aktion zur Kundengewinnung und Kundenbindung:

„Strompreisgarantien“ heißt das Zauberwort, das so verlockend klingt und Sicherheit vor den laufend steigenden Preisen geben soll. Teilweise werben die Anbieter damit, dass die Preise bis 2016 stabil bleiben, wenn die Kunden einen Neuvertrag abschließen.

Verbraucherschützer warnen: Schauen Sie genau hin!

Doch Achtung: Manch eine Festpreisgarantie erweist sich bei genauerem Hinschauen als Mogelpackung, warnen Verbraucherschützer. Der Trick: Im Kleingedruckten schließen die Anbieter Preisbestandteile von der Garantie aus – beispielsweise Umlagen und Steuern. Bei einem großen Anbieter sind im Kleingedruckten Bestandteile aus der Garantie herausgenommen, die 52 Prozent des Strompreises ausmachen. Bei einzelnen Anbietern sind bis 75 Prozent der Strompreisbestandteile ausgeklammert. Der Effekt: Trotz Stabilitätsgarantie kann der Preis kräftig steigen.

 

„Das ist die neueste Masche in der Branche“, wird Udo Sieverding, Energieexperte der Verbraucherzentrale NRW, in der Tageszeitung „Welt“ zitiert. Solche Angebote würden den Namen Preisgarantie nicht verdienen.

Wie Sie sich vor der Enttäuschung schützen

  • Wenn auch Sie die Nase voll von steigenden Preisen haben und eine Strompreisgarantie nutzen wollen, lesen Sie vor Abschluss eines Vertrags das Kleingedruckte durch.
  • Finden Sie dort eine lange Liste mit Preisbestandteilen, die in der Garantie ausgeklammert sind, bietet sie bestenfalls einen stark eingeschränkten Schutz vor weiteren Strompreissteigerungen.
  • Werden hier bei den Ausnahmen auch die Netzentgelte herausgenommen, kann es dazu kommen, dass die Garantie lediglich etwa ein Viertel des Strompreises abdeckt und dadurch beinahe wertlos ist. Das ist besonders dann ärgerlich, wenn die Laufzeit des Vertrags mit Garantie beispielsweise zwei Jahre beträgt und nicht vorzeitig gekündigt werden kann.

Tipp: Oft ist es sinnvoller, in den eigenen vier Wänden nach weiteren Sparmöglichkeiten zu suchen, als mit einer Strompreisgarantie auf Ersparnisse zu hoffen. Beispielsweise lohnt sich die Anschaffung stromsparender LED-Birnen bei häufig genutzten Lampen. „Wenn Sie zehn 60-Watt-Lampen durch Elf-Watt-Sparlampen ersetzen, sparen Sie trotz höherer Anschaffungskosten in zehn Jahren rund 930 Euro“, hat die Umweltorganisation Greenpeace ausgerechnet. Darüber hinaus lässt sich viel sparen, wenn Sie sich auf die Suche nach unerkannten Stromfressern machen, beispielsweise nach Geräten, die im Stand-by-Modus laufen und 24 Stunden am Tag kleine oder sogar größere Mengen Strom aus dem Netz ziehen.

 

 

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