Emoji: 67 neue Kandidaten für Ihre Kurznachrichten

Konsortium entscheidet jetzt über die neuen „Bildzeichen“

Emoji:  67 neue Kandidaten für Ihre Kurznachrichten / Bild: iStock

Emoji: 67 neue Kandidaten für Ihre Kurznachrichten / Bild: iStock

Können Sie sich ein Leben ohne Emoji noch vorstellen?

Wer mit Kurznachrichten aufgewachsen ist und den ganzen Tag über ein Auge auf WhatsApp hat, hätte wahrscheinlich Schwierigkeiten, seinen Gefühlen ohne die kleinen Bildzeichen (so die die Übersetzung des Wortes aus dem Japanischen) Ausdruck zu verleihen. Ein Lacher, ein Küsschen, Wut… all das lässt sich mit Emojis in Sekunden mitteilen.

Wer Emojis gern einsetzt, um seine Kurznachrichten lebendiger zu gestalten und um mit einem Klick Emotionen auszudrücken, hat schon bald einen weiteren Grund zur Freude: Im Sommer 2016 werden neue Emojis dazukommen.

Für alle, die das Handy nur zum Telefonieren nutzen:

Emojis sind die bunten Bildchen in Buchstabengröße – manche nennen sie einfach „Smileys“. Diese farbenfrohen Bildzeichen haben in den vergangenen Jahren die vorher in Kurznachrichten, E-Mails oder Internet-Kommentaren gebräuchlichen Emoticons, wie zum Beispiel 😉 verdrängt. Rund 600 gibt es davon – aufgeteilt in die 5 Kategorien: Personen, Natur, Objekte, Orte und Symbole. Mit der Tastatur lassen sie sich vor allem auf dem Smartphone leicht eintippen. Voraussetzung: Sie finden schnell das passende Bildzeichen, was für den Ungeübten bei der großen Auswahl gar nicht so einfach ist.

Den Überblick zu behalten wird bald noch einmal schwieriger: In der vergangenen Woche wurde die Emoji Liste mit insgesamt 67 neuen Bildzeichen bekannt. Darunter sind zum Beispiel ein Emoji für Selfie (ausgetreckter Arm mit Smartphone), ein Clownsgesicht oder ein tanzender Mann. Im Mai 2016 entscheidet dann ein Konsortium, welche davon in die offizielle Emoji Liste aufgenommen und ab Juni 2016 verwendet werden können.

Denn ein neues Emoji kann sich nicht einfach jeder Programmanbieter oder Handy-Hersteller einfallen lassen und einsetzen. Damit die Bildzeichen tatsächlich auf jedem Gerät von allen Herstellern richtig dargestellt werden, müssen sie in die offizielle Liste der Unicode-Zeichen aufgenommen werden – ein weltweiter Standard für die digitale Codierung von Schriftzeichen.

Ob die neuen Kandidaten es schaffen, in die Liste der beliebtesten Emojis aufzusteigen, ist fraglich. Hier steht bereits seit Jahren unangefochten und mit Abstand das fröhliche Gesicht, das Tränen lacht, an der Spitze.

Manch ein Kulturkritiker befürchtet, dass die Emoji zur Verarmung der Schriftkultur beitragen könnten. Die Menschen würden es verlernen, ihre Gedanken in ganzen Sätzen zu formulieren, so die Pessimisten.

Andere wiederum sehen gerade darin einen Vorteil: Es gebe durch Emojis beispielsweise bei kontroverser Facebook-Post weniger unqualifizierte und beleidigende Kommentare. Die Menschen klicken einfach auf ein vergleichsweise harmloses „Gefällt mir nicht“-Emoji, wenn sie ihr Missfallen ausdrücken wollen, und schreiben keine langen oder beleidigenden Hasstiraden mehr. „Eine Meinungsäußerung ohne Argumente lässt sich schließlich mit einem Emoji treffend umschreiben“, so die Autorin Julia Bähr in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“.

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