Elternunterhalt: Kinder müssen für Ihre Eltern zahlen

Wenn ein Elternteil pflegebedürftig wird, stehen im Alltag der Kinder viele Veränderungen bevor – vor allem finanzielle. Immer häufiger meldet sich das Sozialamt, um Elternunterhalt zu verlangen. Die 1822direkt erklärt, wann Sie zahlen müssen und wann nicht.

Die Unterhaltspflicht

  • Kinder können zur Zahlung rechtlich verpflichtet werden
  • Auch Ehepartner oder Schwiegerkinder können in die Pflicht genommen werden
  • Je nach Pflegestufe steigen die Unterhaltskosten
  • Schonvermögen der Kinder (z. B. Altersvorsorge) darf jedoch nicht angetastet werden

Wenn Eltern Unterstützung brauchen

In der Kindheit bilden Eltern die Stütze, die den Kindern den Rücken stärkt. Gerne möchte man als Erwachsener seinen Eltern so viel wie möglich zurückgeben. Doch sollte die Unterstützung der Eltern nicht die eigenen finanziellen Polster zu stark angreifen. Wenn vom Sozialamt die Aufforderung zur Zahlung des Elternunterhalts kommt, können Sie Ihren Eltern gegenüber ab einem bestimmten Einkommen unterhaltspflichtig sein.

Wann Kinder zahlen müssen

Die Kosten für die Pflege können je nach Pflegestufe und Pflegeheim stark variieren. Einen Teil übernimmt die gesetzliche Pflegeversicherung. Die Kosten für die Verpflegung und die Unterbringung in einem Heim, muss der Betroffene meist selbst zahlen. In vielen Fällen reichen die Rente oder die Rücklagen der Eltern nicht aus – dann kommt das Sozialamt auf die Kinder zu, um Elternunterhalt einzufordern

Wann Kinder nicht zahlen müssen

Ein gesetzlich geregelter Selbstbehalt soll Kinder vor einer zu großen finanziellen Belastung schützen. Je nach Fall wird individuell berechnet, bis zu welcher Grenze der Unterhaltspflichtige etwas zuzahlen muss. Bei der Berechnung spielen unter anderem das Einkommen und der Familienstand des Kindes eine Rolle. Rücklagen, beispielsweise für die Altersversorgung oder für Bauvorhaben, dürfen dabei in der Regel für den Elternunterhalt nicht angetastet werden.

Die Unterhaltsberechnung

Die Berechnung unterliegt vielen weiteren Faktoren, die eine individuelle Kalkulation nötig macht. Im Folgenden sehen Sie ein Rechenbeispiel von der Webseite www.elternunterhalt.org:

Beläuft sich der Bedarf der im Heim untergebrachten Mutter, die in Pflegestufe III eingestuft ist, auf monatlich 3.200 Euro und erhält die Mutter eine Rente von 1.000 Euro sowie eine Pflegeversicherung über 1.432 Euro, so bleibt ein Bedarf in Höhe von 768 Euroungedeckt, für den die Angehörigen ggfs. einstehen müssen.

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