Ein Paket für den Nachbarn annehmen? Wie Sie sich vor Ärger schützen

Was Sie wissen sollten, wenn der Paketbote bei Ihnen klingelt

Weihnachtszeit ist Paketzeit. Die überlasteten Boten sind froh über jedes Päckchen, das sie beim ersten Zustellversuch loswerden und nicht wieder in den Wagen packen müssen, weil der Empfänger bei der Arbeit ist. Vielleicht haben auch Sie schon häufiger deshalb ein Paket für den Nachbarn angenommen. Die freundliche Geste ist jedoch mit einigen Unsicherheiten verbunden. Hier Antworten auf die häufigsten Fragen, damit Sie sich keinen unnötigen Ärger einhandeln.

Wenn ich ein Paket annehme, muss ich es dann selbst zum Nachbarn bringen?

Sie brauchen niemandem hinterherzulaufen! Der Zusteller ist dazu verpflichtet, dem Empfänger eine Nachricht zu hinterlassen, wo er das Paket abgegeben hat. Meist geschieht das über einen Benachrichtigungszettel im Briefkasten. Ärgerlich kann die Sache aber dann werden, wenn der Nachbar sich trotz des Zettels nicht meldet und auch bei eigenen Nachfragen nicht anzutreffen ist. Steht dann tage- oder wochenlang ein möglicherweise sperriges Paket bei Ihnen herum, taucht schnell diese Frage auf:

Wie lange muss ich das Paket für den Nachbarn aufbewahren?

Die schlechte Nachricht ist: Sie müssen das Päckchen so lange aufbewahren, bis es abgeholt wird. Sie können das Paket nicht einfach an den Absender zurückschicken, weil Sie als Ersatzempfänger keinerlei Vereinbarung mit dem Versender haben. Experten raten in einem solchen Fall, in dem der eigentliche Empfänger sich nicht meldet und nicht anzutreffen ist: Schicken Sie ihm schriftlich mit Termin eine Aufforderung, das Paket abzuholen. Reagiert er auch darauf nicht, ist es denkbar, das Paket irgendwo einzulagern und die Kosten dafür vom Empfänger einzufordern.

Das heißt: Kennen Sie den Empfänger nicht und ist das Paket groß und sperrig, sollten Sie im Zweifel auf die Annahme verzichten, um lästigen Ärger auszuschließen.

Was ist, wenn das Paket oder die Ware beschädigt ist?

Hier gibt es zwei Möglichkeiten:

  • Das Paket ist sichtbar beschädigt: Ist schon von außen feststellbar, dass das Paket beschädigt ist und die Ware möglicherweise gelitten hat, sollten Sie es gar nicht erst annehmen. Denn mit Ihrer Unterschrift bestätigen Sie, dass Sie das Paket äußerlich unversehrt in Empfang genommen haben.
  • Der Inhalt ist beschädigt: Stellt der eigentliche Empfänger nach Ihrer Weitergabe fest, dass die Ware im Paket beschädigt oder defekt ist, obwohl das Paket unversehrt ausgesehen hat, brauchen Sie keine Konsequenzen zu befürchten. Denn dann kann der Empfänger die Ware wie üblich zurücksenden und reklamieren.

Kann ich das Paket einfach vor die Tür des Nachbarn legen?

Auch wenn es mehr Aufwand erzeugt: Bewahren Sie das angenommene Paket sicher in Ihrer Wohnung auf. Denn wird das abgelegte Paket gestohlen, können Sie niemals nachweisen, dass Sie es dort abgelegt haben, und Sie haften im Zweifel für den Inhalt.

Wem gebe ich das Paket?

Wenn Sie den eigentlichen Empfänger, für den Sie das Paket angenommen haben, nicht kennen, sollten Sie sich den Ausweis zeigen lassen. Achtung: Der Benachrichtigungszettel reicht als Nachweis nicht aus! Es kommt vor, das Betrüger die Benachrichtigungszettel über abgegebene Pakete aus dem Briefkasten fischen oder von Haustür wegnehmen und damit versuchen, an das Paket zu kommen. Der rechtmäßige Empfänger könnte dann Ersatz von Ihnen fordern.

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