Dreiste Abo-Fallen: Cocktailrezept für 196 €

Vor einigen Jahren sorgten Abo-Fallen mit Handyspielen für Ärger und Furore. Heute glauben die meisten, die Zeiten für Betrüger mit dieser Masche seien vorbei. Doch Achtung: Sicherheitsexperten sehen gerade heute ein Comeback. Wer beim Surfen nicht aufpasst oder unbedarft seine E-Mail preisgibt, hat schnell ein überteuertes Abo am Hals – und mitunter viel Ärger.

Typische Beispiele:

  • Der Internetnutzer sucht mit einem Routenplaner nach der günstigsten Strecke. Bevor ihm die Route angezeigt wird, soll er sich noch schnell mit seiner E-Mail-Adresse registrieren. Wenige Tage später hat er eine Rechnung über mehrere Hundert Euro im E-Mail-Postfach, weil er angeblich ein Abo für 12 Monate abgeschlossen hat.
  • Ein anderer sucht nach Cocktail-Rezepten für die Party. Die gibt es ebenfalls nach Registrierung scheinbar kostenlos. Die Rechnung kommt später: 196 € für eine zweijährige Nutzung der Rezeptdatenbank.

Solche und ähnliche Fallen, bei denen die Kosten versteckt werden und der Internetnutzer versehentlich ein Abo abschließt, häufen sich gerade 2014 wieder. Neu ist die Dreistigkeit, mit der viele Betrüger vorgehen:

Wenn der Kunde die Rechnung ignoriert und nicht zahlt, senden unseriöse Betreiber Mahnungen, Mahnbescheide und Anwaltsschreiben, um den Kunden unter Druck zu setzen. Manch eines dieser Mahnschreiben enthält sogar Hinweise auf angebliche Gerichtsurteile, aus denen die Zahlungsverpflichtung des Kunden hervorgehen soll. Die Betrüger spekulieren darauf, dass der Kunde verunsichert wird und zahlt, nur um wieder seine Ruhe zu haben.

Schon vor 2 Jahren wollte der Gesetzgeber solchen Tricks und Betrügereien einen Riegel vorschieben. Seither ist beim Abschluss eine Abos oder beim Kauf im Internet erforderlich, dass der Kunde auf einen Button klickt, der eindeutig beschriftet ist, etwa mit „Kostenpflichtig bestellen“ oder „Kaufen“. Klickt der Kunde dagegen nur auf einen Button mit Aufschriften wie beispielsweise „Registrieren“ oder „Weiter“, kommt noch kein Vertrag zustande.

Das Problem jetzt: Abo-Fallen-Betrüger ignorieren das Gesetz einfach. Und eine Verfolgung gestaltet sich oft schwierig, weil die Betreiber ihre Internetseiten schnell schließen und mit anderen Namen und Adressen wieder öffnen. Im Impressum finden sich dann häufig Briefkastenfirmen mit Sitz in Panama.

Wie Sie sich schützen

  • Um sich den Ärger zu sparen, sollten Sie bei Gratis-Angeboten im Internet vorsichtig sein. Verlangt ein Anbieter Ihre E-Mail-Adresse, damit Sie Zugriff auf Kochrezepte, Hausaufgabenhilfe, kostenlosen SMS-Versand, Warenproben, Routenplanung, Intelligenztests, Gewinnspiele und Ähnliches bekommen, ist Vorsicht angesagt. Wenn es sich um einen unbekannten Anbieter handelt, verzichten Sie besser auf die Angabe Ihrer E-Mail-Adresse.
  • Wenn Sie bereits in eine Abo-Falle getappt sind und eine Rechnung ins Haus flattert, bleiben Sie stur und zahlen Sie nicht! „Ein entgeltlicher Vertrag kommt nicht zustande, solange der Preis gegenüber dem betroffenen Nutzer nicht klar und deutlich angezeigt wurde. Daher müssen Sie auch nicht zahlen“, rät die Verbraucherzentrale Hamburg. Lassen Sie sich auch von „Anwaltsschreiben“ und „Mahnbescheidsanträgen“ nicht einschüchtern.

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