Diesel-Zukunft: Was haben Verbraucher zu erwarten?

Der Diesel hat einen schweren Stand / Bild: Scharfsinn/Shutterstock

Der Diesel hat einen schweren Stand / Bild: Scharfsinn/Shutterstock

Der Diesel und seine Zukunft vs. Elektroautos in Deutschland

Der Diesel und seine Zukunft vs. Elektroautos in Deutschland Nach dem Diesel-Abgasskandal stehen Autokonzerne unter Druck. Diesel-Autos haben ihren guten Ruf als umweltschonende und kosteneffiziente Fahrzeuge verloren. Mit der Erfindung der Elektromobilität scheint ein frischer Wind durch die Autoindustrie zu wehen, der nicht nur von der Politik unterstützt, sondern besonders auch von Umweltschutzorganisationen gut geheißen wird. Wie steht es um das Diesel-Auto in Zukunft und wie geht es mit der Entwicklung von Elektroautos auf Deutschlands Automarkt voran?

Aktuelle Entwicklung in der Automobilindustrie

  • Einige Tage nach der Automesse IAA im Jahr 2015 kam der Abgasskandal des Automobilherstellers Volkswagen ans Licht. Konsequenzen aus dem Dieselgipfel unter der Bundesregierung von Angela Merkel waren die folgenden:
    Diesel-Autos der Schadstoffklassen Euro 5 und Euro 6 sollen ein Software-Update bekommen. Die Kosten dafür sowie die Gewährleistung für einzelne Bauteile haben die Autobauer zu tragen. Davon betroffen sind in erster Linie Fahrzeuge von VW, Audi, BMW, Porsche, Daimler und Opel. Ziel des Updates ist es, die NOx-Emissionen um 25 bis 30 Prozent zu verringern.
  • Die Software-Maßnahmen sollen vom Kraftfahrt-Bundesamt überwacht werden.
  • Durch die Nachrüstung sollen diskutierte Fahrverbote für Besitzer von Diesel-Autos in der Zukunft vermieden werden.
  • Für Besitzer von Euro 4-Modellen soll es eine Kaufprämie geben, die den Kauf sauberer Autos attraktiv macht.

Manche Städte fordern die Einführung einer sogenannten Blauen Plakette als Voraussetzung dafür, mit dem Auto in die Stadt fahren zu dürfen. Entsprechende Fahrzeuge dürfen für das Führen der Plakette bestimmte Stickoxid-Grenzwerte nicht überschreiten. Ob eine solche eingeführt wird und zu welchen Bedingungen, ist aktuell noch nicht entschieden.Mit dem Abgasskandal hat die Beliebtheit von Diesel-Autos deutlich nachgelassen:

  • Im Jahr 2012 war noch rund jeder zweite Neuwagen (48,2 Prozent) in Deutschland ein Diesel-Auto.
  • Im Jahr 2016 lag die Anzahl der Diesel-Neuwägen nur noch bei rund 45 Prozent, mit steigender Tendenz zur Anschaffung von Elektro- oder Hybrid-Fahrzeugen.

Auf was müssen sich Verbraucher einstellen?

Was den Diesel und seine Zukunft betrifft, sind sich selbst Experten uneinig. Besitzer eines Diesels der Schadstoffklassen 5 und 6, bei deren Fahrzeuge ein Software-Update vorgesehen ist, werden darüber schriftlich informiert. Ein Update ist nicht verpflichtend. Schließen Besitzer ein solches für sich allerdings aus, besteht grundsätzlich die Möglichkeit, dass das Fahrzeug aus dem Verkehr gezogen wird. Es kann zum Beispiel sein, dass es die nächste TÜV-Prüfung nicht erfolgreich durchläuft. Das Aufspielen der Software in der Werkstatt dauert laut Daimler-Chef Dieter Zetsche etwa eine Stunde. Bis 2018 sollen diese Nachrüstungen für alle betroffenen Kunden kostenlos abgeschlossen sein. Andere Länder beteiligen sich nicht an den Nachrüst-Aktionen. Frankreich und Großbritannien planen ein grundsätzliches Verkaufsverbot nicht nur für Diesel, sondern allgemein für alle Verbrennungsmotoren ab dem Jahr 2040. Norwegen möchte bereits ab 2025 nur noch Autos mit Elektroantrieb neu zulassen.

Wird es Diesel-Autos auch in Zukunft noch geben?

Bis zum Jahr 2025 ist in Deutschland ein Marktanteil der Elektromobilität von 25 Prozent geplant. Im Umkehrschluss gehen einige Fachkräfte davon aus, dass Verbrennungsmotoren in den nächsten Jahrzehnten weiterhin Bestand haben und zum Verkauf stehen. Entgegen dieser Meinung gibt es ebenso Experten, die davon ausgehen, dass der Diesel in Zukunft nicht zu retten ist und Elektrofahrzeuge auf den Markt drängen, die dafür sorgen, dass der Verbrennungsmotor gänzlich verschwindet.

Wie steht es um die Zukunft von Elektroautos in Deutschland?

Der ursprüngliche Plan der Bundesregierung lag darin, bis zum Jahr 2020 in Deutschland eine Million Elektrofahrzeuge auf den Straßen zu haben. Dafür wurde eine E-Auto-Prämie eingeführt: Der Kauf eines Elektrofahrzeugs wird seit 2016 mit 4.000 Euro unterstützt. Insgesamt soll der Kauf von Elektroautos des Herstellers Tesla mit rund 3 Millionen Euro subventioniert werden. Doch ein Jahr nach der Einführung der E-Auto-Prämie ist das Ergebnis ernüchternd: Es wurden gerade mal rund 23.000 Anträge auf die Prämie gestellt. Bafa-Präsident Andreas Obersteller führt dafür verschiedene Gründe an:

  • Die Kosten für Elektrofahrzeuge sind trotz der E-Auto-Prämie noch relativ hoch – besonders im Vergleich zu herkömmlichen Kraftfahrzeugen mit Verbrennungsmotor.
  • Die Ladeinfrastruktur für Elektroautos ist in Deutschland noch zu geringfügig ausgebaut.
  • Gleichzeitig entspricht die Reichweite pro Tankfüllung nur etwa der Hälfte jener von Verbrennungsmotoren.

Ein Gedanke zu „Diesel-Zukunft: Was haben Verbraucher zu erwarten?

  1. Reinhold Krug

    Elektroauto? „…man muss dran glauben“
    In Politik und Medien wird das Elektroauto als Heilsbringer gefeiert. Welche Auswirkungen wird das Elektroauto tatsächlich haben? Was passiert, wenn sich das Batterieauto durchsetzen sollte? Ist ein Batterieauto ein vollwertiges Familienauto, mit dem ich in den Urlaub fahren kann? Erreicht man mit dem Elektroauto nicht genau das Gegenteil, von dem was man vorgibt verbessern zu wollen?
    Fördert das Elektroauto etwa den Flugverkehr?
    Betrachten wir uns ein Elektro-Familienauto genauer:
    Nein, es geht nicht um Hybrid, Brennstoffzellen, Wasserstoff, oder um irgendetwas, das noch nicht erfunden ist. Es geht nicht um den Teslar, der in der Dreifachgarage neben dem Porsche steht. Es geht um das E-Auto mit Batterien. Beispielsweise den Ampera von Opel. Er soll der große Durchbruch sein. 527 km fährt das 4,20 m lange Auto angeblich – unter optimalen Bedingungen versteht sich. Optimale Bedingungen darf man sich wohl so vorstellen:
    ♣ keine Heizung
    ♣ keine Klimaanlage
    ♣ keine tiefen Außentemperaturen
    ♣ keine Berge
    ♣ keine hohe Geschwindigkeit
    ♣ kein stop-and-go
    ♣ keine Zuladung – Fahrer und nichts im Kofferraum
    ♣ kein Anhänger
    ♣ – Wohnwagen, Sportboot, Dachgepäckträger etc.
    ♣ keine gealterte Batterie. Nur wenn die Batterie in der Garantiezeit mehr als 30% ihrer Kapazität verloren hat, wird die Batterie in der Regel ersetzt. Mit anderen Worten ihr Autochen bleibt bereits nach 360 km stehen und nicht nach 527 km

    Darüber hinaus wäre noch interessant zu wissen:
    ♣ Was kostet eigentlich die 430 kg (vierhundertdreißig) schwere Ersatz Ampera-Batterie?
    ♣ Welche Schadstoffe entstehen bei der Produktion und beim Recycling dieser Riesen-Batterie?
    ♣ ist ein Anhängerbetrieb möglich, Wohnwagen, Sportboot usw.?
    ♣ Welche Auswirkungen hat das Treiben auf das heimische Beherbergungsgewerbe und die damit verbundenen Arbeitsplätze?

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