Die Zusatzrente als europaweite Alterszusatzvorsorge

Zunehmend beginnen immer mehr Menschen schon in jungen Jahren zusätzlich zur gesetzlichen Rentenversicherung für die Zeit nach der Berufstätigkeit finanziell vorzusorgen.

Europaweite Alterszusatzvorsorge / Bild: symbiot/Shutterstock

Europaweite Alterszusatzvorsorge / Bild: symbiot/Shutterstock

Neben einer betrieblichen Altersvorsorge sowie Rürup- oder Riester-Renten gibt es verschiedene zusätzliche private Lebens- oder Rentenversicherungen bei unterschiedlichen Anbietern. Auch die EU-Kommission in Brüssel plant die Einführung einer Zusatzrente – und zwar speziell zugeschnitten auf mobile Arbeitskräfte, die innerhalb der Europäischen Union zu- oder abwandern.

Wie sehen die Pläne zur Zusatzrente der EU-Kommission aus?

Die EU-Kommission hat die Möglichkeit einer privaten Altersvorsorge ausgearbeitet, in die alle europäischen Bürger einzahlen können. Die Policen sollen sich dann bei Umzügen innerhalb der EU unkompliziert mitnehmen lassen. Das heißt, EU-Bürger können ihre Rentenansprüche aus der Zusatzrente in jedem europäischen Land geltend machen, unabhängig davon, in welchem Land sie berufstätig waren und dabei in die Rentenversicherung eingezahlt haben.

Mit der Zusatzrente sollen Investitionsanreize geschaffen werden: Die Märkte innerhalb Europas sollen enger vernetzt sein und privates Kapital soll in die europaweite Infrastruktur oder Energieprojekte fließen. Für Privatpersonen geht es in erster Linie jedoch um die finanzielle Absicherung im Alter durch die Zusatzrente auch bei einem möglichen Umzug innerhalb der Europäischen Union.

Grundsätzlich besteht nämlich die Möglichkeit, dass Arbeitnehmer ihre Rentenansprüche verlieren, wenn sie innerhalb der EU zu- oder abwandern. In manchen Zusatzrentensystemen wiederum müssen Arbeitnehmer bestimmte Voraussetzungen erfüllen, bevor die Rentenanwartschaft als unwiderruflich erworben gilt. Solche Voraussetzungen bestehen beispielsweise darin, dass eine Arbeitskraft für einen bestimmten Zeitraum bei einem Arbeitgeber beschäftigt gewesen sein muss, andernfalls entfallen die Rentenansprüche bei einem Umzug ins Ausland.

Pläne zur Zusatzrente / Bild: Pemaphoto/Shutterstock

Pläne zur Zusatzrente / Bild: Pemaphoto/Shutterstock

Mit der geplanten Zusatzrente der EU-Kommission sollen jedem Arbeitnehmer die Rentenzahlungen sicher sein, unabhängig von seinem Aufenthaltsort (solange sich dieser innerhalb der Europäischen Gemeinschaft befindet). Konkret sind die Maßnahmen in der Richtlinie 98/49/EG festgelegt. Diese Richtlinie ist eine erste Maßnahme, die Freizügigkeit der arbeitnehmenden Europäer im Bereich der Zusatzrentensysteme zu erleichtern. Die Richtlinie 2014/50/EU legt fest, dass die Sicherung der Renten- und Pensionsansprüche von mobilen Arbeitskräften in allen Mitgliedsländern bis zum 21. Mai 2018 umgesetzt werden muss.

Wie wahrscheinlich ist eine schnelle Umsetzung?

Bereits im Jahr 2015 hat die EU-Kommission im Rahmen der sogenannten Kapitalmarktunion einen Plan verabschiedet, der insgesamt 33 Maßnahmen umfasst. Zwei Drittel von ihnen wurden bereits eingeleitet. Oberstes Ziel besteht darin, den grenzübergreifenden Kapitalverkehr fließender zu gestalten, indem Hindernisse diesbezüglich weiter abgebaut werden. Dazu gehören ebenso jene Hindernisse, die ein Zu- oder Abwandern von Selbstständigen und Angestellten innerhalb der EU betreffen. Wie Dombrovskis betont, sollen insbesondere hinsichtlich des nahenden Austritts Großbritanniens weitere Maßnahmen zügig umgesetzt werden: „Angesichts der Tatsache, dass der größte europäische Finanzplatz die EU verlassen wird, wollen wir uns noch stärker für die Festigung und Integration der Kapitalmärkte in der EU einsetzen“, so seine Worte.

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