Die stärksten Finanzmärkte weltweit

Etwa seit dem Jahr 1990 belaufen sich drei Viertel des weltweiten Aktienumsatzes auf einige wenige besonders starke Börsen.

Vergleich der Finanzmärkte / Bild: Have a nice day Photo/Shutterstock

Vergleich der Finanzmärkte / Bild: Have a nice day Photo/Shutterstock

Für die USA ist das der New York Stock Exchange, im europäischen Raum der Londoner Stock Exchange sowie die Frankfurter Wertpapierbörse und im asiatischen Raum die Japan Exchange Group. Im Folgenden erhalten Sie eine kleine Einführung in die stärksten Finanzmärkte der Welt.

Der Finanzmarkt der USA: New York Stock Exchange

Der wichtigste Handelsplatz der USA ist der New York Stock Exchange (NYSE), ebenso bekannt unter dem Namen Wall Street. Im Jahr 1772 von insgesamt 24 Brokern gegründet, ist sie heute die weltgrößte Börse für Wertpapiere. Ihr wichtigster Leitindex ist der Dow Jones Industrial Average (angegeben in US-Dollar), der sich aus den 30 größten amerikanischen Unternehmen zusammensetzt. Dazu zählen zum Beispiel:

  • Goldman Sachs (Investmentbanking)
  • IBM (Informationstechnik)
  • 3M (Mischkonzern)
  • Boeing (Flugzeugbau)
  • Apple (Hard- und Software)

An der New Yorker Börse werden pro Tag Milliarden von Aktien gehandelt. Auch deutsche Unternehmen sind an der NYSE börsennotiert, so zum Beispiel die Deutsche Bank, Fresenius Medical Care, Siemens oder SAP.

Der Finanzmarkt Großbritanniens: Londoner Stock Exchange

Im Jahr 1698 wurden Aktienhändler aufgrund ihres unangemessenen Verhaltens aus der Royal Exchange ausgeschlossen, woraufhin sie ihren Aktienhandel im sogenannten Jonathan’s Coffee-House betrieben. 1773 bezogen sie ein festes Gebäude für ihren Handel und nannten dieses „The Stock Exchange“. 1801 erfolgte die formelle Gründung, im Jahr 1923 erhielt die Börse ihr eigenes Wappen mit dem lateinischen Spruch „dictum meum pactum“ („Mein Wort ist meine Verpflichtung“). Die Londoner Börse blickt auf eine 200-jährige Erfahrung zurück und ist damit eine der ältesten Börsen Europas sowie Platz eins der stärksten Finanzmärkte. Nicht zuletzt liegt das an ihrer Spezialisierung auf zahlreichen Gebieten:

  • Die London Metall Exchange (LME) ist die weltweit größte Metallbörse
  • Das britische Unternehmen Baltic Exchange ist die weltgrößte Schifffahrtsfrachtenbörse
  • Lloyds of London ist eine auf dem internationalen Markt bedeutende Börse für Versicherungen
Der Finanzmarkt Großbritanniens / Bild: g-stockstudio/Shutterstock

Der Finanzmarkt Großbritanniens / Bild: g-stockstudio/Shutterstock

Mit ihrem heutigen Sitz am Paternoster Square haben sich in der Nähe der Börse namhafte Kreditinstitute niedergelassen. Dazu gehören die Bank of America, Morgan Stanley sowie die Citigroup. Ebenso die britische Finanzdienstleistungs-aufsicht (FSE) findet sich dort.

Die Londoner Stock Exchange ist eine Aktiengesellschaft unter der Leitung von Chris Gibson-Smith und Xavier Rolet. Sie gliedert sich in:

  • Main Market
  • Alternative Investment Market
  • EDX London

Wie alle Börsen besitzt auch die LSE einen sogenannten Leitindex, den Financial Times Stock Exchange (FTSE, angegeben in Britischen Pfund/GBP), in dem rund 100 börsennotierte Unternehmen Großbritanniens enthalten sind. Dazu gehören unter anderem:

  • Royal Dutch Shell und BP (Öl und Gas)
  • HSBC (Banken)
  • GlaxoSmithKline (Pharmazie)
  • British American Tobacco (Getränke und Tabak)

Zusammenschlüsse mit anderen Börsen

Am 01.10.2007 schlossen sich die Italienische Börse (Borsa Italiana) und die London Stock Exchange zusammen, wobei die LSE die Kontrolle über die italienische Börse übernahm (Übernahmepreis: 1,878 Mrd. €).

Im Jahr 2016 war ein Zusammenschluss der Deutschen Börse mit der Londoner Stock Exchange geplant. Ein solcher wurde allerdings durch die EU-Kommission untersagt mit der Begründung, man würde so ein Monopol für das Clearing festverzinslicher Finanzinstrumente schaffen. Schwerwiegend kam der geplante Austritt aus der EU vonseiten Großbritanniens hinzu, da der rechtliche Sitz der Dachgesellschaft London hätte sein sollen. Noch zählt die Londoner Börse zu den weltweit stärksten Finanzplätzen. Unklar ist jedoch, wie sich die Folgen des Brexit langfristig auswirken werden.

Der Finanzmarkt Tokyos: Japan Exchange Group

Die Japan Exchange Group (JPX) ist ein Konzern, der verschiedene Wertpapierbörsen betreibt. Dazu gehören zum einen der Tokyo Stock Exchange sowie zum anderen der Osaka Securities Exchange. Dabei ist die Börse in Tokyo die viertgrößte Börse weltweit und die größte Börse Ostasiens und Asiens. Im Juli 2012 schloss sie sich mit der Osaka Securities Exchange zusammen. Im Frühjahr 2015 verzeichnete sie 2.292 börsennotierte Unternehmen. Der wichtigste Index ist der Nikkei 225, angegeben in Yen. Ihm zugrunde liegen die Kurse von 225 an der Tokioter Börse gehandelter Aktiengesellschaften, die Japans größte Wirtschaftszeitung (Nihon Keizai Shimbun) festlegt. Dazu gehören beispielsweise:

  • Fast Retailing (Einzelhandel)
  • Fanuc und Kyocera (Elektronik & Maschinen)
  • Softbank und KDDI (Kommunikation)

Der Finanzmarkt Deutschlands: Die Frankfurter Wertpapierbörse (FWB)

Die Frankfurter Wertpapierbörse / Bild: Angelina Dimitrova/Shutterstock

Die Frankfurter Wertpapierbörse / Bild: Angelina Dimitrova/Shutterstock

1585 gegründet setzt sich die größte deutsche Wertpapierbörse heute aus den beiden Handelsplätzen Xetra und Börse Frankfurt zusammen. Leitindex ist der Deutsche Aktienindex (DAX, angegeben in Euro), der die 30 umsatzstärksten Aktiengesellschaften widerspiegelt, die an der Börse gelistet sind. In der Tabelle finden Sie Platz eins bis fünf nach absteigender Gewichtung (Stand März 2017):

Unternehmen Gewichtung nach Prozent
Siemens 10,46
Bayer 8,95
SAP 8,91
BASF 8,30
Allianz 7,84

Wer eine Geldanlage in Aktien, Anleihen oder Investmentfonds tätigen möchte, benötigt dafür in Deutschland ein Wertpapierdepot. Ein solches enthält sämtliche Wertpapiere von Aktien über Fonds und Zertifikate bis hin zu Anleihen. Über das Depot können aktuelle Aktienkurse eingesehen sowie Wertpapiere ge- und verkauft werden. Insofern das Wertpapierdepot einen Bestand aufweist oder mindestens eine Order im Quartal erfolgt, bietet die 1822direkt ein solches kostenlos an. Für das Wertpapierdepot ist des Weiteren ein Verrechnungskonto in Form eines Girokontos oder eines Tagesgeldkontos notwendig.

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