Die Schattenseite des Pokémon-Spiels

Wie die harmlose Monsterjagd zur teuren Falle werden kann

Pokémon-Spiel

Pokémon-Spiel / Bild: iStock

Pokémon und kein Ende: Die Straßen sind voll von zumeist jüngeren Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern, die mit dem Handy vor den Augen nach den kleinen Monstern suchen. Nach einer Umfrage des Digitalverbandes Bitkom haben acht von zehn Deutschen schon von dem Spiel Pokémon Go, das für den Hype verantwortlich ist, gehört. Jeder Fünfte hat es danach sogar schon mindestens einmal selbst gespielt.

Falls Sie es nicht wissen sollten: Bei dem Spiel, das als App auf das Smartphone geladen wird, jagen die Spieler nach kleinen bunten Monstern – die Pokémons eben, die zum Beispiel Glumanda, Schiggy oder Pikachu heißen. Das Besondere dabei: Über die Kamera des Handys wird die Umgebung auf dem Bildschirm dargestellt. In diesem Bild werden die Monster auf dem Smartphone eigeblendet. „Augmented Reality“ heißt das – auf Deutsch etwa: ergänzte Realität.

Das Pokémon-Spiel hat eine Schattenseite

Nach der gleichen Umfrage halten nämlich sieben von zehn Befragten „das Spiel für gefährlich, weil es die Spieler zu sehr von ihrer Umwelt ablenkt – zum Beispiel im Straßenverkehr“, so Bitkom.

Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hat jetzt gemeldet, dass es bereits mehrere Unfälle durch Spieler gegeben haben, die abgelenkt waren. Aber es muss nicht einmal ein Unfall passieren, damit es unangenehm wird:

„Wer zum Beispiel auf der Suche nach Pokémons die Fahrbahn betritt, obwohl ein entsprechender Gehweg oder Seitenstreifen vorhanden ist, dem drohen 5 € Bußgeld – ebenso wenn ich offizielle Absperrungen überklettere“, erklärt GDV-Sprecher Mathias Funk. Teurer wird es im Auto oder auf dem Fahrrad:

  • Ein Radfahrer, der mit dem Handy vor Nase im Straßenverkehr unterwegs ist, muss mit 25 € Bußgeld rechnen.
  • Ein Autofahrer, der hinter dem Steuer beim Spielen erwischt wird, muss 60 € hinblättern. Dazu gibt es einen Punkt in Flensburg.
  • Kommt es wegen der Ablenkung zu einem Unfall, kann es passieren, dass die Versicherung wegen Fahrlässigkeit nicht alle Kosten für den Schaden übernimmt.

Grund genug also, mit dem Spiel vorsichtig zu sein, die Umwelt immer aufmerksam im Blick zu behalten und das Handy ausgeschaltet zu lassen, wenn Sie im Straßenverkehr mit dem Auto oder Zweirad unterwegs sind.

Und wer bei der Arbeit – wenn auch nur in den Pausen – Pokémon spielt, riskiert auch noch Ärger mit dem Arbeitgeber. Vor wenigen Tagen hat beispielsweise der Autohersteller Volkswagen seinen Mitarbeitern das Pokémon-Spiel auf dem Betriebsgelände untersagt. Grund für das Verbot ist nicht nur die Unfallgefahr und die Ablenkung, sondern auch der Datenschutz. Durch das Geo-Tracking könne der Standort des Spielers auch unberechtigten Dritten zugänglich gemacht werden.

 

 

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