Die Private Krankenversicherung lockt mit günstigen Beiträgen– was Sie vor einem Wechsel in die PKV jedoch wissen sollten

Die Krankenkassenbeiträge in der GKV steigen 2016 – lohnt der Wechsel zu einer Privaten?

Die Vorteile der privaten Krankenversicherung liegen auf der Hand: Einbettzimmer und Chefarztbehandlung im Krankenhaus, bessere Leistungen und manchmal auch ein schnellerer Termin beim Arzt – und dazu kommen in 2016 auch noch höhere Zusatzbeiträge in der gesetzlichen Krankenversicherung. Viele Arbeitnehmer, die gut verdienen, liebäugeln deshalb jetzt mit einem Wechsel in die private Krankenkasse.

Provate Krankenversicherung

Private Krankenversicherung – lohnt sicher der Wechsel? / Bild: iStock

Nach den aktuellen Zahlen werden die durchschnittlichen Zusatzbeiträge in der GKV, den die Arbeitnehmer allein zahlen, um 0,2 bis 1,1 Prozent steigen. Da wirken die Angebote der Privaten mit „Komfort“- oder „Premium“-Schutz für Krankenkassenbeiträge im Bereich von 100 oder 200 € im Monat umso verlockender.

Angestellte können von einer gesetzlichen zur privaten Krankenversicherung wechseln, wenn ihr Gehalt einen bestimmten Betrag überschreitet, der jährlich neu festgelegt wird. Während diese Beitragsbemessungsgrenze zur Krankenversicherung 2015 noch bei 54.900 € brutto, also einem Bruttomonatsgehalt von 4.575 €, liegt, steigt sie 2016 um 1.350 auf 56.250 €. Wer als Angestellter 2016 in den Wechsel zur Privaten Krankenversicherung durchführen möchte, muss also mindestens 4.687,50 € brutto im Monat verdienen. Unabhängig von dieser Grenze können Selbstständige und Beamte in die PKV wechseln.

Wann sich der Wechsel zur Privaten Krankenversicherung lohnt

Wer jung und gesund ist, kann durch einen Wechsel von GKV zur PKV schnell mehrere Hundert Euro im Monat sparen. Denn die Berechnung der Beiträge ist unterschiedlich:

  • Bei der gesetzlichen Versicherung hängen die Beiträge von der Höhe des Einkommens ab – je mehr Sie verdienen, desto mehr zahlen Sie für den Versicherungsschutz.
  • Bei der privaten Krankenversicherung werden die Beiträge anhand des Alters, des Gesundheitszustands und der gewählten Leistungen festgelegt.

Das heißt: Wer jung ist, sich von seinem Hausarzt eine gute Gesundheit attestieren lassen kann und nicht alle denkbaren Leistungen bucht, kann durch den Wechsel in die PKV in der Regel eine Menge Geld sparen.

Achtung: Kinder sind in der GKV mitversichert und die Beiträge steigen nur maginal

Doch auch wenn Sie die Voraussetzungen erfüllen und durch einen Wechsel sparen können, sollten Sie nicht angesichts der steigenden Krankenkassenbeiträge jetzt überstürzt zu einer PKV wechseln. Denn:

  • Mit dem Alter steigen die Beiträge zur Privaten Krankenversicherung – und zwar abhängig von den Kosten des Gesundheitssystems. Im schlimmsten Fall kann es passieren, dass sich der Versicherte die Beiträge nicht mehr leisten kann, weil sie von Jahr zu Jahr gestiegen sind. Das bekommen die bereits privat Versicherten auch bei diesem Jahreswechsel zu spüren. Das Nachrichtenportal „Focus online“ meldete vor wenigen Tagen, dass einzelne private Krankenkassen die Beiträge um 30 Prozent und mehr anheben wollen. Manch ein Privatversicherter muss dann bis zu 170 € mehr zahlen – im Monat.
  • Auch wer eine Familie gründen will, sollte vorsichtig sein. Denn während die Kleinen in der gesetzlichen Krankenversicherung kostenlos mitversichert sind, muss in der privaten Krankenkasse für den Nachwuchs extra gezahlt werden.

Ein Zurück in die gesetzliche Krankenversicherung ist nicht einfach

Wer jetzt wechselt, sollte diese Möglichkeiten im Hinterkopf haben. Denn ein Wechsel zurück in die gesetzliche Krankenkasse ist nicht so einfach möglich:

  • Zurück kann relativ problemlos als Angestellter, wer noch keine 55 Jahre alt ist und beim Gehalt wieder unter der Versicherungspflichtgrenze liegt.
  • Wer 55 oder älter ist, kann nur zurück, wenn er in den fünf vorangegangenen Jahren mindestens für einen Tag gesetzlich versichert war.

Auf unserer Übersichtsseite erhalten Sie nähere Informationen zu privaten Zusatzversicherungen.

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