Die neue Flatrate-Welle: Praktisch und preiswert – aber nicht ohne Gefahren

Pünktlich zum Start der Buchmesse hat der Internet-Versender Amazon in dieser Woche seine Buch-Flatrate gestartet: Für 9,99 € im Monat kann der Kunde aus einem beschränkten Angebot so viele E-Books herunterladen und lesen, wie er will. Damit folgt der Internet-Marktführer nur dem Trend – vergleichbare Angebote gibt es bereits von anderen Verlagen und Internetfirmen.

Flatrates sind der Trend des Jahres

Mit den „All you can eat“-Angeboten im China-Restaurant hat es vor ein paar Jahren angefangen. Jetzt kann der Musikliebhaber für eine niedrige Monatspauschale beliebig viel Musik streamen, der Filmliebhaber kann so viele Filme oder TV-Serien anschauen, wie er will. Bei Telefonanbietern sind Flatrates für die Internetnutzung oder SMS bereits Standard.

Auf den ersten Blick hat der Trend zum Pauschalpreis nur Vorteile: Für zum Beispiel knapp 10 € kann der Nutzer so viel lesen, hören, anschauen wie er will – das ist oft deutlich weniger als ein einziges Buch, eine CD oder DVD kostet. Doch so verlockend diese Rechnung auf den ersten Blick auch scheint – genau hinschauen sollte jeder vor Abschluss. Denn auch durch Flatrates können Sie mehr ausgeben als Sie eigentlich wollen.

Hier sind die typischen Gefahren:

Beschränktes Angebot: Gerade bei den neuen Bücher-Flatrates ist das Angebot stark eingeschränkt. Neue oder beliebte Bücher sind in der Regel nicht enthalten. Das Gleiche gilt für Film-Streaming-Dienste: Aktuelle Titel sind Mangelware. Der Effekt: Wer Neuerscheinungen lesen oder den neuesten Blockbuster anschauen will, zahlt dafür außerhalb der Flatrate den normalen Preis. Zusammengenommen sind dann die Ausgaben für Bücher, Filme oder Musik so hoch wie früher oder sogar noch höher.

TIPP: Prüfen Sie das Angebot genau, ob wirklich die Titel und Inhalte enthalten sind, die Sie haben wollen. Sonst kann es passieren, dass Sie für eine Flatrate zahlen, die Sie kaum nutzen.

Lange Verpflichtung: Oft stellt sich erst nach ein paar Monaten heraus, dass Sie ein Angebot gar nicht so häufig nutzen wie ursprünglich angenommen. Die Zahlungen laufen trotzdem weiter. Das Problem dann: Eine Kündigung ist meist nur nach Ablauf eines Jahres möglich. Und oft verlängert sich der Vertrag automatisch um ein weiteres Jahr, wenn nicht rechtzeitig gekündigt wird.

TIPP: Tragen Sie schon bei Abschluss eines Flatrate-Vertrages im Kalender ein, wann Sie den Vertrag spätestens kündigen müssten. So werden Sie daran erinnert und können zu gegebener Zeit prüfen, ob sich die Flatrate für Sie gelohnt hat. Je nachdem wie Ihr Urteil ausfällt, kündigen Sie Ihren Vertrag oder lassen diesen automatisch weiterlaufen.

Zu wenig Zeit: Gerade weil viele Flatrate-Angebote so interessant sind, kann zu einem Problem werden. Wer Flatrates für Bücher, für Hörbücher, für Filme, für Fernsehserien oder für Comics abgeschlossen hat, bekommt schnell ein Problem: Es ist gar nicht genügend Zeit dafür da, um alle Angebote zu nutzen. Der Effekt dann auch hier: Billiger wäre der Kauf einzelner Titel oder Angebote gewesen, weil das riesige Flatrate-Angebot schon aus Zeitgründen gar nicht genutzt werden kann.

TIPP: Schließen Sie niemals spontan eine neue Flatrate ab. Prüfen Sie immer in Ruhe, wie viele andere Flatrate-Angebote Sie bereits nutzen und ob die Zeit für die sinnvolle Nutzung eines weiteren Angebots überhaupt ausreicht.

 

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