Chinesische Investoren & deutsche Immobilien: Die Kauflust der Asiaten

Die Immobilienbranche boomt und der Trend scheint anzuhalten*

Chinesische Investoren und deutsche Immobilien

Alle Welt spricht vom deutschen Immobilienboom und der Blase, die bald platzen soll. Gerade jetzt, wo der Markt ohnehin angespannt ist, investieren vermehrt chinesische Anleger. Der Verband deutscher Pfandbriefbanken hat eine Studie herausgegeben. Diese verdeutlicht, wie Immobilien in Deutschland vermehrt von ausländischen Investoren gekauft werden. Insgesamt 59 Milliarden Euro flossen im Jahr 2017 in deutsche Immobilien. Im Vergleich zu 2010 war das drei Mal so viel. Warum kaufen ausländische, allen voran chinesische Investoren Immobilien in Deutschland so gerne?

Die Beliebtheit deutscher Immobilen für chinesische Investoren

Der Grund dafür, dass chinesische Investoren Immobilien in Deutschland als besonders attraktiv erachten und hier investieren, ist eigentlich ganz einfach: Die starke deutsche Wirtschaft genießt international einen hervorragenden Ruf. In Deutschland ist die politische Lage stabil und rechtssicher. Ausländische Käufer schätzen die Lage deshalb so ein, dass sie sich auf deutsche Mieter bestens verlassen können. Daneben spielt ein weiterer Aspekt eine ganz wichtige Rolle: Eine Baufinanzierung in Deutschland ist in der aktuellen Niedrigzinsphase besonders lukrativ. Und noch eines ist besonders entscheidend dafür, dass gerade chinesische Investoren Immobilien in Deutschland kaufen: Die Immobilienpreise vor Ort, in Peking oder Shanghai, sind gerade extrem teuer. Dort kommt der Quadratmeter-Preis schon mal auf 10.000 € bis 18.000 €. Im Vergleich dazu: In München liegt der durchschnittliche Quadratmeterpreis im Februar 2018 bei 1.423 € – ein gewaltiger Unterschied. Hinzu kommt, dass in den beiden genannten Städten in China ein Immobilienkauf ausschließlich zur Selbstnutzung möglich ist. Da liegt es nahe, dass chinesische Investoren nach alternativen Immobilien-Märkten suchen.

Welche Auswirkungen hat die Investition?

Ausländische Anleger, die in Immobilien hierzulande investieren, bringen zunächst eines nach Deutschland: Kapital. Das kurbelt die deutsche Wirtschaft an und sorgt für Wachstum. Ein großes Thema neben der Immobilien-Investition ist derzeit ebenso die Investition chinesischer Anleger in deutsche Unternehmen. Ob Unternehmen aus der Pharmaindustrie, dem Maschinenbau oder der Automobilindustrie – in den letzten 11 Jahren haben chinesische Investoren 196 hiesige Unternehmen übernommen. Auch das hat seine Vorteile, denn: Spitzentechnologie ist den ausländischen Investoren wichtig. Sie scheuen aber gleichzeitig nicht davor zurück, Unternehmen zu kaufen, die wirtschaftlich nicht allzu gut dastehen und investieren in diese. Damit können Arbeitsplätze in Deutschland nicht nur gesichert, sondern gegebenenfalls ausgebaut werden.

Die Frankfurter Immobilienpreise boomen**

Geht das immer so weiter?

Die Wirtschaft in China boomt. Aber die Frage ist, wie lange das noch so bleibt. Um hier kein Risiko einzugehen, schaffen Chinesen Ihr Geld lieber ins Ausland. Daher hat der chinesische Stadt seinen Bürgern eine Einschränkung auferlegt: Pro Jahr dürfen maximal 50.000 Dollar in ausländische Währungen getauscht werden. Noch verschafft das der chinesischen Investitionslust keinen Abbruch. Besonders beliebt sind Anlageobjekte in Deutschlands Großstädten. So zum Beispiel Berlin, München oder Hamburg. Makler nehmen diese Kaufanfragen gerne an und stellen sich inzwischen individuell auf die Interessen chinesischer Anleger ein. Und: Nicht nur chinesische Investoren kaufen deutsche Immobilien. Beliebt sind diese ebenso bei amerikanischen sowie australischen Käufern. Insofern scheint Deutschland vorerst weiterhin beliebtes Immobilien-Anlageziel für ausländische Investoren zu bleiben.

*Bild1: Bild: imtmphoto/Shutterstock
**Bild2: Bild: A_stockphoto/Shutterstock

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