Carsharing-Angebote liegen im Trend

Ein eigenes Auto: Muss das eigentlich noch sein? Wann Sie mit Carsharing günstiger fahren

Kaum eine Woche vergeht ohne die Meldung über ein neues Carsharing-Angebot. Nach aktuellen Zahlen des Bundesverbandes Carsharing nutzten 2014 schon 1,04 Deutsche das Angebot, sich Autos zu teilen. Das sind 37 % mehr als im Vorjahr. Mit anderen Worten: Carsharing liegt im Trend.

Noch vor wenigen Jahren waren entsprechende Angebote ausschließlich den Bewohnern weniger Metropolen vorbehalten. Mittlerweile gibt es Carsharing in 490 Städten und Gemeinden mit insgesamt mehr als 15.000 Autos. So können auch Menschen, die in kleinen Städten oder auf dem Land wohnen, immer einfacher auf das eigene Auto verzichten und bei Bedarf auf ein geteiltes zurückgreifen. Die Vorteile liegen zunächst auf der Hand:

  1. Wer Carsharing nutzt, spart sich die Anschaffungskosten für ein teures Auto.
  2. Auch die regelmäßigen Belastungen für Versicherung, Steuern, Reparatur und Service fallen weg.
  3. Die in großen Städten immer schwierigere Suche nach Park- und Stellplätzen wird entschärft.
  4. Hinzu kommt für viele der Umweltschutzaspekt: Wer sich mit anderen ein Auto teilt, schont Ressourcen.

Vielleicht haben auch Sie sich deshalb schon gefragt: „Lohnt sich Carsharing für mich? Kann ich das eigene Auto abschaffen oder erst gar keins kaufen? Wie viel kann ich dabei sparen?“ Hier ein paar Tipps, die Ihnen bei Ihrer Entscheidung helfen können:

Sind Sie flexibel genug?

Das ist die erste und wichtigste Frage. Wenn Sie täglich ein Auto brauchen oder wenn es häufiger Situationen gibt, in denen Sie spontan und sofort mit dem Auto fahren müssen, können Sie sich nicht allein auf Carsharing verlassen. Denn Sie müssen immer einkalkulieren, dass auch mal kein Auto verfügbar ist oder weiter entfernt steht. Wenn Sie allerdings meist flexibel sind und feststellen, dass Ihr eigenes Auto häufiger ein paar Tage ungenutzt herumsteht, können Sie über Carsharing nachdenken

Vergleichen Sie die Kosten!

Das ist allerdings nicht ganz so einfach, weil die Anbieter unterschiedliche Modelle haben. Anbieter mit festen Stationen, an denen die Autos (ähnlich wie bei einem Autovermieter) an einer festen Station abgeholt werden können, berechnen häufig eine Stundenpauschale in Höhe von 2 bis 8 € plus Kilometerpauschale von etwa 0,18 bis 0,28 €. Anbieter mit so genannten Free-Floating-Autos – hier werden die Wagen einfach von den Nutzern frei innerhalb eines definierten Gebiets abgestellt – rechnen meist pro Minute ab: in der Regel rund 0,30 € pro gefahrene Minute und 0,15 bis 0,20 pro Parkminute. Wenn Sie Ihre üblichen Fahrten kennen, können Sie anhand dieser Zahlen ausrechnen, wie viel Sie im Monat für Carsharing ausgeben würden, und Ihren Kosten für das eigene Auto gegenüberstellen. Grober Richtwert: Das Verbrauchermagazin „Finanztip“ hat ausgerechnet, das Carsharing bis zu mindestens 5.000 km pro Jahr günstiger ist als ein eigener Kleinwagen.

Bleibt noch der Umweltaspekt:

Ob der Carsharing-Trend der Umwelt zugutekommt, daran zweifeln die Experten. Das wäre der Fall, wenn durch Sharing weniger Privatautos gekauft und genutzt würden. Das kann bis jetzt aber noch nicht festgestellt werden. Hinzu kommt: Viele Nutzer greifen auf das geteilte Auto für Strecken zurück, die sie sonst mit der Bahn oder anderen öffentlichen Verkehrsmitteln zurückgelegt hätten. In diesem Fall hat Sharing aus Umweltsicht keinen Nutzen.

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