Besteuerung von Investmentfonds – Das kommt als Anleger auf Sie zu

Die Erstellung der Steuererklärung soll zukünftig erleichtert werden.*

Besteuerung von Investmentfonds 2018

Die Investition in Investmentfonds ist unter Anlegern zunehmend beliebt. Sie haben die Möglichkeit, bereits mit kleinen Anlagesummen einzusteigen und streuen Ihr Risiko dadurch, dass Sie in verschiedenste Firmen investieren. Als Anleger werden Sie geschützt, indem eine Aufsichtsbehörde prüft, ob die gesetzlichen Regelungen zum Investmentfond eingehalten werden. Ab 01.01.2018 soll sich die Besteuerung von Investmentfonds ändern. Was kommt auf Anleger zu?

Was ändert sich für Anleger?

2018 sollen inländische Fonds den ausländischen steuerlich gleichgestellt werden. Ziel dieser Maßnahme soll sein, die Erstellung der Steuererklärung einfacher zu gestalten sowie Steuerschlupflöcher zu schließen. Dann werden insgesamt nur noch vier Angaben bei der Besteuerung von Investmentfonds benötigt:

  • Höhe der Ausschüttung
  • Wert des Investmentfonds zu Beginn eines Jahres
  • Wert des Fonds zum Ende eines Jahres
  • Art des Fonds (Aktienfonds, Mischfonds, Immobilienfonds)

Ab 2018 zahlen Privatanleger sowie institutionelle Investoren eine Fondssteuer auf ihre Fondsanteile. Um Anleger finanziell nicht doppelt zu belasten, entfällt die Abgeltungssteuer ab 2018 teilweise. Bei Aktienfonds bleiben 30 Prozent der Gewinne steuerfrei (sogenannte Teilfreistellung). Bei Immobilienfonds sind es 60 Prozent und 80 Prozent, wenn der Anlageschwerpunkt des Fonds im Ausland liegt.

Immobilienfonds
15 Prozent Körperschaftssteuer fallen ab dem 01.01.2018 auf folgende Dividenden an:

  • Dividenden aus den Erträgen von Mieten
  • Dividenden, die sich aus den Gewinnen von Immobilienverkäufen ergeben

Mischfonds
Was Mischfonds betrifft, ist die Höhe der Aktienfonds entscheidend. Voraussetzung dafür, dass 15 Prozent der Ausschüttungen steuerfrei sind ist, dass Sie mit den Fonds mindestens 25 Prozent in Aktien investieren.

Vorabpauschale bei thesaurierenden Fonds

Bei thesaurierenden Fonds gibt es eine Vorabpauschale, die bis zum Ende eines jeden Jahres von der jeweiligen Depotbank ermittelt und von dieser direkt einbehalten wird. Diese richtet sich nach dem Wert des Fonds und dem Basiszins. Zu Beginn des darauffolgenden Jahres zahlen Anleger Steuern auf diese Pauschale. Auch hier sollen Sie nicht doppelt zahlen müssen. Deshalb wird in diesem Fall die gezahlte Steuer mit der Abgeltungspauschale verrechnet. Zudem gibt es die Möglichkeit eines Freistellungsantrags für Sparer, deren Gewinne unter einem bestimmten Jahresfreibetrag bleiben. In diesem Fall müssen Sie keine Steuern zahlen:

  • Alleinstehende: Als Alleinstehender können Sie einen Freistellungsantrag auf Kapitalerträge bis zu einer Höhe von 801 Euro stellen
  • Verheiratete oder Paare in eingetragener Partnerschaft: Option eines Freistellungsantrags auf Gewinne bis zu 1.602 Euro

Auf ETFs (Exchange Traded Fund) müssen Sie Steuern zahlen, wenn es sich um sogenannte synthetische ETFs handelt. In diesem Fall fällt auf die ETFs eine Abgeltungssteuer an. Synthetische und physische ETFS sind in Bezug auf die Steuer damit gleich gestellt.

Informieren Sie sich über die Besteuerung von Investmentfonds.*

Wegfall des Bestandsschutz

Wenn Sie Investmentfonds vor 2009 gekauft haben, müssen Sie auf daraus entstehende Erträge ab 01.01.2018 Fondssteuer zahlen. Möchten Sie diese verkaufen, haben Sie einen Freibetrag von 100.000 Euro. Sobald Sie diesen überschreiten, fallen für Sie folgende Kosten an:

  • 25 Prozent Abgeltungssteuer
  • Solidaritätszuschlag
  • Ggf. Kirchensteuer

Besteuerung von Investmentfonds – Die Änderungen auf einen Blick

  • Ab 01.01.2018 ändert sich die Besteuerung von Investmentfonds sowie ETFs
  • Inländische und ausländische Fonds sind dann gleichgestellt
  • Die Fondssteuer wird von der Depotbank berechnet und direkt an den Fiskus abgeführt
  • Sie haben die Möglichkeit eines Jahresfreibetrags: Auf Erträge bis zu 801 Euro (Alleinstehende) bzw. 1.602 Euro (Verheiratete) muss keine Fondssteuer gezahlt werden
  • Der Bestandsschutz fällt weg

Der vorliegende Text dient lediglich der Information und kann eine Rechtsberatung nicht ersetzen. Er wurde nach bestem Wissen und Gewissen erstellt, es kann jedoch keine Gewährleistung für inhaltliche Richtig- und/oder Vollständigkeit übernommen werden.

*Bild 1: Leszek Glasner/Shutterstock
*Bild 2: Christian Schulz/Shutterstocck

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