Dynamic Pricing: Bessere Preise für Stammkunden? Von wegen!

Dynamic Pricing: Preise können sich beim Online-Shoppen schnell verändern und für Überraschungen sorgen

Dass Tankstellen die Preise je nach Uhrzeit verändern, hat sich mittlerweile herumgesprochen. Wer zu Stoßzeiten oder nachts an die Zapfsäule fährt, zahlt bis zu 10 Cent mehr als zu den billigsten Tankzeiten am frühen Abend. Was viele jedoch nicht wissen:

Auch im Internet sind die Preise nicht in Stein gemeißelt. Je nachdem, wer und mit welchem Gerät ein Angebot aufruft, zahlt in manchen Online-Shops mehr oder weniger. „Dynamic Pricing“ heißt das – bewegliche Preise, mit denen die Shops mehr Kunden anlocken und die Einnahmen erhöhen wollen. Zwei Beispiele zeigen, womit Sie beim Online-Shopping rechnen müssen.

Beispiel 1: Stammkunden zahlen mehr

Stellen Sie sich vor: Ein Kunde macht sich im Internet auf die Suche nach preiswerten Kontaktlinsen. Bei Google sucht er nach dem günstigsten Preis und findet bei einem Shop seine Linsen zum Sonderpreis von 20,99 €. Gleichzeitig ruft ein Kunde, der schon mehrmals bei dem gleichen Kotaktlinsen-Versender bestellt hat, das gleiche Produkt auf. Doch er bekommt einen anderen Preis angezeigt: 29,99 €. Also volle 9 € mehr – im gleichen Shop für das gleiche Produkt.

Eigentlich sollte man meinen, dass Stammkunden bevorzugt werden und das bessere Angebot bekommen. Doch das gilt heute nicht mehr unbedingt. Immer wieder werden Neukunden bevorzugt und Stammkunden zahlen mehr.

Das Kalkül dahinter: Wer bei Google sucht und Preise vergleicht, muss mit einem besonders günstigen Preis zur Erstbestellung bewegt werden. Wer dagegen den Shop direkt aufruft, schon mehrfach gekauft hat und jetzt nur nachbestellt, vergleicht die Preise nicht mehr und zahlt mitunter mehr.

Beispiel 2: Mit dem Smartphone wird es billiger

Ähnliche Überraschungen können Sie auch erleben, wenn Sie mit dem Smartphone bestellen. Der Online-Shop erkennt, ob ein Angebot mit einem Computer oder mit einem Mobilgerät aufgerufen wird. Und hier gibt es mitunter unterschiedliche Preise. Beispielsweise kann ein Produkt bei Bestellung mit dem Handy billiger sein, weil die Händler die Erfahrung gemacht haben, dass Kunden bei Bestellungen mit dem Smartphone nur bereit sind, weniger auszugeben.

Raffiniert wird es dann, wenn die Anbieter verfolgen, welche Seiten ein Kunde im Internet aufruft, und so ein Profil erstellen und entsprechend hohe oder niedrige Preise anzeigen – auch das ist technisch möglich.

Tipp: Wer überprüfen will, ob er den günstigsten Preis in einem Shop bekommt, sollte ein Angebot auch testweise vor Bestellung mit einem anderen Computer oder einem Smartphone aufrufen.

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