Berufsunfähigkeitsversicherung: Wie sinnvoll ist sie? Was sichert sie ab?

Berufsunfähigkeitsversicherung – warum ist sie so sinnvoll?

Gute Absicherung ist wichtig / Bild: g-stockstudio/Shutterstock

Ein Thema, mit dem sich wohl niemand gerne beschäftigt und doch kann es jeden treffen: Was passiert, wenn Sie aufgrund eines Unfalls oder einer Erkrankung nicht mehr berufstätig sein können und in der Folge ein geregeltes Einkommen wegfällt? Wer kommt dann für sämtliche Lebenshaltungskosten auf? Finanzielle Unterstützungsmöglichkeiten des Staates sind in der Regel eher gering, im Schnitt nur etwa 700 Euro pro Monat* . Ein solider Versicherungsschutz ist daher essentiell, um im Falle einer Berufsunfähigkeit den Einkommensausfall auszugleichen.

Was passiert im Falle einer Berufsunfähigkeit (BU)?

Mögliche Gründe für eine Berufsunfähigkeit können sein:

  • Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems
  • Erkrankungen des Bewegungsapparates
  • Psychische Erkrankungen
  • Krebserkrankungen
  • Unfälle

Berufsunfähig zu sein bedeutet, aufgrund einer dieser Krankheiten, eines Unfalls oder einer Invalidität den erlernten Beruf nicht mehr ausüben zu können. Gleichzeitig heißt das jedoch, dass Sie grundsätzlich die Möglichkeit haben, täglich für bis zu sechs Stunden einem anderen Beruf nachzugehen.

Unter diesen Umständen erhalten Sie vom Staat eine BU Rente, auch Erwerbsminderungsrente genannt. Voraussetzung: Sie haben in den letzten fünf Jahren mindestens 36 Monate Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung geleistet. Für alle, die nach dem 2. Januar 1961 geboren sind, gelten bei voller Erwerbsminderung folgende Bestimmungen:

  • Sie erhalten etwa 30 Prozent des letzten Bruttolohns, wenn Sie maximal 3 Stunden täglich einer Arbeit nachgehen können.
  • Circa 15 Prozent des letzten Bruttolohns werden Ihnen ausgezahlt, wenn Sie drei bis sechs Stunden am Tag arbeiten können.
  • Wenn Sie trotz Erkrankung mehr als sechs Stunden arbeiten können, erhalten Sie keinerlei staatliche Unterstützung.
  • Die Erwerbsminderungsrente bekommen Sie bis zum Renteneintritt. Ab dann erhalten Sie monatliche Zahlungen aus der gesetzlichen Rentenversicherung.

Die Zahlen machen deutlich, dass die finanziellen Unterstützungsmöglichkeiten durch den Staat gering ausfallen. Eine entstehende Versorgungslücke bleibt nicht aus. Wenn Sie Ihr Leben dann dem gewohnten Standard entsprechend fortsetzen möchten, kann eine BU Versicherung sinnvoll sein.

Was sichert die Berufsunfähigkeitsversicherung ab?

Informieren Sie sich über die BU-Versicherung / g-stockstudio/Shutterstock

Wenn Sie privat eine BU-Versicherung abschließen, erhalten Sie zusätzlich zur Erwerbsminderungsrente eine sogenannte monatliche Berufsunfähigkeitsrente. Mit einer solchen können Sie sich gegen den Einkommensausfall absichern:

  • Sie haben die Möglichkeit, die Leistungen auch zu beziehen, wenn Sie stundenweise noch in einem anderen Beruf arbeiten könnten.
  • Wichtig ist dafür allerdings, dass der Vertrag keine abstrakte Verweisung enthält. Das würde bedeuten, dass der Versicherer darauf verweisen kann, dass Sie keine monatlichen Zahlungen erhalten, solange Sie stundenweise arbeiten können. Vereinbaren Sie deshalb unbedingt einen Verzicht auf diese Klausel.
  • Der Versicherer zahlt, unabhängig von der Ursache der Berufsunfähigkeit.

Wichtig: Um die Berufsunfähigkeit nachzuweisen, müssen Sie verschiedene Unterlagen bei der Versicherung einreichen:

  • Beschreibung der beruflichen Tätigkeit
  • Arztberichte

Was müssen Sie zum Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung wissen?

  • Wenn Sie die BU-Versicherung in jungen Jahren abschließen, ist das aus zwei Gründen sinnvoll: Die Gesundheitsprüfung ist leichter zu bestehen, weil Sie als junger Mensch in der Regel noch keine ernsthaften Vorerkrankungen aufweisen. Die Beiträge fallen geringer aus.
  • Wählen Sie die Höhe des Beitrags je nachdem, welche finanzielle Absicherung Sie sich im Ernstfall wünschen. Experten empfehlen, 80 Prozent des momentanen Nettoeinkommens abzusichern.
  • Entscheiden Sie sich für einen Vertrag mit Dynamik. Das bedeutet: Die gezahlten Beiträge erhöhen sich jährlich. Damit tragen Sie dem Umstand der Inflation Rechnung.
  • Beantworten Sie Gesundheitsfragen des Versicherers immer wahrheitsgemäß. Das hat folgenden Hintergrund: Kommt es zum Leistungsfall, prüft dieser Ihre Angaben. Sollte sich dann herausstellen, dass Versicherte fehlerhafte Angaben gemacht haben, kann sich die Versicherung weigern, Auszahlungen zu leisten.
  • Prüfen Sie, ob Ihre Police ausschließlich in Europa oder weltweit gültig ist und fragen Sie nach, wie sich die Situation verhält, wenn Sie Arbeitsplatz oder Wohnsitz ins Ausland verlegen.
  • Achten Sie darauf, unter welchen Umständen der Versicherungsschutz nicht greift. Das kann zum Beispiel sein, wenn Sie aufgrund eines selbstverschuldeten Unfalls berufsunfähig werden oder einer bestimmten Berufsgruppe angehören.

*Die Zahl stammt aus einer aktuellen Publikation der Deutschen Rentenversicherung:

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