Explodieren die Beiträge der privaten Krankenversicherung?

Warum Ihr Krankenversicherungsbeitrag jetzt steigen könnte und wann Sie der Krankenkasse kündigen sollten, um hohe Zusatzbeiträge zu vermeiden.

Wer privat krankenversichert ist, kann sich möglicherweise schon bald auf eine unangenehme Nachricht vorbereiten:

Explodieren die Beiträge der privaten Krankenversicherung? / Bild: iStock

Explodieren die Beiträge der privaten Krankenversicherung? / Bild: iStock

Wegen steigender Arzthonorare könnten die Krankenkassenbeiträge für Privatversicherte um bis zu 20 % steigen, so die aktuelle Schätzung des CDU-Gesundheitsexperten Michael Henrich in der „Bild“-Zeitung. Zudem leiden die Versicherer unter den niedrigen Zinsen: Für später zurückgelegtes Geld erwirtschaften sie nicht mehr so viel Rendite wie geplant. Nachdem es in den vergangenen Jahren nur moderate Anstiege der Beiträge gegeben habe, drohe nun eine „Beitragsexplosion“.

Sonderkündigungsrecht Krankenkasse

Wenn Sie als gutverdienender Angestellter, Selbstständiger oder Beamter privat versichert sind, sollten Sie die Post von Ihrer Versicherung in den nächsten Wochen sofort öffnen und genau lesen, ob eine Beitragserhöhung angekündigt wird.

Ist dies der Fall, haben Sie ein Sonderkündigungsrecht, um sich einen preiswerteren Anbieter zu suchen. Bevor Sie der Krankenkasse kündigen, können Sie jedoch zunächst die Möglichkeit in Betracht ziehen, auf Leistungen zu verzichten und in einen billigeren Tarif zu wechseln, um die Belastung abzufedern. Trotzdem fragen sich angesichts der drohenden Beitragserhöhung PKV viele Versicherte, die zu den Privaten gewechselt sind:

„Wie kann ich zurück in die gesetzliche Krankenversicherung?“

Immer wieder gibt es Versicherte, die den Wechsel zur privaten Krankversicherung bereuen. Anfangs waren die Krankenkassenbeiträge dort geringer, doch im Laufe der Jahre sind sie mitunter dramatisch gestiegen.

Zurück in die gesetzliche Krankenversicherung – Voraussetzungen für den Wechsel

Ein Wechsel zurück in die GKV geht nur in Ausnahmefällen! Hier die wichtigsten Spielregeln auf einen Blick:

  • Wer älter als 55 ist, hat ganz schlechte Karten. Zurück in die gesetzliche kann dann nur noch, wer in den vorangegangenen fünf Jahren mindestens einen Tag bei einer gesetzlichen Krankversicherung war.
  • Wer diese Voraussetzung erfüllt oder jünger ist, kann als Angestellter in die gesetzliche zurückwechseln, wenn sein Bruttoeinkommen pro Jahr unter 54.900 (Beitragsbemessungsgrenze Krankenversicherung) liegt. Manch ein Arbeitnehmer arbeitet Teilzeit oder senkt sein Bruttoeinkommen durch Einzahlungen in eine betriebliche Altersvorsorge, um die Grenze zu unterschreiten.
  • Wer selbstständig ist, muss sich eine Festanstellung suchen, bei der er ebenfalls nicht mehr als 54.900 € im Jahr verdienen darf.

Zusatzbeitrag Krankenkasse: Auch gesetzlich Versicherte sollten Tarife prüfen!

Mehrbelastungen kommen aber möglicherweise auch auf diejenigen zu, die in der gesetzlichen Krankenkasse versichert sind. Denn den Versicherungen fehlt Geld: Allein im ersten Halbjahr 2015 haben die Kassen ein Minus von 500 Millionen € gemacht, so die aktuellen Zahlen des Spitzenverbandes der gesetzlichen Krankenkassen. Die wahrscheinliche Folge: 2016 könnten die einkommensabhängigen Zusatzbeiträge steigen, die die Krankenkassen festlegen.

Die gute Nachricht: Auch bei einer Erhöhung des Krankenkassen-Zusatzbeitrags bei der GKV haben Sie ein Sonderkündigungsrecht und können der Krankenkasse kündigen. Wenn die Erhöhung für Sie zu hoch ausfällt, können Sie sich also unabhängig von der sonst üblichen zweimonatigen Kündigungsfrist GKV und der Mindestversicherungsdauer von 18 Monaten nach einer günstigeren Versicherung umschauen.

 

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